1. 24hamburg
  2. Niedersachsen

Section Control: Neue Blitzer für Hamburg und Niedersachsen

Erstellt:

Von: Natalie-Margaux Rahimi

Kommentare

Hamburg und Niedersachsen könnten bald neue Blitzer bekommen. Das neue System der Geschwindigkeitsüberwachung heißt: Section Control. Was steckt dahinter?

Hannover – Bereits 2018 wurde das neue System zur Geschwindigkeitsüberwachung in Niedersachsen* getestet. Auf der Bundesstraße B6 in Laatzen bei Hannover installierte die Polizei zwischen den Anschlussstellen Gleidingen und Rethen eine sogenannte „Section Control“*, zu Deutsch: Strecken-Geschwindigkeitsüberwachung. Nun sind die „neuen Blitzer“ für Deutschland zugelassen. Auch in Hamburg* könnte das System also bald installiert werden. Aber was steckt überhaupt hinter „Section Control“?

Stadt in Deutschland:Hannover
Fläche:204 km²
Bundesland:Niedersachsen
Einwohner:536.925 (31. Dez. 2019)

Section Control für Niedersachsen und Hamburg: Das steckt hinter der neuen Art der Geschwindigkeitsüberwachung

Section Control ist eine ganz neue Art der Geschwindigkeitsüberwachung. Denn während bei herkömmlichen Blitzern* auf deutschen Autobahnen oder Innenstädten eine Momentaufnahme geschossen wird, beobachtet die Section Control das Fahrverhalten des Autofahrers über einen längeren Zeitraum hinweg. Der Autofahrer fährt in den Überwachungsraum ein und Kilometer später wieder heraus, das Überwachungssystem errechnet dann eine Durchschnittsgeschwindigkeit und weiß so, ob der Autofahrer zu schnell unterwegs war.

Neue Art Blitzer: Streckenradar Section Control, Die Anlage an der B6 bei Laatzen (Region Hannover).
Neue Blitzer für Hamburg und Niedersachsen! Das steckt hinter Section Control. © localpic/imago images

In der Regel liegen die beiden Überwachungspunkte zwei bis fünf Kilometer auseinander. Diese neue Art von Geschwindigkeitsüberwachung soll den Verkehr nachhaltig beruhigen und so die Unfallquote verringern. Bei herkömmlichen Blitzern bremsen die Autofahrer für gewöhnlich nämlich erst kurz vorher ab, um direkt danach wieder auf das Gaspedal zu treten. Durch Section Control soll sichergestellt werden, dass die Autofahrer über einen längeren Zeitraum hinweg in moderatem Tempo unterwegs sind.

Section Control: Neue Blitzer haben Vor- und Nachteile – Bundesverfassungsgericht sieht keine rechtlichen Probleme

Section Control als neues Geschwindigkeitsüberwachungssystem hat sowohl Vor- und Nachteile. Positiv ist, dass das System das Fahrverhalten der Autofahrer genauer analysiert. Entsprechend können Geschwindigkeitsverstöße auch unterschiedlich sanktioniert werden. Beispielsweise könnten Autofahrer zu höheren Strafen verdonnert werden, wenn sie die Geschwindigkeit über eine längere Strecke überschritten haben. Das herkömmliche Blitzer-Foto lässt dies nicht zu, da es nur eine Momentaufnahme zeigt.

Kritik für Section Control gab es unter anderem wegen des Datenschutzes. So erfasse das System schließlich jeden Autofahrer und dessen Kennzeichen, auch wenn dieser sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält. Der Hersteller versichert allerdings, dass in diesen Fällen die Anonymisierung und Verschlüsselung der Daten aufrechterhalten wird, schreibt fnp.de. Klagen diesbezüglich wurden außerdem vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg, Bundesverwaltungsgericht und schließlich auch vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt*.

Section Control nach Kritik in Deutschland zugelassen – wann werden die neuen Blitzer in Hamburg und Niedersachsen installiert?

Um den Testbetrieb in Niedersachsen überhaupt durchführen zu können, musste allerdings das Niedersächsische Polizeigesetz abgeändert werden. Denn durch Section Control wird in das Recht der informationellen Selbstbestimmung eingegriffen. Für einen solchen Eingriff bedarf es immer einer gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage. Kritisch gesehen wird Section Control außerdem im Hinblick auf Unzuverlässigkeit und Messfehler.

Trotz aller Kritik darf in Deutschland, wie fnp.de berichtet, nun Section Control als Geschwindigkeitsüberwachungssystem eingesetzt werden*. Wann und wo das System installiert werden soll, steht allerdings noch nichts fest. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und fnp.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare