1. 24hamburg
  2. Niedersachsen

„Sehr schwul“: Fords Konter auf miese Farbkritik ist einfach genial

Erstellt:

Von: Ulrike Hagen

Kommentare

Hämisch hetzt ein User gegen die Ford-Farbe: „very gay“. Der Autobauer kontert klug – und bringt den Ford Raptor im Regenbogen-Design auf die Straßen.

Köln – Action speaks louder than words: Zum Kölner Christopher Street Day, der bunten Parade, die in Hamburg 2021* bereits Anfang August stattfand, hat Ford Deutschland den „Very Gay Raptor“ herausgebracht. Der Ford Ranger in Goldglitzer- und Regenbogen-Aufmachung war am Sonntag Teil der traditionellen Parade in Köln. Der Autohersteller konterte damit einen Hass-Kommentar in den sozialen Medien: Ein User hatte die ursprüngliche Lackierung „Performance Blau“ als „very gay“ , also „sehr schwul“ bezeichnet.

Autohersteller:Ford
Gründung:16. Juni 1903, Detroit, Michigan, Vereinigte Staaten
Hauptsitz:Dearborn, Michigan, Vereinigte Staaten
Umsatz:127,1 Milliarden US-Dollar (2020)

Ähnlich wie die Deutsche Bahn, die mit einem Regenbogen-ICE ein Zeichen für die LGBTQI+-Gemeinschaft setzte, und der Stadt Hamburg, die zum CSD mit einer Regenbogenfahne vor „Santa Fu“ Farbe bekannte*, hat sich Ford damit zum Christopher Street Day in Köln deutlich gegen Schwulen-Diskriminierung im Netz positioniert. 23 Jahre nach der Präsentation seiner kultigen Ford Ka Pick-up-Regenbogen-Edition geht der Autohersteller also noch einen Schritt weiter und hat einen Ford Ranger Raptor als „Very Gay Raptor“ gelauncht, übersetzt: „Sehr schwuler Raubvogel“. 

„Very Gay Raptor“-Ford beim CSD strahlt in Regenbogen-Farben

Das Fahrzeug war am am Sonntag heimlicher Star der traditionellen LGBTQIA+-Parade aller lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, queeren, intersexuellen und asexuellen Menschen, der Cologne Pride, in Köln. Der Blickfänger wurde von einem Anbieter für Spezialfolierungen in 60 Arbeitsstunden mit rund 30 Quadratmeter Folie in schrillem Regenbogen- und Goldstaub-Design gestaltet. Das klare Statement hat Geschichte: Insgesamt ist der Autohersteller, der in Deutschland seinen Hauptsitz in Köln hat, bereits zum 25. Mal zum Christopher Street Day in Köln am Start.

Ford-Modell Very Gay Raptor  in Regenbogenfarben und Goldstaub-Lackierung neben dem Ford- Modell Ka in gleicher Aussattung auf einem Parkplatz am Ufer des Rheins
Erstrahlt in Regenbogenfarben und Goldstaub Der „Very Gay Raptor“ neben dem Ford Ka, der bereits 1998 in Regenbogen-Look zum CSD herauskam. © Ford-Werke GmbH
Blick auf den Türgriff und die Autotür vom Ford-Sondermodell „Very Gay Raptor“ zum CSD: seitliche, goldene Glitzer-Lackierung, Ford-Logo mit einem rosa Herz, rechts/links Regenbogenstreifen.
Zum Christopher Street Day in Köln hat Ford den „Very Gay Raptor“ entworfen, eine Spezial-Anfertigung des Ford Ranger Raptor. © Ford-Werke GmbH

Reaktionen auf den CSD-Regenbogen-Ford im Netz: Begeisterung und neue Hate-Posts

Die Reaktionen im Netz? – Überwiegend begeistert: „Lol, all die Hater hier. Auch wenn ich kein Fan solcher Spritschleudern bin, finde ich die Aktion cool und würde mich freuen, damit mal durch die Kölner Innenstadt fahren zu dürfen - allein für die dummen Blicke“, lautet ein Kommentar. Und „Klasse, Ford Deutschland, verlost den bitte. Damit könnte ich mir eine vanlife-Tour durch Europa vorstellen. Fast schon glamping“. Allerdings gibt´s auch erneut verschiedenste Hate-Posts. Beispiel: „Ist echt ne Lachnummer von den Firmen: ,Homos, give us your money´“.

Engagement nicht nur zum CSD: Ford mit eigenem „Diversity“-Netzwerk für LGBT-Mitarbeiter

Ford wird darüberstehen. Denn auch das Ford-Mitarbeiternetzwerk GLOBE (Gay, Lesbian or Bisexual Employees) feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Bereits seit 1996 setzt sich das firmeneigene Netzwerk für die Belange lesbischer, schwuler und bisexueller Beschäftigter ein und hilft aktiv mit, die Ford „Diversity“-Unternehmensphilosophie im Berufsalltag umzusetzen. 

Das klare Ford-Statement reiht sich ein in die wichtige Diskussion um Toleranz und die weltweite Gender-Debatte, bei der auch schon die Lufthansa mitmischt. Dabei geht es vor allem um die Idee, der Diskriminierung durch neue Begriffe, die trans-oder intersexuelle oder nicht-binäre Personen mit einbeziehen, entgegenzuwirken. Sei es das „Austragende Elternteil“ statt Mutter und Vater – oder „Umbenennung von Muttermilch in „Menschenmilch“, damit Elternteile aus der LGBTIQ+-Community sich nicht ausgegrenzt fühlen. Denn: „Action“ gegen Diskriminierung ist wichtig, aber „Words“ haben auch eine große Macht. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare