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Studie: Erklärung für milde Omikron-Verläufe – Virus greift Lunge seltener an

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Nach aktuellem Erkenntnisstand sollen die Krankheitsverläufe bei einer Infektion mit Omikron milder sein. Nun hat eine Studie eine mögliche Erklärung gefunden.

Hamburg – Inzwischen bestimmt Omikron* das Infektionsgeschehen in Europa. In Hamburg soll die neue Virusvariante des Coronavirus bereits seit Tagen die vorherrschende Variante sein. Die Mutation, die erstmals in Südafrika aufgespürt wurde, verbreitet sich ersten Erkenntnissen zufolge deutlich schneller als die Delta-Variante. Doch aktuelle Studien deuten auch darauf hin, dass Krankheitsverläufe bei einer Infektion mit Omikron deutlich milder verlaufen* und weniger Infizierte im Krankenhaus behandelt werden müssen. Eine neue Studie scheint nun einen Grund dafür gefunden zu haben.

Virus:Coronavirus
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Studie findet Erklärung für milde Omikron-Verläufe: Virus greift Lunge deutlich seltener an

In einer neuen Studie zu Omikron haben 65 Forscher aus den USA und Japan verschiedene Untersuchungen an Mäusen und Hamstern durchgeführt. Dabei haben die Forscher die Tiere mit den verschiedenen Corona-Varianten infiziert. Das Ergebnis: Omikron greift die Lunge seltener an, als es etwa die Delta-Variante getan hat. Das berichtet unter anderem die New York Times.

Blutentnahmeröhrchen mit Aufschrift Omicron variant auf Impfpass.
Neue Omikron-Studie: Virus greift die Lunge seltener an. © Christian Ohde/imago

Vielmehr setze sich Omikron an den oberen Atemwegen, wie etwa Nase, Rachen und Bronchien fest, so das Ergebnis der Forscher. In der Nase war die Viruslast bei Omikron beispielsweise genauso hoch wie bei anderen Varianten – in der Lunge hingegen war sie deutlich geringer.

Zu einem ähnlichen Ergebnis waren Mitte Dezember bereits Wissenschaftler der Universität Hongkong gekommen. Sie hatten herausgefunden, dass sich Omikron zwar 70-mal schneller verbreitet als Delta, sich dafür aber zehnmal langsamer in den Lungen ausbreitet.

Neue Studie zu Omikron: Weniger Schäden in der Lunge, weniger Tote

Die Forscher aus den USA und Japan fanden bei den Untersuchungen an Mäusen und Hamstern außerdem heraus, dass es in Folge von Infektionen mit der Omikron-Variante seltener zu Schäden an der Lunge kam, die Tiere weniger an Gewicht verloren und dass die Tiere auch seltener starben als bei anderen Virusvarianten.

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Besonders auffällig ist das Ergebnis der Untersuchungen bei Hamstern. Alle anderen Varianten des Coronavirus* hatten bei den Nagern fast immer zu schweren Verläufen geführt. Nicht so hingegen bei Omikron. Das bestätigte der an der Studie beteiligte Virologe Michael Diamond im Gespräch mit der New York Times. Die Studie der Forscher aus den USA und Japan wurde bisher nicht überprüft.

Omikron könnte die Erklärung für niedrige Hospitalisierungsrate in Deutschland sein – Experten vorsichtig

Hierzulande sind Experten bei der Bewertung der Gefahr durch Omikron noch vorsichtig. Die Daten seien noch sehr jung, die Variante erst wenige Wochen auf dem Vormarsch. Für eine abschließende Beurteilung müssen wohl noch einige Wochen vergehen und das Infektionsgeschehen ganz genau beobachtet werden.

Das könnte Sie auch interessieren: Politik bricht eigene Regel: Harte Maßnahmen trotz niedriger Hospitalisierung*.

Dennoch: Trotz ansteigender Corona-Zahlen ist die Hospitalisierungsrate in Deutschland aktuell auf einem niedrigen Niveau. In Hamburg* schreibt die Inzidenz täglich neue Rekorde, die Hospitalisierungsrate liegt jedoch weiterhin unter 3. Möglich, dass dies auch auf den hohen Anteil der Omikron-Variante in der Hansestadt zurückzuführen ist.

Karl Lauterbach warnt weiter vor Omikron: „Sehr in Sorge um die Ungeimpften“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnte trotz ersten hoffnungsvollen Erkenntnissen über mildere Verläufe bei Omikron: „Das ist aber keine Entwarnung für ältere Ungeimpfte“, sagte er der Bild am Sonntag. Er appellierte weiter an die Bevölkerung sich impfen zu lassen. Möglich sei demnach auch, dass Omikron in anderen Ländern derzeit zu milderen Verläufen führe, weil die Impfquote unter Älteren dort deutlich höher sei als in Deutschland, so Lauterbach.

Daher zeigte sich der Gesundheitsminister in der Bild am Sonntag in Bezug auf die Ausbreitung der Omikron-Variante „sehr in Sorge um die Ungeimpften“. Außerdem warb er erneut für das Maskentragen. „Die Viruslast der Infizierten ist bei Omikron niedriger, deshalb wirken Masken besser“, sagte er. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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