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Rückenwind für Windräder: Umfrage sieht positiven Trend

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Von: Andree Wächter

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Energie, also Strom aus Windrädern, ist auf einem aufsteigenden Ast. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Weltleitmesse, der Windenergy Hamburg.

Hamburg - Corona, Lieferengpässe und Ukraine-Krieg, die Wirtschaft wird aktuelle ziemlich gebeutelt. Jetzt kommen aus der Windenergiebranche positive Signale. Es geht bergauf, nun auch in Deutschland. Vorher hatten schon die Märkte in Europa, Asien und Nordamerika die Aussichten optimistisch eingeschätzt. Dies geht aus dem neunten Trendindex der Windenergy Hamburg, der Weltleitmesse für Windenergie hervor. „Nach den negativen bis neutralen Ergebnissen der letzten Jahre wird die aktuelle und zukünftige Marktsituation nun als sehr positiv eingeschätzt“, schreiben die Autoren. Der Trendindex wird alle sechs Monate veröffentlicht.

Windkraft BundesländerLeistung in Megawatt (MW)
Niedersachsen11.325
Brandenburg7.320
Schleswig-Holstein6.996

An der Befragung nahmen den Angaben zufolge zwischen dem 14. März und dem 12. April knapp 900 Marktakteure teil. Rund die Hälfte von ihnen geht davon aus, dass der am 24. Februar begonnene Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine kurzfristig negative bis sehr negative Auswirkungen für die Windenergieindustrie haben wird. Auf der anderen Seite erwarten 25 bis 30 Prozent innerhalb von zwei Monaten sogar positive Folgen, etwa 20 Prozent rechnen nicht mit Veränderungen.

Wurde der deutsche Markt den Angaben zufolge im Herbst vergangenen Jahres für die Onshore-Windenergie, noch verhalten mit leicht negativen Werten gesehen, schätzen die Marktteilnehmer diesen nun als sehr positiv ein. Onshore sind Windräder an Land. Sie sehen Spitzenwerte für die kommenden 24 Monate.

Windräder auf dem Wasser: Deutschland mit Zuwächsen

Bei der Frage nach der aktuellen Marktsituation in der Offshore-Windindustrie, also der Windräder auf dem Wasser, gewinnen alle Regionen deutlich hinzu und liegen im positiven bis sehr positiven Bereich. Auch dort verzeichne Deutschland die größten Zuwächse.

Mehr als 55 Prozent sehen überdies eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Windenergie in den kommenden zwei Jahren eine wesentliche Rolle bei der Produktion von grünem Wasserstoff spielen wird. Das entspreche in etwa den Werten vergangener Umfragen. Grüner Wasserstoff als Energielieferant für Mobilität, Wärmeversorgung und industrielle Produktionen ist eines der zentralen Elemente auf dem Weg zu Klimaneutralität. Die Autobauer wie VW entdecken den Wasserstoff ebenfalls wieder als Alternative zur Batterie.

Zwei Windräder und eine Hochspannungsleitung stehen hinter einem blühenden Rapsfeld im Landkreis Hildesheim.
Die Energiewende wird vermutlich nur klappen, wenn genügend Windräder gebaut werden. © Mia Bucher/dpa

Die Einsparpotenziale durch neue Technologien würden mit mittel bis hoch eingeschätzt, wobei die Möglichkeiten bei der Offshore-Windindustrie deutlich größer seien als bei der Onshore-Windindustrie.

Die Messe arbeitet bei der Erstellung der Studie mit einem Marktforschungsinstitut zusammen. Sie hatten die letzten Daten Mitte November veröffentlicht. Damals war ein positiver Trend in der Umfrage schon zu erkennen.

Windenergy Hamburg ist nach eigenen Angaben das weltweit größte Branchentreffen der Windindustrie. Die Messe ist für den Zeitraum 27. bis 30. September geplant. Sie findet alle zwei Jahre statt.

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