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Studie zeigt: Veganer sind ängstlicher als Fleischesser und depressiver

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Von: Bjarne Kommnick

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Eine junge Frau isst im Auto einen Burger mit Fleisch und eine junge Frau isst einen Salat in einem Restaurant
Fleisch oder vegan? Eine Studie zeigt, dass Veganerinnen und Veganer häufiger an psychischen Krankheiten leiden. (24hamburg.de-Montage) © Petra Schneider/Baumann/imago

Eine US-Studie zeigt, dass Fleischesser seltener an psychischen Krankheiten leiden. Doch so eindeutig wie diese Aussage scheint, ist sie in der Realität nicht.

Indiana - Es klingt wie eine Hiobsbotschaft für alle Veganerinnen und Veganer: Eine neue Studie der University of Southern Indiana soll beweisen, dass Personen, die fleischlos leben, häufiger psychische Erkrankungen wie Ängsten und Depressionen erleiden würden. Forscherinnen und Forscher hätten demnach eine genaue Analyse durchgeführt, um der Ursache dafür auf den Grund zu gehen. An der Studie nahmen 172.000 Personen aus verschiedenen Teilen der Welt teil, etwa 158.000 Menschen der Teilnehmenden essen Fleisch, die anderen 13.000 leben vegan oder vegetarisch.

Laut Studie: Veganer haben öfter Ängste und Depressionen als Fleischesser

Wichtig bei der Beurteilung der Studie seien mehrere Faktoren. Darunter auch, dass Studienteilnehmerinnen und Teilnehmer, die in dem Zeitraum Langzeit-Diäten - die oftmals mit dem Verzicht von Fleisch einhergehen - gemacht haben, oft weniger glücklich seien als Person, die sich weniger Gedanken um ihren täglichen Essenskonsum kümmern. Urska Dobersek, Psychologin an der University of Southern Indiana und Mitautorin der Studie, erklärt: „Restriktive Diäten machen auf Dauer unglücklich“. Unglücklich war wohl auch eine Frau in Australien, die ihre fleischessende Familie von der Familie ausgeladen hatte.

HochschuleUniversity of Southern Indiana
StandortEvansville, Indiana, USA
Studentenzahl10.701
Aufnahmequote93,3% (2020)

Gründe dafür seien unter anderem, dass bei Verzicht weniger Glückshormone ausgeschüttet werden würden und dass mit dem Ziel einer Diät oftmals psychische Unzufriedenheit unmittelbar im Zusammenhang stehen. Demnach ist auf Fleisch verzichten nicht immer eine Überzeugung, sondern in vielen Fällen auch ein Mittel zum Zweck – wie beispielsweise bei Diäten. Nicht die Nahrung an sich entscheide, sondern der Umstand drumherum. Alleiniger Ernährungsmangel könne zu Depressionen führen. Eine andere Studie zeigt sogar, dass viele Männer lieber sterben würden als auf Fleisch zu verzichten. Zuletzt stellte auch Uli Hoeneß eganerinnen und Veganer an den Pranger.

Veganer leiden häufiger an Ängsten und Depressionen – Ursachen für Studienergebnis teilweise unklar

Doch abschließend sei die Ursache für das Studienergebnis noch nicht geklärt. Ein weiterer Faktor könnte sein, dass Personen ihre Erkrankungen bereits entwickelt hätten als diese noch Fleisch gegessen hätten. Zudem sei es möglich, dass Menschen mit Depressionen in vielen Fällen eher eine Verbindung zu Tieren hätten und daher eine „ethischere“ Ernährung verfolgen. Zudem gäbe es prozentual mehr Veganerinnen als vegan lebende Männer. Und Frauen erkranken grundsätzlicher häufiger an Krankheiten wie Depressionen. Auch hierauf könne ein Teil des Ergebnisses zurückzuführen sein.

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Ob Alter, Fleischart und sozioökonomischer Status die Studienergebnisse beeinflussen, könne bisher nicht festgestellt werden. Insgesamt zeigt die Studie jedoch einen Zusammenhang mit mehr psychischen Erkrankungen bei fleischloser Ernährung. Auf das physische Wohl bezogen würden Veganerinnen und Veganer jedoch deutlich gesünder leben. Auch die Lebenserwartung sei bei vielen Veganerinnen und Veganern höher als Personen, die regelmäßig Fleisch konsumieren.

Die vegane Branche erlebte in den vergangenen Jahren einen Aufschwung, das weiß auch Starkoch Tim Mälzer und legt eine krasse Vegan-Beichte hin. In Göttingen stellt die erste Uni-Mensa komplett auf vegan um. Auch Aldi nahm zuletzt veganen Bacon ins Sortiment auf und sorgte damit für großes Aufsehen im Netz.* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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