Corona-Pandemie

2G-Regel in Niedersachsen: Wo gilt jetzt die neue Corona-Verordnung?

Claudia Schröder, die stellvertretende Leiterin des Corona Krisenstabs der Landesregierung, spricht bei der Corona-Landespressekonferenz im Landtag.
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Die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen, Claudia Schröder, stellte in der Landespressekonferenz die neue Corona-Landesverordnung vor. (Archivbild)
  • Johannes Nuß
    VonJohannes Nuß
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Niedersachsen hat eine neue Corona-Verordnung. Gastronomen dürfen nun entscheiden, ob sie die 2G- oder 3G-Regel anwenden und Schüler werden von der Maske befreit.

Hannover – Der Corona-Krisenstab des Landes Niedersachsen hat heute die neue Corona-Verordnung verabschiedet. Die vorangegangene Verordnung galt seit dem 25. August. Die neue Corona-Landesverordnung tritt ab Mittwoch, 22. September 2021, in Kraft. Sie gilt, abweichend von der Norm, bis einschließlich 10. November 2021. Normalerweise sind Verordnungen immer vier Wochen gültig, aufgrund der Herbstferien wurde die Frist in diesem Fall nach hinten geschoben.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 Quadratkilometer
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Landeshauptstadt:Hannover
Regeriungschef:Stephan Weil (SPD)

Unter anderem findet sich in der neuen Corona-Landesverordnung die von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für die Gastronomie befürwortete 2G-Regel Berücksichtigung. Auch wird es einen neuen Leitindikatoren in der Pandemie geben, nämlich die sogenannte Hospitalisierungsrate.

„Wir haben uns mit dem Bund darüber verständigt, die Indikatoren neu zu sortieren“, erklärte Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs. Die Hospitalisierungsrate entscheidet dann darüber, ob die Warnstufen zu erhöhen oder herabzusetzen sind. Die 7-Tage-Inzidenz und die Auslastung der Intensivbetten würden dem an die Seite gestellt, betonte Schröder.

Neue Corona-Landesverordnung in Niedersachsen: Gastronomen dürfen zwischen 2G- und 3G-Regel wählen

Laut der neuen Verordnung können Veranstalter und Betreiber einer Einrichtung künftig das 2G-Modell wählen. Das bedeutet, dass alle Besucher der jeweiligen Veranstaltung entweder geimpft oder genesen sein müssen. Getestete Personen haben dann keinen Zutritt. Das habe laut Schröder den Vorteil, dass bei der 2G-Regel für den Veranstalter alle weiteren Corona-Schutzmaßnahmen entfallen – auch die Maskenpflicht und das Abstandsgebot.

Ausgenommen von dieser Regel seien alle, die sich noch nicht haben impfen lassen können. Also Kinder unter 12 Jahre, Schwangere, Stillende und Menschen, die die Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht bekommen dürfen. Ebenfalls ausgenommen sind Personen, die an klinischen Studien teilnehmen. An Stellen, wo ein PCR-Test nötig werde, sollen die eben genannten Gruppen weiterhin einen POC-Test vorlegen können.

Für die Bewertung der Corona-Lage in Niedersachsen wird künftig die Hospitalisierung als neuer Leitindikator herangezogen. Sie bestimmt sich nach der landesweiten Zahl der Einweisungen von Covid-19 Erkrankten je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen, wie Schröder erläuterte.

Bewertung der Corona-Lage in Niedersachsen: Hospitalisierungsrate ist der neue Leitindikator

Eine Warnstufe der Corona-Warnampel in Niedersachsen wird künftig erreicht, wenn der neue Leitindikator und mindestens einer der beiden anderen bereits bekannten Indikatoren (Neuinfizierte und Intensivbetten) die in der Verordnung definierten Schwellenwerte überschreiten.

Der Indikator Neuinfizierte richtet sich für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt nach der Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Der Indikator Intensivbetten meint den landesweiten prozentualen Anteil der von Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten an der gesamten Intensivbettenkapazität.

Die Warnstufe 1 werde laut Schröder ausgelöst, wenn es mehr als sechs Neuaufnahmen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen gibt. Die Stufe 2 beginne ab mehr als acht Neuaufnahmen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen und die Stufe drei bei mehr als elf Neuaufnahmen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Neue Corona-Landesverordnung in Niedersachsen: Keine Masken mehr in Grundschulklassen eins und zwei

Ausgerufen werden die Warnstufen künftig vom Land, wenn die Indikatoren Hospitalisierung und Intensivbetten die kritischen Werte an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschreiten. Wenn hingegen die Indikatoren Hospitalisierung und Neuinfizierte die Schwellenwerte überschreiten, rufen Landkreise oder kreisfreie Städte die Warnstufen aus.

Hintergrund ist, dass die Werte Hospitalisierung und Intensivbetten landesweit erhoben werden, während sich die Sieben-Tages-Inzidenz bei den Neuinfizierten auf den Wert in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt bezieht.

Auch der Maskenpflicht in Niedersachsens Schulen geht es in der neuen Verordnung an den Kragen: Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klassen müssen in Niedersachsen ab sofort keine Schutzmaske mehr tragen. Seit Beginn des neuen Schuljahres Anfang September mussten alle Schülerinnen und Schüler im Bundesland eine Maske anlegen – auch während des Unterrichts. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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