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Sie schützte ein Baby in Kabul – jetzt ist die mutige Soldatin tot

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Von: Annabel Schütt

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Die US-Soldatin Nicole Gee hält ein afghanisches Baby im Arm, auf dem Foto ist sie glücklich. Kurz darauf lebt die Soldatin nicht mehr und ihr Bild berührt die Welt.

Kabul – 13 US-Soldaten verloren beim Selbstmordanschlag am Flughafen von Kabul ihr Leben. Unter ihnen auch die 23-jährige Marineinfanteristin Nicole Gee. Nur wenige Tage zuvor ging ein Foto von ihr in den sozialen Medien viral. Ein Foto, das neben den dunklen Stunden, die Soldaten durchleben, auch einen Moment voller Liebe und Geborgenheit einfängt.

Hauptstadt Afghanistans:Kabul
Höhe:1.791 m
Fläche:1.028 km²
Bevölkerung:4,435 Millionen (2020)

US-Soldatin Nicole Gee schützt afghanisches Baby in Kabul: Foto geht in den sozialen Medien viral

Schützend hält US-Soldatin Nicole Gee ein afghanisches Baby im Arm, schirmt es vor den Gräueltaten in der afghanischen Hauptstadt Kabul ab und wiegt es sanft in den Schlaf, während hinter ihr Gewehre an der Wand lehnen. Ein Moment, der einem das Gefühl von Frieden vermittelt, während Ortskräfte nach der Machtergreifung der Taliban um ihr Leben fürchten*. Und vor allem ein Moment, der mit einer Kamera eingefangen wurde und der innerhalb weniger Stunden in den sozialen Medien viral ging.

Eine Flagge weht auf Halbmast zu Ehren der gestorbenen US-Soldaten. Daneben hält US-Soldatin Nicole Gee schützend ein afghanisches Baby im Arm. (24hamburg.de-Montage).
Schützend hält US-Soldatin Nicole Gee ein afghanisches Baby im Arm. Wenige Tage später ist sie tot. (24hamburg.de-Montage © Alex Brandon/picture alliance/dpa & U.S. Marine Corps via AP | Sgt. Isaiah Campbell/picture alliance/dpa

US-Soldatin schreibt zu Baby-Bild: „Ich liebe meinen Beruf“ – es kostet sie das eigene Leben

Nicht nur das US-Verteidigungsministerium verbreitete das berührende Foto, sondern auch Nicole Gee selbst postete das Bild auf ihrem Instagram-Kanal und schrieb dazu: „Ich liebe meinen Beruf.“ Zahlreiche Follower sprachen der selbstlosen US-Soldatin daraufhin auf Instagram ihre Bewunderung für ihren Einsatz in der afghanischen Hauptstadt Kabul aus. Und auch die New York Times (NYT) schrieb: „Es zeigt, wie selbst inmitten des Tumults viele sich die Zeit genommen haben, die Familien am Flughafen zu trösten und zu ermutigen.“

Selbstmordattentat am Flughafen von Kabul: US-Soldatin Nicole Gee stirbt wenige Tage nach Foto mit afghanischem Baby

Nur wenige Tage nach diesem Foto beging der Attentäter des Islamistischen Staats seine schreckliche Tat: Ein Selbstmord-Anschlag riss Nicole Gee, 12 weitere US-Soldaten und dutzende Zivilisten in den Tod. Auf Facebook brachte US-Soldatin Mallory Harrison nun ihre Trauer zum Ausdruck: „Meine beste Freundin, 23 Jahre alt, nicht mehr da. Ich finde Frieden in dem Gedanken, dass sie als Letztes das tat, was sie liebte. Ihr lag etwas an Menschen. Sie liebte. Sie war ein Licht in dieser dunklen Welt.“

Und das war sie, Nicole Gee: Eine der Heldinnen, die Licht und Liebe bringen wollte – mutig und stark. Über das Schicksal des afghanischen Babys ist nichts bekannt. Weder ob seine Mutter oder sein Vater auch in der Nähe waren, noch ob es sich um eines der Kinder handelt, die verzweifelte Afghanen den US-Soldaten über Mauern gereicht hatten. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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