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Sprengung von Geldautomaten: Rekordwert in Niedersachsen

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Von: Johannes Nuß

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In Niedersachsen hat es in diesem Jahr so viele Sprengungen von Geldautomaten gegeben, wie noch nie zuvor. Seit 2015 hat sich der Wert verdoppelt.

Hannover – Immer wieder kommt es vor, dass Verbrecher in Niedersachsen Geldautomaten sprengen, um an deren Inhalt zu gelangen. Das geht meiste mit einer wesentlichen Verwüstung der jeweiligen Bankfiliale einher, ähnlich wie jüngst in Ottersberg (Landkreis Verden). Bereits seit 2015 wird darüber eine Statistik geführt und schon jetzt hat die Anzahl der Sprengungen in diesem Jahr mit 60 die von vergangenem Jahr (55) übertroffen. Seit Erfassung der Statistik im Jahr 2015 haben sich die Fälle sogar verdoppelt, wie das Landeskriminalamt in Hannover auf Anfrage mitteilte. Zuerst hatte die Hannoversche Allgemeine Zeitung am Dienstag darüber berichtet.

Sprengung von Geldautomaten: Rekordwert in Niedersachsen seit Erfassung der Statistik

Dem LKA zufolge wird die Jahresstatistik erst seit 2015 erfasst. Damals war der Wert mit 30 Taten noch halb so niedrig wie heute. In den Jahren zuvor habe es lediglich einzelne Sprengungen gegeben – von einem Phänomen habe man damals noch nicht sprechen können.

Der Eingangsbereich einer Filiale der Deutschen Bank in Verden ist mit einem Band abgesperrt.
Seit 2015 hat sich die Anzahl der gesprengten Geldautomaten – wie hier im Bild in der Filiale der Deutschen Bank 2020 in Verden – pro Jahr verdoppelt. © dpa/Archiv

Die Politik will Banken nun in die Pflicht nehmen, die Geldautomaten besser vor Sprengungen zu schützen. Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) etwa hatte kürzlich erklärt, im Ausland gebe es diese Angriffe fast gar nicht mehr, weil die Geldautomaten präpariert seien: „Versucht jemand den Automaten zu sprengen, verklebt das Geld und wird damit unbrauchbar“, sagte sie.

Sprengung von Geldautomatem: Innenminister der Länder beraten ab heute darüber in Hannover

Von Mittwoch an befassen sich die Innenminister der Länder mit der Thematik bei der Innenministerkonferenz in München. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Justizministerin Wahlmann streben laut Hannoverscher Allgemeiner zudem eine Bundesratsinitiative an, um die Taten einzudämmen. (mit Material der dpa)

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