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Nordmole in Bremerhaven eingesackt – Moleturm wird Samstag untersucht

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Von: Johannes Nuß

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Ein Beobachter schauen auf den schief stehenden Moleturm in Bremerhaven.
Teile der Nordmole in Bremerhaven sind in der Nacht zum Donnerstag eingesackt. © Sina Schuldt/dpa

Die Maritimen Tage 2022 in Bremerhaven laufen auf vollen Touren, da stürzt mit der Nordmole ein Stadt-Wahrzeichen ein. Samstag wird der Leuchtturm untersucht.

Update von Freitag, 19. August 2022, 12:12 Uhr: Bremerhaven – Die rote Kuppel des schiefstehenden Moleturms in Bremerhaven soll nach vorläufiger Planung am Samstag, 20. August 2022, von Sachverständigen untersucht werden. Das teilte der Sprecher des Hafenbetreibers Bremenports am Freitag mit. Für die Untersuchung solle ein Ponton – eine schwimmende Plattform – genutzt werden, auf dem zwei Kräne stehen. Die Sachverständigen sollen den Angaben zufolge in Arbeitskörben zur der Kuppel herabgelassen werden, berichtet kreiszeitung.de.

Nordmole in Bremerhaven eingesackt: Moleturm wird Samstag untersucht

Mit der Begutachtung solle herausgefunden werden, ob und wie sich die denkmalgeschützte Kuppel unbeschadet von dem Mauerwerk des Turms lösen lasse. Falls keine neuen Probleme auftreten, soll die Kuppel Ende kommender Woche abgebaut werden. Danach soll der Turm abgetragen werden. (dpa)

Update von Freitag, 19. August 2022, 09:30 Uhr: Bremerhaven – Der von Einsturz bedrohte schiefe Moleturm an der Einfahrt zum Fischereihafen in Bremerhaven steht noch. Die Mole sei nicht weiter abgesackt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. In der Nacht zum Donnerstag hatte sich die Nordmole, an deren Spitze das Leuchtfeuer mit dem roten Haupt steht, abgesenkt – der rund 20 Meter hohe Turm geriet in eine bedrohliche Schieflage.

Nordmole in Bremerhaven eingesackt: Leuchtturm steht noch

Nach Angaben des Hafenbetreibers Bremenports ist nicht abzusehen, ob der Leuchtturm in den kommenden Tagen kippen werde. Das Bauwerk soll voraussichtlich bereits am Wochenende mit schwerem Gerät abgetragen werden. Im Laufe des Tages solle ein Kran aufgebaut werden, sagte der Polizeisprecher. (dpa)

Erstmeldung von Donnerstag, 18. August 2022, 14:33 Uhr: Bremerhaven – Aufregung in der Stadt Bremerhaven in Bremen: Teile der Nordmole sind in der Nacht zum Donnerstag eingesackt. Derzeit sei die Wasserschutzpolizei damit beschäftigt, den nun schiefen Moleturm zu sichern, damit dieser nicht einstürzt, sagte ein Sprecher am Morgen. Die Einfahrt zur Geeste sei deshalb gesperrt worden. Betroffen sind aktuell der Fischereihafen und die Werften.

Nordmole in Bremerhaven eingesackt: Fährbetrieb der Weserfähre musste wegen Leuchtturm eingestellt werden

Und das auch noch ausgerechnet während des größten Fests des Jahres in der Stadt. Seit Mittwoch laufen in Bremerhaven die Maritimen Tage 2022. Über das Wochenende werden noch mehrere zehntausend Besucher in der Seestadt erwartet.

Auch der Fährbetrieb der Weserfähre musste eingestellt werden. Wie die Reederei mitteilte, ist Ersatzverkehr geplant. Die nötige Dauer der Sperrung blieb zunächst unklar. Der betroffene Bereich war offenbar bereits seit Jahren baufällig.

Es war befürchtet worden, dass der Moleturm noch am Mittag mit Einsetzen der Ebbe einstürzen könnte. Wie es heißt, könnte dies passieren, wenn der Wasserdruck nachlässt. Diese Befürchtung bewahrheitete sich zunächst nicht.

Nordmole in Bremerhaven eingesackt: Gewitter könnten Sicherungsarbeiten am Leuchtturm beeinträchtigen

Es wäre nicht das erste Bremerhavener Wahrzeichen, das in jüngster Vergangenheit Geschichte werden könnte. 2019 wurde der Traditionssegler „Seute Deern“ im Alten Hafen von Bremerhaven durch ein Feuer vernichtet.

Sollte der Turm die Ebbe überleben, sei er womöglich trotzdem nicht mehr zu retten, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei dem NDR. Derzeit ist man in Bremerhaven froh, dass man es während der Sicherungsarbeiten nicht auch noch mit Wind und Sturm zu tun hat. Das könnte sich allerdings bald ändern, hat doch der Deutsche Wetterdienst heftige Gewitter für den Donnerstagnachmittag im Nordwesten vorhergesagt. Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) will sich am Nachmittag selber ein Bild vor Ort machen und hat eine Pressekonferenz vor Ort angekündigt.

Moleturm in Bremerhaven droht zu stürzen - Rückbau ab Wochenende?

Das Absacken der Mole habe man nicht vorhergesehen, sagte Howe. „Gleichwohl wussten wir seit einigen Jahren schon, dass die Standsicherheit der Mole und damit natürlich auch die Standsicherheit des Turmes gefährdet ist.“ Denn die Mole und auch der Molenkopf, auf dem der Turm steht, sind nach Angaben von Bremenports auf Holzpfählen gegründet. Untersuchungen zeigten, dass diese unter der Mole abgängig seien. Deswegen war die Mole für Besucher auch gesperrt.

Da aber der Molenkopf einst zusätzlich mit Spundwänden abgesichert wurde, ließen sich die Holzpfähle dort nicht untersuchen, erklärte Howe. Bei Niedrigwasser hätten die Pfähle dort nun offenbar versagt. „Wir waren eigentlich nach unseren Bauwerksinspektionen der guten Annahme, dass der Turm standsicher ist, standsicherer ist, als die eigentliche Mole“, sagte Howe. Das nächste Niedrigwasser am Donnerstagnachmittag, das Druck von dem Bauwerk nahm, überstand der Turm, ohne sich weiter zu neigen.

Am Donnerstagabend wurde der seit dem Morgen gesperrte Schiffsverkehr an der Einfahrt in den Fluss Geeste und in den Fischereihafen für die Berufsschifffahrt und die Weserfähre von Bremerhaven nach Nordenham (Blexen) wieder freigegeben. Die Geeste mündet an der Molenspitze in die Weser. Auf der Weser war der Fährverkehr nicht eingeschränkt.

„Es war heute Morgen natürlich, als ich das gehört habe, ein großer Schreck, weil ein Wahrzeichen von Bremerhaven einzustürzen droht“, sagte Bremens Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD). Ein Krisenstab sei daraufhin zusammengekommen - es habe eine „sehr gute Abstimmung“ zwischen Bremenports, dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt und dem Hafenamt gegeben. Die Unglücksstelle wurde mit Bojen abgesichert. Veränderungen am Turm werden zudem überwacht.

„Möglicherweise hätten wir den Turm vorher abbauen müssen“, gab Schilling auf Nachfrage zu. Diese Frage müsse aber Bremenports beantworten. Nun müsse es darum gehen, den Turm so schnell wie möglich abzubauen. Das sei auch nötig, um die Nordmole wie geplant zu sanieren. «Die Baumittel stehen zur Verfügung und wir hoffen auf einen Baubeginn 2024“, sagte die Senatorin.

Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) zeigte sich angesichts des Schadens entsetzt und übte scharfe Kritik. „Wenn man zynisch sein wollte, könnte man sagen, das war ein Desaster mit Ansage. Ich habe seit Jahren die Verantwortlichen im Senat und bei Bremenports dringlich auf die Notwendigkeit der Sanierung der Nordmole hingewiesen, aber leider ist nichts Sichtbares passiert“, sagte der Rathaus-Chef in einer Mitteilung am Donnerstag. „Was nun geschehen ist, schadet der Stadt Bremerhaven.“

Auch die Bremer FDP kritisierte, die Einfahrt in den Fischereihafen hätte früher gesichert werden müssen. Dem Bremer Senat sei seit Langem bekannt gewesen, dass die Nordmole einsturzgefährdet ist, sagte der hafenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hauke Hilz, in einer Mitteilung. „Sehenden Auges wurde in Kauf genommen, dass es zum heutigen Absacken gekommen ist. Es ist nicht hinnehmbar, dass so der gesamte Fischereihafen nicht zugänglich ist.“

Das Absacken der Nordmole ereignet sich ausgerechnet zu den maritimen Tagen, dem Hafenfest der Stadt an diesem Wochenende. Mehr als 80 verschiedene Segel-, Motor- und Dampfschiffe sollen zu sehen sein. Das Programm findet allerdings etwas abseits der Nordmole rund um den Alten und Neuen Hafen statt.

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