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Unwetterwarnung für Niedersachsen: Sturmfluten an der Küste erwartet

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Von: Yannick Hanke

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Zu sehen ist eine Anzeigetafel an einem Bahnsteig mit der Aufschrift „Zug fällt aus!“.
Sturmtief „Antonia“ verschont auch den Zugverkehr nicht. Am Sonntagabend, 20. Februar 2022, müssen metronom, enno und erixx erneut ihren Betrieb einstellen. (Archivbild) © Christian Ohde/imago

Nach Orkan Zeynep und Sturmtief Antonia drohen in Norddeutschland bis Mittwoch jeden Tag Sturmfluten. Das Hochwasser fällt knapp 2 Meter höher aus als normal.

Update vom Montag, 21. Februar 2022, 14:30 Uhr: Eine Sturmflut jagt derzeit die nächste: Für Montagabend hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) für die deutsche Nordseeküste erneut vor der Gefahr einer Sturmflut gewarnt. An der ostfriesischen Küste werde das Hochwasser bis zu 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser ausfallen, teilte das BSH am Montagmittag mit. An der Nordsee-Küste und im Weser- und Elbegebiet, und damit auch in Hamburg, soll das Hochwasser 1,5 bis 2 Meter höher sein als normal. Die Sturmflutgefahr besteht bis etwa 20.30 Uhr. Das ist den Angaben zufolge die elfte Sturmflut in Hamburg in diesem Jahr.

Sturmprognose für Sonntagabend: Sturmtief Antonia zieht mit Winden an – DWD erwartet ab 21:00 Uhr orkanartige Böen

Und damit ist auch vorerst noch nicht Schluss. Denn die nächste Sturmflut wird bereits für Dienstagmorgen erwartet, wie eine Sprecherin sagte. „Und aller Voraussicht nach steht auch für Mittwochmorgen noch einmal eine an.“ (dpa)

Update vom Sonntag, 20. Februar 2022, 16:30 Uhr: Das Sturmtief Antonia gewinnt gegen Sonntagabend nochmals an Kraft. Orkanartige Böen können sich dann über Deutschland erstrecken, auch wenn sie nicht ganz so stark ausfallen werden wie die Orkane „Ylenia“ oder „Zeynep“ in der Wochenmitte und am Freitag.

„Ab 21:00 Uhr am Sonntagabend wird es interessant“, lautet das Zitat eines DWD-Meteorologen vor dem Deutschland-Wetter auch am Montag. Um diese Uhrzeit „wird der Wind noch mal deutlich zulegen.“

Mit orkanartigen Böen von bis zu 115 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit sei zu rechnen, erklärte der Wetterexperte der dpa. Über der Mitte des Landes sei die Gefahr allerdings nicht ganz so hoch. „Die Sturmlage müssen wir bis zum Montag noch durchstehen“, so seine Einschätzung.

Wind in Deutschland in kommenden Wochen laut Experte „ganz andere Hausnummer“

Am Montagmorgen erreiche die Kaltfront dann das Alpenvorland.. Die Höchsttemperaturen liegen laut Prognose zwischen 5 und 11 Grad, im Bergland bleibt es etwas kühler. Gegen Montagabend werde der Wind dann spürbar ausgebremst und ab Dienstag entspanne sich die Lage deutlich.

Update vom Sonntag, 20. Februar 2022, 16:10 Uhr: Sturmtief „Antonia“ wirkt sich, wie schon Sturm „Zeynep“, auch auf den Bahnverkehr aus. In einer Metronom-Pressemeldung heißt es bereits, dass metronom, enno und erixx aufgrund der aktuellen Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis 21:00 Uhr schrittweise ihren Betrieb komplett einstellen.

Es heißt, dass nach 21:00 Uhr keine Züge mehr unterwegs sein werden. Bis Montag, 21. Februar, verkehrt dann auf allen Strecken ein Busnotverkehr. Und nach aktueller Einschätzung wird der Zugverkehr voraussichtlich auch erst am Montag wieder aufgenommen. Extrem betroffen sei unter anderem die Strecke zwischen Hannover* und Hamburg, wo reihenweise Bäume umgekippt sowie kilometerlange Schäden an den Oberleitungen zu verzeichnen sind.

Von Reisen von und nach Hamburg rät die Deutsche Bahn ab. Jedoch würden seit Sonntagvormittag zwischen Hamburg und Hannover wieder Fernverkehrszüge fahren. Allerdings über Bremen mit einer Fahrtzeitverlängerung von einer Stunde. Vor dem Fahrtantritt sollten sich Reisende über das Internet-Angebot der Deutschen Bahn oder bei der kostenlosen Sonderhotline unter 08000 99 66 33 zu informieren.

Vor Sturmtief Antonia in Niedersachsen: Die Orkane Ylenia und Zeynep ziehen Bahnstrecken in Mitleidenschaft

„Seit Beginn der Unwetterserie am Mittwochabend waren zwischenzeitlich insgesamt über 6000 Kilometer des Streckennetzes nicht befahrbar“, so die Bilanz eines Bahn-Sprechers. Derzeit seien noch 874 Kilometer Bahnstrecken von Schäden betroffen, sagte er am Sonntagmittag zur Nachrichtenagentur dpa.

Besonders im Norden und Nordosten Deutschlands müssten Reisende bis mindestens Montagnachmittag mit starken Beeinträchtigungen rechnen. Etwa 2000 Einsatzkräfte seien rund um die Uhr im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und Oberleitungen zu reparieren. Dies könne aber angesichts der Menge nur Schritt für Schritt erfolgen. Fünf Reparatur-Spezial-Züge seien eingesetzt.

Extrem betroffen sei unter anderen die Strecke zwischen Hannover und Hamburg. Hier seien reihenweise Bäume umgemäht und kilometerlange Schäden an den Oberleitungen zu verzeichnen. Zudem müssten Oberleitungsmasten teilweise komplett neu gesetzt werden.

Sturmtief Antonia fegt über Niedersachsen hinweg – Wetterdienste warnen vor Orkanböen

Update vom Sonntag, 20. Februar 2022, 11:00 Uhr: Während Irland und Großbritannien Orkanwinde erwarten müssen, kommt Deutschland einigermaßen glimpflich davon. Antonia wird schwächer ausfallen als Ylenia oder Orkan Zeynep, der mit bis zu 160 km/h über Norddeutschland fegte.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet in der Nacht für Niedersachsen und Bremen mit der Gefahr schwerer Sturmböen um 95 km/h und vereinzelt orkanartiger Böen um 110 km/h. Auch am Montag sind Sturmböen zu erwarten. Da viele Bäume wegen der vielen Stürme in letzter Zeit bereits angegriffen sind, muss damit gerechnet werden, dass wieder Bäume umgeschmissen werden.

Eine Frau geht am frühen Samstagmorgen in Gummistiefeln über den überschwemmten Hamburger Fischmarkt.
Nach „Zeynep“ und „Ylenia“ ist vor Sturmtief „Antonia“: Dieses droht in Europa laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bereits ab Sonntag, 20. Februar 2022 – und könnte reichlich Regen und Unwetter mit sich bringen. (Archivbild) © Hanno Bode/imago

Sturmtief Antonia sorgt für Unwetterwarnung in Niedersachsen: Dauerregen und zeitweise Glätte

Doch es wird nicht der Wind sein, vom dem Gefahr ausgehen wird: Antonia wird Dauerregen für den Norden und Westen mit sich bringen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Unwetter. In Staulagen können bis zu 80 Liter pro Quadratmeter fallen. Das ist mehr als ein ganzer Monatsregen. Im Südwesten Niedersachsens bis Montagabend bringt der Dauerregen mit Unterbrechungen 40 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden.

Zudem sind Montagfrüh und -vormittag durch Schneeregen- und Graupelschauer kurzzeitig Glätte wahrscheinlich, so der Deutsche Wetterdienst.

Erstmeldung vom Samstag, 19. Februar 2022: Magdeburg/Bremen/Hamburg – Ganz Deutschland hat mit Sturm „Zeynep“ und Sturm „Ylenia“ zu kämpfen. Überflutete Innenstädte, eingestürzte Bauten, umgekippte Kräne wie in Bremen* – vielerorts sind Feuerwehr, Polizei und das Technische Hilfswerk (THW) im Dauereinsatz. Ein Moment der Entspannung ist jedoch nicht wirklich möglich. Denn mit Sturmtief „Antonia“ naht bereits die nächste, nicht greifbare und zu lösende Herkulesaufgabe.

Unwetterwarnung für Niedersachsen: Sturm Antonia könnte Dauerregen und Schnee mit sich bringen – Deutscher Wetterdienst (DWD) warnt vor „Nachfolgerin“ von Zeynep

Sturmtief „Antonia“ wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) ab Sonntag, 20. Februar 2022, vorhergesagt. Dies sei mit einer Kaltfront und vereinzelten orkanartigen Böen in der Nacht zum Montag, 21. Februar, in Sachsen-Anhalt verbunden. Das berichtet die dpa unter Berufung auf eine Sprecherin vom DWD.

Zwar hätte der Wind am Samstag, 19. Februar, wieder abgenommen. Doch sei die Gefahr für ganz Deutschland noch längst nicht gebannt. Auf dem Brocken werde es beispielsweise weiterhin sehr stürmisch sein, heißt es vonseiten des Deutschen Wetterdienstes am Samstag.

Sturm Antonia: Laut Wetterprognose könnte Sturmtief bis mindestens Dienstag anhalten – Zugverkehr im Norden schon jetzt stark beeinträchtigt

Sturmtief „Antonia“ ist also auf dem Vormarsch. Wann aber kann wieder von „normalen“ Zuständen hinsichtlich des Wetters ausgegangen werden? Erst ab Dienstag, 22. Februar, werde sich laut Wettervorhersage zumindest etwas beruhigen. Währenddessen sind landesweit die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Und Reisende in Bremen, Hamburg und Niedersachsen von zahlreichen Ausfällen im Bahnverkehr betroffen.

Die Schadensbilanz, verursacht durch „Zeynep“ und „Ylenia“: Fähren konnten die Flüsse nicht überqueren. Straßen und Schienen mussten von umgestürzten Bäumen, herabgefallenen Ästen oder auch weggewehten Planen befreit werden. Dementsprechend waren die Feuerwehren, wie beispielsweise in Hamburg, voll ausgelastet*.

Zeynep spült Strände auf Langeoog und Wangerooge weg – Wetterprognose rechnet mit Schnee

Tatsächlich habe sich die Feuerwehr teilweise regelrecht durchkämpfen müssen, da immer wieder Hindernisse die Straßen blockierten. Zudem hätten die Böen auch etliche Dächer beschädigt. Fast schon Erstaunliches ist von den niedersächsischen Inseln Langeoog und Wangerooge zu berichten, wo fast der komplette Strand durch Sturm „Zeynep“* weggespült wurde.

Unterdessen rechnet der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft mit einem weiteren Anstieg der Wasserstände. Schließlich hatte der DWD für die nächsten Tage bereits Regen und Schnee im Harz vorausgesagt. Wie es vom Landesbetrieb heißt, sei aufgrund der hohen Ausgangslage vor allem an den kleineren Fließgewässern wie der Bode bei Magdeburg ein Erreichen der Richtwerte der Alarmstufe drei möglich.

Drohen durch Sturm Antonia überflütete Straßen wie durch Zeynep?

Bedeutet: Einzelne Straßen könnten, wie schon durch Sturm „Zeynep“, komplett überflutet werden. Aktuell gilt für die Bode am Pegel Wegeleben (Landkreis Harz) bei einem Wasserstand von etwa 1,56 Meter noch die niedrigste Hochwasseralarmstufe eins. Ab der höchsten Alarmstufe vier besteht für die Allgemeinheit laut Hochwassermeldeordnung des Landes Gefahr. (Stand der Daten: 19. Februar 2022, 17:30 Uhr; mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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