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Pornosammlung weggeschmissen: Mann verklagt seine Eltern – und kriegt Recht

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Von: Bjarne Kommnick

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Ein Mann aus Michigan hat einen kuriosen Rechtsstreit gegen seine eigenen Eltern gewonnen. Weil sie seine Pornosammlung wegschmissen, wird es nun teuer für sie.

Michigan – Ein Ehepaar aus Grand Haven muss fast 45.000 US-Dollar für die Zerstörung der Pornografiesammlung seines Sohnes zahlen, wie ein Gericht in Michigan angeordnet hat. Der 43-jährige David Werking verklagte seine Eltern, nachdem sie 12 Umzugskartons „voller Pornografie plus zwei Kartons mit Sexspielzeug“ zerstört hatten, die er bei seinem Auszug in ihrem Haus zurückgelassen hatte. Ein Bundesrichter hatte daraufhin entschieden, dass die Eltern Paul und Beth Werking ihrem Sohn den Wert seines Eigentums zurückzahlen müssen. Kuriose Fälle sind im Gericht keine Seltenheit. Im australischen Perth verklagte beispielsweise eine Veganerin ihren Nachbarn, weil der Mann Fleisch gegrillt hatte.

StadtGrand Haven
Bevölkerung10.994
Fläche16,19 km²
US-BundesstaatMichigan

Eltern schmeißen Pornosammlung von Sohn weg – er verklagt sie, sie müssen zahlen

In einer E-Mail an seinen Sohn sagte der Vater Paul Werking: „Ehrlich gesagt, David, ich habe dir einen großen Gefallen getan, indem ich all dieses Zeug für dich losgeworden bin.“ In der ursprünglichen Klage katalogisierte der Sohn 1.605 Einzeltitel pornografischer DVDs und VHS-Kassetten, für die er eine Erstattung verlangte. Es habe auch eine Liste von mindestens 50 Sexspielzeugen und Utensilien gegeben. Um den Wert dieser Gegenstände zu ermitteln, engagierte die Anwältin der Werkings die Pornografieexpertin Victoria Hartmann, die Geschäftsführerin des Erotic Heritage Museums in Las Vegas. Werkings Vater sagte in verschiedenen E-Mails, dass die Pornografiesammlung Darstellungen von inzestuösen sexuellen Beziehungen zusammen mit Darstellungen von Sex mit Minderjährigen und Tieren, sexuellen Übergriffen und Sklaverei enthielt.

USA Gericht in Michigan.
Ein US-Gericht in Michigan verurteilte ein Ehepaar aus Grand Haven. © dpa/Hannes Breustedt

Sammlung hat Gesamtwert über 30.000 Dollar: Eltern müssen Sohn Wert erstatten

Das Sheriff-Büro von Ottawa County überprüfte jedoch das Material und keiner dieser Filme enthielt die vom Vater vermuteten Inhalte. Laut Gerichtsakten konnte Hartmann für rund 100 der Filme keine genauen Wertschätzungen finden, stellte jedoch fest, dass die Gesamtkosten der Pornografie 30.441,54 US-Dollar betrugen. Darüber hinaus müssen die Werkings ihrem Sohn 14.519,82 US-Dollar an Anwaltskosten zahlen. Ein Mann aus Indien verklagte ebenfalls seine Eltern – weil sie ihn geboren haben.

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David Werking forderte das Gericht auf, ihm den dreifachen Wert seines Eigentums zuzusprechen, aber Richter Paul Maloney schrieb in einer Stellungnahme, dass die Zuerkennung des dreifachen Schadens, bekannt als dreifacher Schadenersatz, nicht obligatorisch sei.

Immerhin: Dreifacher Schadenersatz bleibt Eltern erspart

„Das Gericht ist sich der Akte in diesem Fall und seiner Entscheidung über den Antrag des Klägers auf ein summarisches Urteil bewusst, und das Gericht entscheidet sich dafür, nach eigenem Ermessen keinen dreifachen Schadenersatz zuzusprechen“, schrieb Maloney. Ein andere kurioser Streit endete zwar bisher noch nicht vor Gericht, jedoch verlangt eine Frau von ihrem Partner, sich von seiner Katze zu trennen, weil diese Fleisch ist. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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