Impfverweigerer werden zur Gefahr

RKI warnt vor Delta: Nur diese Impfquote kann die vierte Corona-Welle verhindern!

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Das RKI warnt vor der Delta-Variante: Um eine vierte Corona-Welle im Herbst zu vermeiden, müsse die Impfbereitschaft in Deutschland weiterhin steigen.

Berlin – Die Delta-Variante breitet sich bundesweit weiterhin rasant aus. Nur die Einhaltung der Corona-Maßnahmen könne die Mutation aufhalten, ist sich das Robert-Koch-Institut sicher. Es brauche eine hohe Immunisierung, um im Herbst eine vierte Corona-Welle zu vermeiden. Bislang hätten rund 56 Prozent der Deutschen eine Erstimpfungen erhalten, etwa 39 Prozent seien vollständig geimpft. Doch, dem RKI zufolge bedarf es einer deutlich höheren Impfquote, damit ein erneuter Lockdown im Herbst abgewendet werden kann.

Corona-Impfungen in Deutschland:Quelle: Our World in Data, Stand: 4. Juli 2021
Verabreichte Dosen77,3 Mio.
Vollständig geimpft32,4 Mio.
% der Bevölkerung vollständig geimpft39,0 %

Kampf gegen Delta-Variante: RKI hofft auf hohe Impfbereitschaft

In einer aktuellen Prognose legt das Robert-Koch-Institut Zahlen offen, wie hoch die Impfquote sein muss, um die Delta-Variante, die in Urlaubsländern bereits für Einschränkungen sorgt*, zu stoppen. Demnach müssten rund 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen vollständig geimpft sein, bei Menschen ab 60 Jahren gar 90 Prozent. Sollte das Ziel nicht erreicht werden, könnte im Herbst eine vierte Corona-Welle drohen.

Doch das RKI zeigt sich zuversichtlich: „Bei rechtzeitigem Erreichen dieser Impfquote scheint eine ausgeprägte 4. Welle im kommenden Herbst/Winter unwahrscheinlich.“ Grundsätzlich sehen die Wissenschaftler die aktuelle Impfkampagne in einem positiven Licht. Umfragen, die zwischen Mitte Mai und Anfang Juni geführt wurden, ließen auf eine hohe Impfbereitschaft schließen, die die „im Modell identifizierten Zielimpfquoten erreichbar erscheinen lassen“.

RKI fordert: Ungeimpfte Menschen müssen Impfangebot wahrnehmen

Das Institut sei also optimistisch gestimmt, doch bleibt vorsichtig. Ihre Forderung: Ungeimpfte Personen müssen im Sommer ihre Impfmöglichkeiten wahrnehmen. Im Zuge dessen sei es nun besonders wichtig, dass genügend Impfstoffe zur Verfügung stehen. Gleichermaßen müsste sich die Bevölkerung auch weiterhin an die geltenden Corona-Maßnahmen halten. Vor allem die einsetzende Impfmüdigkeit, die tausende Termine verstreichen lässt, sieht das RKI kritisch.

Es mache sich der Trend bemerkbar, dass viele Menschen lieber in den Urlaub fahren, statt ihren Impftermin wahrzunehmen. Besorgniserregend sei auch das Schwänzen der Zweitimpfung. So reiche eine erste Impfung insbesondere gegen die gefährliche Delta-Variante, die auch im Norden um sich greift*, nicht aus. Selbst mit einer ersten Impfdosis könne der Verlauf einer Ansteckung mit der Delta-Mutation tödlich enden.

Das RKI rund um Prof. Dr. Lothar H. Wieler hofft auf eine hohe Impfbereitschaft. (24hamburg.de-Montage)

Bundesregierung wird keine Bußgelder für Impfschwänzer verhängen

Um die Impfbereitschaft steigern zu können, sprach sich zuletzt Kassenärzte-Chef Andreas Gassen für mehr Freiheiten für Geimpfte aus. Darüber hinaus wurden die von Karl Lauterbach geforderten Sanktionen für Impfschwänzer debattiert. Doch wie am Nachmittag des 5. Julis bekannt wurde, ist zumindest letztere Überlegung definitiv keine Option mehr. Regierungssprecher Steffen Seibert verkündete, dass es demnach keine Planungen für Bußgelder gäbe.

Hoffnungen, dass geimpfte Menschen schon bald mehr Freiheiten genießen könnten, erteilt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn derweil zumindest vorerst auch eine Absage. Erst wenn alle ein Impfangebot hätten, dürfte es eine Rolle spielen, inwiefern Corona-Beschränkungen für Geimpfte fallen könnten. Im Gegensatz zu Konzerten, die nur für Geimpfte stattfinden könnten, wird die Aufhebung der Corona-Maskenpflicht dennoch weiterhin heiß diskutiert. Spätestens im Herbst könnte es so weit sein – sofern die Impfbereitschaft dieses Vorhaben zulässt. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa und Marcus Brandt/dpa

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