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Niedersachsen bereitet dritte Corona-Impfung für Senioren vor

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Von: Mirja Mader

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Niedersachsen bereitet sich darauf vor, ab Herbst mit mobilen Teams erneut Senioren- und Pflegeheime anzufahren, um eine auffrischende Corona-Impfung durchzuführen.

Hannover – Die Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer hatten im Juli mitgeteilt, dass sie davon ausgehen, dass die Schutzwirkung ihres Vakzins nach einem halben Jahr nachlässt. Eine dritte Impfung könnte erforderlich werden. Das Land Niedersachsen bereitet sich nun auf genau diese Auffrischungsimpfung vor. Ab dem Herbst sollen Menschen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen ihre dritte Spritze erhalten.

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:8.003.421 (31. Dezember 2020)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) erklärte am Dienstag, 27. Juli 2021 in Hannover, dass es im Herbst zu Auffrischungsimpfungen kommen müsse. Das Robert-Koch-Institut (RKI) – in Abstimmung mit dem Paul-Ehrlich-Institut und der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) – sei darum gebeten worden, eine Empfehlung zu erarbeiten.

Gleichzeitig stellte die Landesregierung kleinere Änderungen der aktuellen Corona-Verordnung vor*, die eine differenziertere Verschärfung der Regeln in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten ermöglicht. Das kommt aktuell vor allem dem Landkreis Lüneburg zugute, der bundesweit die höchste Inzidenz hat. Ursache dafür ist eine Abi-Feier, an der eine unwissentlich mit dem Coronavirus infizierte Person teilgenommen hatte.

Erster Einsatz: Corona-Auffrischungsimpfung für Senioren – mobile Teams statt großer Impfzentren

„Zu Ende September werden die großen Impfzentren schließen“, kündigte die Gesundheitsministerin an. Stattdessen würden mobile Teams installiert werden. Ihr erster Einsatz werde dann der in Alten- und Pflegeheimen werden. Dort war im vergangenen Dezember und zum Jahresbeginn 2021 mit den Impfungen begonnen worden. Wie auch bei den ersten beiden Dosen würde dann auch die dritte mithilfe von mobilen Teams verabreicht werden. Losgehen soll es nach dem Sommer im Oktober, sagte Behrens.

Zu Ende September werden die großen Impfzentren schließen.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD)

Auch wenn der Hersteller zur Auffrischungsimpfung rät, ist sich die Wissenschaft über die Notwendigkeit noch nicht einig. Nach der Ankündigung von Biontech/Pfizer erklärte die EMA noch vor rund drei Wochen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass es noch zu früh sei, zu bestätigen, dass eine dritte Dosis bei Corona-Impfstoffen notwendig sei.

Dritte Corona-Impfung: Forscher noch skeptisch bei der Notwendigkeit einer Covid-19-Auffrischungs-Impfung

Auch Forschern und der Politik in Deutschland fehlte noch eine ausreichende Datengrundlage. Diskutiert wurde sie bislang nicht für alle, sondern für ältere Menschen sowie solche mit geschwächtem Immunsystem.

„Die Wahrscheinlichkeit ist aus unserer Sicht hoch“, sagte Oliver Grimm, Sprecher des Gesundheitsministeriums, am Mittwoch über die mögliche Notwendigkeit einer weiteren Impfdosis für Bewohnende von Senioren- und Pflegeheimen. Das Land bereite sich daher organisatorisch auf die Auffrischungsimpfungen vor und sei dazu in Gesprächen mit den Kommunen.

Ein Schild weist auf den Wartebereich im mobilen Impfzentrum hin.
Mit dem Angebot von mobilen Impfteams soll der Zugang zur Impfung erleichtert werden. Ab Oktober sollen diese Teams auch die Auffrischungsimpfung in Pflege- und Seniorenheimen übernehmen. © Philipp Schulze / picture alliance / dpa

Die US-Gesundheitsbehörden machten kurz nach dem Statement von Pfizer und Biontech deutlich, dass Amerikaner, die vollständig geimpft seien, derzeit keine Auffrischungsimpfung benötigten. Forscher der Washington University in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri haben nach Berichten der New York Times zudem offenbar herausgefunden, dass die Impfungen mit den Vakzinen von Biontech und Moderna einen jahrelangen Schutz gegen das Coronavirus bieten könnten.

Kommt neben der Grippe-Impfung auch eine jährliche Corona-Impfung?

Voraussetzung für die dritte Impfung sei, dass es bis dahin ein zugelassenes Vakzin für die Auffrischungsdosis gebe. Behrens rechnet damit, dass der Schutz ähnlich einer Grippeimpfung jährlich erneuert werden muss, erklärte in Hannover am Dienstag aber auch, dass dazu noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen würden. Diese werde es voraussichtlich in den kommenden Monaten geben. Hersteller Biontech/Pfizer habe jedoch bereits in Aussicht gestellt, eine Grippe- und Corona-Impfung in einer Spritze zu kombinieren.

Niedersachsen nehme bei möglichen Auffrischimpfungen ab dem Herbst auch zuerst die Älteren in den Blick, weil die Immunisierung sich in dieser Gruppe schneller reduziere als bei Jüngeren. In Pflege- und Altenheimen sei es immer wieder zu Corona-Ausbrüchen gekommen, obwohl Bewohner und Pflegepersonal geimpft gewesen seien.

Elf Prozent der Menschen in Niedersachsen sind unter zwölf Jahre alt, die können nicht geimpft werden.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD)

In Niedersachsen haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch knapp 64,1 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. 49,8 Prozent sind demnach vollständig gegen das Virus geimpft. „Elf Prozent der Menschen in Niedersachsen sind unter zwölf Jahre alt, die können nicht geimpft werden“, erklärte Behrens. Mit Material der dpa. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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