Corona-Impfungen

Politiker fordert: „Alltag für Ungeimpfte muss unangenehmer sein“

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Bundesweit stagniere die Impfbereitschaft, so Rostocks Oberbürgermeister. Um Verweigerer zur Corona-Impfung zu bewegen, fordert der Politiker nun Konsequenzen.

Rostock/Berlin – Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen blickt sorgenvoll auf die aktuelle Impfkampagne. Zunächst bestand noch ein großer Andrang, doch mittlerweile stagniere die Bereitschaft, sich impfen zu lassen. Insbesondere im Hinblick auf eine potenzielle vierte Corona-Welle im Herbst ruft der Politiker nun zu Besonnenheit auf.

Corona-Impfungen in Deutschland:Quelle: Our World in Data, Stand: 23. Juni 2021
Verabreichte Dosen insgesamt69,5 Mio.
Vollständig geimpfte Personen27,8 Mio.
Vollständig geimpft (%)33,5 %

Aktuell ist es vor allem die Ausbreitung der Delta-Variante, die auch in Hamburg große Sorgen bereitet*. Nur mit verschärften Konsequenzen für Impfverweigerer könne man Erfolge im Kampf gegen das Corona-Virus verzeichnen: „Der Alltag für Ungeimpfte muss unangenehmer sein“, so der Politiker.

Politiker fordert Impf-Pflicht: „Du willst nach Malle? Okay. Aber bitte nur geimpft“

Politiker Claus Ruhe Madsen ist sich sicher, „in aller Regel haben wir es selbst in der Hand, ob wir uns infizieren oder nicht“. Geht es nach dem Rostocker Oberbürgermeister, sollten keine neuen Verbote erlassen werden. Vielmehr müsse sich jeder Mensch seiner Eigenverantwortung bewusst sein und im Kampf gegen das Coronavirus* die bekannten Abstandsregeln wahren.

Zu den notwendigen Maßnahmen, die jeder Bürger verinnerlicht haben sollte, zählt der Politiker auch die Corona-Impfungen. Für Impfverweigerer, von denen in den USA kürzlich einige ihren Job verloren, fordert Madsen nun Konsequenzen. Ihnen soll „der Alltag unangenehmer“ gemacht werden. Die Maßnahmen sollten jedoch nicht nur in Deutschland gelten. So setzt sich Madsen etwa dafür ein, für den Urlaub im Ausland eine Corona-Impfung verpflichtend machen. „Du willst nach Malle? Okay. Aber bitte nur geimpft“, forder Rostocks Oberbürgermeister.

Rostocks Oberbürgermeister fürchtet eine vierte Corona-Welle im Herbst

Laut Rostocks Oberbürgermeister sei das größte Problem, „dass es immer mehr Menschen gibt, die sich weigern, sich impfen zu lassen“. Dass womöglich zu wenige Impf-Termine vorhanden seien, streitet der aus Dänemark stammende Politiker ab. Erst vor kurzem hatte etwa Hamburgs Impfzentrum 52.000 neue Termine vergeben*. In den Impfzentren von Mecklenburg-Vorpommern macht er vielmehr die Beobachtung, dass viele darauf spekulieren, „ob es nicht doch auch ohne geht“. Im Zuge dessen würden immer mehr Impf-Termine verfallen, die ohne eine Absage nicht wahrgenommen werden.

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen fordert einen harten Umgang mit Ungeimpften.

Mit einem strengen wie konsequenten Umgang möchte der Politiker ein Zeichen dafür setzen, wie unvermeidlich eine Corona-Impfung für einen Ausgang aus der Corona-Pandemie ist. „Wir müssen die Impfmotivation hochhalten, sonst kriegen wir im Herbst wieder große Probleme“, appelliert der Politiker. Auch wenn Schnelltests laut RKI oft ein fehlerhaftes Ergebnis bei der Delta-Variante anzeigen* können, sei es darüber hinaus wichtig, dass die Testpflicht auch weiterhin bestehen bleibt.

EM 2021: Politiker zeigt Verständnis für volle Fußballstadien

Während Madsen für einen härteren Umgang mit Ungeimpften plädiert, zeigt er sich gegenüber Fans der EM 2021* solidarisch. Dass es nicht vorteilhaft sei, „wenn man die Leute ausgerechnet jetzt durch ganz Europa von einem Stadion zum anderen fliegen lässt“, weiß auch der parteilose Politiker.

Dennoch sollte man einen Kompromiss finden, der den Menschen nicht alles verbietet. „Man muss den Menschen vernünftige Angebote bieten. Sonst suchen sie sich ihre Wege – und die sind dann womöglich nicht ganz so vernünftig“, so Rostocks Oberbürgermeister. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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