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Wann wird die Sonne die Erde verschlingen?

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Von: Matthias Udwardi

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In ferner Zukunft wird unsere Sonne erlöschen und sich davor um ein Vielfaches aufblähen. Die Erde wird zum unbewohnbaren Wüstenplaneten.

Washington D.C., USA – In vielen Hollywoodfilmen wird das Ende der Erde und unserer Zivilisation auf vielfältige Weise dargestellt. In unzähligen Szenarien wird die Menschheit etwa durch einen Atomkrieg, einen Meteoriteneinschlag, eine tödliche Krankheit oder gar durch wandelnde Tote dahingerafft. Doch die Realität ist weitaus beängstigender. Und unausweichlich. Die Sonne, der lebensspendende Himmelskörper im Zentrum der Milchstraße, wird eines Tages „sterben“. Und ihre nächsten Planeten, darunter auch die Erde, mit in den Tod reißen.

Name:Sonne
Klassifizierung:Stern
Oberflächentemperatur:5778 K
Radius:696.340 km
Alter:4,603 × 10^9 Jahre (4,6 Mrd. Jahre)
Masse:1,989 × 10^30 kg
Helligkeit:−26,74 mag

Die Sonne ist ein riesiger Kernfusionsreaktor, der in erster Linie aus Wasserstoff besteht und diesen in Helium umwandelt. Die dabei entstehende Strahlung ermöglicht erst das Leben auf der Erde. Wie das funktioniert erklärt unter anderem Prof. Barbara Ryden von der Ohio State University im Detail. Doch wenn der „Treibstoff“ zu Ende geht, wird sich die Sonne verändern und das Schicksal der Erde besiegeln. Der „Gelbe Zwerg“ wird sich aufblähen und in einen „Roten Riesen“ verwandeln. Das wird laut Forschern der Cornell University in ungefähr einer Milliarde Jahren der Fall sein.

Wann wird die Erde von der Sonne zerstört?

Durch diese Ausdehnung wird die Sonne die Planeten Merkur und Venus verschlucken und die Erde verbrennen. Alles Leben auf dem blauen Planeten wird auf einen Schlag ausgelöscht. Die Sonne verliert nach der Ausdehnung ihre äußeren Schichten und schrumpft dadurch zu einem „Weißen Zwerg“, der ungefähr die Größe der Erde hat und etwa 100.000 Grad heiß ist,. erklärt unter anderem die europäische Weltraumbehörde Esa.

Die Sonne als roter Riese und ein Lavastrom bei einem Vulkanausbruch
Bei ihrem „Tod“ verbrennt die Sonne unsere Erde. Übrig bleibt ein unbewohnbarer Lavaplanet (24hamburg.de-Montage). © Usgs/dpa & M. Gann/imago

Doch laut der Berechnung von Wissenschaftlern haben wir noch jede Menge Zeit, bevor dieses Endzeitszenario Realität wird. Die Autoren Schröder und Robert Connon Smith haben mit Einberechnung des Klimawandels die Zukunft von Erde und Sonne 2008 noch einmal neu berechnet.

Das Alter des Universums wurde von vielen Wissenschaftlern mit unterschiedlichsten Methoden berechnet. Derzeit sind sich Astrophysiker mittels radiometrischem Verfahren größtenteils einig, das Alter des Universums sei ungefähr 13,7 Milliarden Jahre. Die Milchstraße ist 12 Milliarden Jahre und die Sonne ungefähr 4,54 Milliarden Jahre.

Unter den Sternen im Universum, welche ungefähr die gleiche Masse wie unsere Sonne haben, beobachten Wissenschaftler ein regelmäßiges Massensterben. Sie können so auf die verbleibende Zeit unseres Fixsterns schließen. Demnach erlischt unsere Sonne in etwa fünf bis sieben Milliarden Jahren.

Wie lange existiert die Erde noch?

Bereits vor dem Tod unserer Sonne wird die Erde aber womöglich schon unbewohnbar werden. Glaubt man beispielsweise den Forschern der Universität Toronto, dann verdampfen bereits in etwa 850 Millionen Jahren die Ozeane unseres blauen Planeten aufgrund der steigenden Temperaturen.

In etwa vier Milliarden Jahren steht uns dann eine Kollision von unvorstellbarem Ausmaß bevor. Unsere Milchstraße und die Andromeda-Galaxie werden frontal aufeinander prallen und verschmelzen laut der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa. Bereits jetzt rast Andromeda mit circa 400.000 Kilometern pro Stunde auf uns zu. Doch es gibt Entwarnung: Von den mehreren Milliarden Himmelskörpern in beiden Galaxien werden nur etwa einhundert miteinander kollidieren.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Erde ändert sich dadurch jedoch der beobachtbare Sternenhimmel beträchtlich. Die Leute werden dann auf die von vielen liebevoll genannten „Milchdromeda“-Gestirne hinaufblicken. Auch der Blick auf zwei Sonnen ist dann denkbar. Die einzige Gefahr, die von der Verschmelzung der beiden Galaxien auf die Erde ausgeht, ist, dass sie einem schwarzen Loch oder einem Stern zu nahe kommt. Doch das halten Forscher für sehr unwahrscheinlich.

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Nicht auszuschließen ist außerdem, dass jederzeit ein Asteroid die Erde treffen und die Menschheit auf eine harte Probe stellen könnte. Erst kürzlich veränderte der Asteroid Apophis seine Flugbahn* und kam der Erde gefährlich nahe. Außerdem wurde die Flugbahn des Asteroiden Bennu von der Nasa neu berechnet. Auch er wurde als gefährlicher eingestuft als bisher erwartet. Nicht zuletzt deshalb suchen Wissenschaftler seit Jahren nach anderen bewohnbaren Planeten, die sich von der Erde jedoch sehr unterscheiden können*.

Die Zukunft der Erde und des Universums

Für die Menschen in der Zukunft, die vor dem letzten Aufbäumen der Sonne flüchten konnten, steht aber eine letzte unüberwindbare Hürde bevor: Das uns bekannte Universum löst sich buchstäblich auf. Laut planet-wissen.de wird in 10^13 Jahren (eine Zehn mit dreizehn Nullen) auch der letzte Stern seinen Brennstoff verbraucht haben. In 10^14 Jahren werden sich auch keine neuen Sterne mehr bilden. Das Universum versinkt in Dunkelheit und kühlt auf minus 270 Grad Celsius ab.

Die Forscher glauben, dass das Universum in 10^36 Jahren auf atomarer Ebene zerfallen wird. Was danach passiert, darüber können Wissenschaftler nur mutmaßen. Verschiedene Theorien besagen, dass sich das Universum wieder zusammenziehen könnte und es einen neuen Urknall geben wird. Andere gehen davon aus, dass das Universum ewig weiter expandieren wird. Doch egal, welche Theorien zutreffen, in rund 10^100 Jahren wird es laut planet-wissen.de im Universum kein Leben mehr geben. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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