Inzidenzwert weiter über 200

Spanien fast Hochinzidenzgebiet: Das gilt bei Stornierungen

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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In Spanien schießen die Corona-Zahlen in die Höhe. Nun droht das Land wieder Hochinzidenzgebiet zu werden. Darauf sollten Sie bei ihrer Stornierung achten.

Barcelona – Mitten in den Sommerferien steigen die Corona-Zahlen in Spanien ins Unermessliche. In Katalonien übersteigen die neuen Corona-Infektionsfälle gar die 500er-Inzidenzmarke. Vielerorts gelten bereits Ausgangssperren und in Barcelona wurden bereits Strände und Bars abgesperrt. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis Spanien zum Hochinzidenzgebiet erklärt wird. Welche Folgen hätte eine solche Einschätzung für Urlauber – und können sie ihre Reise noch kostenfrei stornieren?

Corona-Infektionen in Spanien:Quelle: Our World in Data, Stand: 15. Juli 2021
Fälle insgesamt:4,04 Mio.
Genesen:150.000
Todesfälle:81.043

Spanien droht Hochinzidenzgebiet zu werden: Corona-Neuinfektionen steigen weiter an

Die auch in Nord-Deutschland um sich greifende Delta-Variante* breitet sich insbesondere in der Region um Barcelona rasant aus. Vor allem unter den 20-29-Jährigen sind die steigenden Infektionszahlen in Spanien mit einer Inzidenz über 1000 immens*. Sollte sich ein stabiler Trend einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200 abzeichnen, erklärt die Bundesregierung Länder zu einem Hochinzidenzgebiet. In Spanien könnte es schon bald so weit sein.

Bei Ländern mit einer solchen Entwicklung wie in Spanien, wo der Inzidenzwert mittlerweile die entscheidende 200er-Marke übersteigt*, gilt der dringende Appell, Reisen dorthin zu vermeiden. Falls Urlauber dennoch ihre Reise in ein Hochinzidenzgebiet antreten, gilt für ungeimpfte Menschen bei der Rückreise die Anordnung, einer zehntägigen Quarantäne Folge zu leisten. Auffällig ist, dass viele Reiserückkehrer mitverantwortlich für die Inzidenz in Hamburg sind*. Ein Reiseverbot wird hingegen also nicht ausgesprochen. Doch haben Reisende im Vorfeld dennoch die Möglichkeit, auf eine kostenlose Stornierung des Urlaubs zurückgreifen zu können?

Spanien bald Hochinzidenzgebiet? Kostenlose Stornierung des Urlaubs: Das gilt es zu beachten

Wie der Berliner Reiserechtsanwalt Roosbeh Karimi sagte, hätten Urlauber das Recht, eine gebuchte Reise kostenfrei zu stornieren, wenn das Reiseziel nach der Buchung aufgrund der sich in Spanien und Portugal drastisch verbreitende Delta-Variante zu einem Hochinzidenzgebiet erklärt wird. Wichtig sei es jedoch, dass es hierbei um eine Pauschalreise handelt. Ist dies nicht der Fall, kann nicht auf eine kostenlose Stornierung zurückgegriffen werden. Doch im Hinblick auf die steigende Anzahl der Corona-Impfungen gibt es auch andere Experten-Einschätzungen.

„Entscheidend bei der Stornierung des Spanien-Urlaubs ist die Frage, ob es sich um unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände handelt“, sagte kürzlich Reiseexpertin Tamara Land. Die aktuelle Corona-Situation sei zwar unvermeidbar, ob sie nach anderthalb Jahren Pandemie weiterhin außergewöhnlich ist, sei fraglich.

In Spanien steigen die Corona-Infektionen weiter rasant an.

Reiseveranstalter könnten demnach darauf verweisen, dass ein solcher Corona-Trend in Spanien nicht ausgeschlossen gewesen sei und eine kostenfreie Stornierung entsprechend verwehren. Einen ähnlichen Weg bestreitet jetzt der Reiseveranstalter Alltours, der den Spanien-Urlaub nur noch für Geimpfte und Genese möglich macht*. Als Alternative würde sich für Urlauber nur noch die Möglichkeit bieten, den Urlaub auf ein anderes Urlaubsziel zu buchen. Dies sei im Fall, dass im Vorfeld ein entsprechend flexibler Tarif gewählt wurde, oft aber nur gegen einen Aufpreis möglich.

Sollte die kostenfreie Spanien-Stornierung für Urlauber weiterhin die einzige Option darstellen, gibt es laut Tamara Land für Reisende nur eine Möglichkeit: „Wer trotzdem kostenlos stornieren will, muss sich mit dem Reiseveranstalter einigen oder – wenn das nicht geht – vor Gericht ziehen.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa

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