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„Nicht nur Frauenproblem“: Vater fordert schulfrei bei Regelschmerzen

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Von: Luisa Ebbrecht

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In einer Schule in Großbritannien wurden die Regelschmerzen einer Schülerin nicht ernst genommen. Der Vater hat deswegen nun eine Petition gestartet.

Großbritannien – Schmerzen während der Periode sind für viele Mädchen und Frauen eine große Belastung. Jeden Monat leiden sie unter Bauch- und Rückenschmerzen, gegen die sie nur wenig bis gar nichts ausrichten können. Einige Unternehmen haben wegen dieser Beschwerden Menstruationsurlaub für ihre Mitarbeiterinnen eingeführt. Dagegen ist das Bewusstsein für menstruierende Frauen in vielen Schulen noch nicht vorhanden. So ist eine Schülerin in Kent wegen ihrer Periode im Isolationsraum gelandet. Der Lehrer einer anderen Schülerin verweigerte einem Mädchen im Homeschooling wegen ihrer Periode auf die Toilette* zu gehen.

LandGroßbritannien
HauptstadtLondon
Fläche242.495 km²
Bevölkerung67,22 Millionen (2020)
PremierministerBoris Johnson

Schülerin darf nicht wegen Regelschmerzen fehlen: Hinter Vorfall steckt größeres Problem

Auch Marcus Alleyne aus Großbritannien musste die Erfahrung machen, dass Beschwerden während des weiblichen Zyklus nicht ernst genommen werden. Als er seine 13 Jahre alte Tochter wegen Regelschmerzen für einen Tag krankmelden wollte, wurde ihm vom Sekretariat der Schule mitgeteilt, dies sei „kein legitimer Grund“, den Unterricht zu verpassen. „Ihr ging es so schlecht, dass wir als Eltern das Gefühl hatten, es sei nicht richtig, sie zur Schule zu schicken“, sagte der Brite Sky News. Trotzdem lenkte die Schule nicht ein.

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Alleyne sieht hinter diesem Vorfall ein größeres Problem: „Die Gesellschaft vermittelt unseren jungen menstruierenden Menschen: Du musst es runterschlucken und damit klarkommen. Bis zu einem gewissen Punkt stimmt das auch. Aber wir sprechen hier nicht über normale Schmerzen, sondern darüber, wenn man sich vor Schmerzen krümmt und nicht zur Schule gehen kann.“

Wegen Regelschmerzen fehlen: Vater der Schülerin startet Petition

Für den Briten ist dies nicht akzeptabel, weswegen er eine Petition gestartet hat. Er fordert das Bildungsministerium dazu auf, Regelschmerzen, auch Dysmenorrhoe, als triftigen Grund für das Fehlen im Unterricht anzuerkennen. „Es kann nicht nur ein Frauenproblem sein, es ist ein soziales Problem. Wir sind alle Teil der Gesellschaft und wenn es einen betrifft, betrifft es alle“, sagt der 37-Jährige. Schon mehr als 60.000 Menschen haben die Petition bereits unterschrieben.

Schülerin darf nicht wegen Regelschmerzen fehlen: Hinter Vorfall steckt ein gesellschaftliches Problem. (Symbolbild)
Schülerin darf nicht wegen Regelschmerzen fehlen: Hinter Vorfall steckt ein gesellschaftliches Problem. (Symbolbild) © Jürgen Ritter/Bo Valentino/imago

Auch in Deutschland gibt es keine eindeutige Regelung. Jede Schule kann selbst entscheiden, wie sie mit dem Thema umgeht. Jedoch wird auch hierzulande darüber diskutiert, das Thema zu normalisieren und eine einheitliche Regelung einzuführen. Die SPD hatte zuletzt gefordert, einen Toilettenmülleimer für menstruierende Männer einzuführen. Zudem war zuletzt bekannt geworden, dass die Menstruationsbeschwerden nach einer Corona-Impfung stärker ausfallen können.* 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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