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Schluss mit Sternchen: Gender-Sonderzeichen an Schulen im Norden verboten

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Von: Ulrike Hagen

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Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich - die Debatten um Sinn und Unsinn des Genderns toben. In Schleswig-Holstein ist es an den Schulen ab sofort verboten. 

Kiel/Hamburg – Als wären Kinder durch die Corona-Pandemie nicht schon genug gestraft. Nun müssen Schüler und Schülerinnen auch noch aushalten, dass Gender-Debatten auf ihrem Rücken ausgetragen werden. Denn wo in dem einen Bundesland die sogenannte geschlechtersensible Sprache erwünscht ist, sind Sternchen, Unterstrich und Binnen-I im nächsten nun strikt verboten.

Als erstes Bundesland hat Sachsen zu Beginn des Schuljahres die Verwendung von Gendersternchen und Co. untersagt. Nun zog die Schleswig-Holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) nach. Ab sofort ist Geschlechter-Sprache vom Unterricht in Schleswig-Holstein ausgeschlossen.

Bundesland:Schleswig-Holstein
Größe:15.763 km²
Bevölkerung:2,897 Millionen (2019)
Hauptstadt:Kiel

Schleswig-Holstein: Verbot von Gender-Sonderzeichen an Schulen

Mit Sternchen, ohne Sternchen, gegenderte Taliban und Braunbären als Veganer:innen. Es ist kompliziert. Und die Debatte um die geschlechtssensible Sprache schlägt immer höhere Wellen. Jetzt setzen auch Bildungspolitiker im Vorfeld des Bundestagswahlkampfes auf rigorose Ansagen.

Gender-Verbot von Armin Laschets „Zukunftsteam“-Bildungsexpertin

Nachdem bereits an sächsischen Schulen künftig keine Sonderzeichen für geschlechterneutrale Sprache mehr erlaubt sind, gibt es nun auch das Gender-Verbot für Schleswig-Holsteins Schüler. Die Kieler Bildungsministerin Karin Prien, die Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet am Freitag als Teil seines „Zukunftsteams“ vorgestellt hatte, im „Abendblatt“: „An den Schulen Schleswig-Holsteins wird nach den geltenden Regeln des Rates für deutsche Rechtschreibung gelehrt und bewertet.“ 

Gendern – „kein Teil der deutschen Sprache“

Das heißt: Schüler*innen, SchülerInnen oder Schüler:innen müssen also künftig vor der Klassentür bleiben. Prien stellt klar: Sonderzeichen, Auslassungen, Unterstriche oder Sternchen seien nicht Teil der deutschen Sprache. Es stehe aber es jedem frei, eine weibliche und eine männliche Form oder eine neutrale Ansprache zu benutzen, um auszudrücken, dass beide Geschlechter gemeint seien. Im Klartext: „Schülerinnen und Schüler“ oder „Schulkinder“ sind erlaubt, „Schüler*innen“, „Schüler:innen“ oder „SchülerInnen“ aber eben nicht.

An einem Whiteboard steht das Wort „Lehrer“ in verschiedenen Gender-Schreibweisen.
Ab sofort tabu in Schleswig-Holsteins Schulen: alle Arten der Gender-Schreibweisen. © Uli Deck/dpa/Symbolbild

Gender-Verbot auch für Hamburgs Schulen gefordert

„In der Schule geht es darum, Schülerinnen und Schülern das richtige Erlernen der deutschen Sprache nach den anerkannten Regeln des deutschen Rates für Rechtschreibung zu ermöglichen und nicht darum, einen ideologisch aufgeladenen Kulturkampf in die Klassen zu tragen“, so Prien. Damit wird sie bei Dieter Hallervorden, der Gendern eine „Vergewaltigung“ der Sprache nennt und auch bei Elke Heidenreich, die es verlogen und die Sprache verhunzend nennt, sicher offene Türen einrennen. Nun fordert die Bildungsexpertin, Gender-Sonderzeichen auch in Hamburg und anderen Bundesländern abzuschaffen. Und das, obwohl der rot-grüne Hamburger Senat gerade erst im Juni beschlossen hat, dass die Mitarbeiter der Verwaltung im Schriftverkehr gendern dürfen.

Hamburger Schulbehörde gibt Gender-Entwarnung

Müssen also Hamburgs Schüler nun vor einer Umstellung in den Klassenzimmern bangen? „Für den Unterricht gelten nach wie vor die Vorgaben des Duden, also weder Sternchen noch Doppelpunkt oder Binnen-I“, erklärte Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde der Hansestadt dazu dem „Abendblatt“.

„Gendern ist eine gesellschaftliche Aufgabe“

Dabei bekräftigte sogar der Rat für deutsche Rechtschreibung im Frühjahr 2021, dass es eine „gesellschaftliche Aufgabe“ sei, allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache zu begegnen. Gender-Schreibweisen wie Unterstrich, Sternchen oder den Doppelpunkt wurden aber dennoch bislang nicht empfohlen. Und nun? Spätestens an der Uni müssen Schulabgänger ohnehin gendergerecht umswitchen. Denn dort droht sogar Punktabzug, sind Arbeiten nicht gendergerecht verfasst. Womit dann zumindest Ingo Appelt, der Gendern als „akademisch abgehobene Kacke“ bezeichnet, auf eine spezielle Art ziemlich richtig liegt ... *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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