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Neuer Superman ist bisexuell: Clark Kents Sohn verliebt sich in Reporter

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Von: Christian Einfeldt

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Ein starker, heterosexueller Retter lässt sich als Superheld feiern: Ein bekanntes Narrativ, mit dem die Macher von Superman jetzt brechen wollen.

Burbank, USA – Das DC Comics-Universum hat einen neuen Superhelden: In den Comics rund um Clark Kent, vielen wohl auch als Superman geläufig, feiert niemand Geringeres als sein eigener Sohn sein Debüt als Retter der Welt. Nachdem er bereits in der vorherigen Ausgabe aufgetreten war, spielt er im November-Comic erneut eine prominente Rolle. Zeit für einen Generationswechsel: Joe Kent ist der erste bisexuelle Superman.

Unternehmen:DC Comics
Gründer:Malcolm Wheeler-Nicholson
Gründung:1934, USA
Hauptsitz:Burbank, Kalifornien, Vereinigte Staaten

„Hoffnung, Wahrheit und Gerechtigkeit“: Superman-Macher wollen mit bisexuellem Joe Kent ein Zeichen setzen

Am Montag, dem 11. Oktober 2021, gab der Superman-Verlag DC Comics einen Vorgeschmack auf die am 9. November erscheinende Superman-Ausgabe. Wie üblich ist viel Spannung und Abenteuer geboten. Doch wie stern.de berichtet, wartet das legendäre Heft aus Amerika mit einer besonderen Geschichte auf. Eine Geschichte, die voll und ganz dem aktuellen Zeitgeist entspricht: der Darstellung verschiedener sexueller Identitäten.

Vor Kurzem forderten die Grünen mehr Toleranz für die LGBT-Bewegung, die sich in einem Badetag für Transsexuelle widerspiegeln sollte. Auch mithilfe einer Regenbogenfahne, die anlässlich des CSD 2021 vor dem Hamburger Gefängnis „Santa Fu“ wehte*, sollte ein solidarisches Zeichen gesetzt werden. Ein ähnliches Signal wollen nun auch die Comic-Zeichner von Superman senden. Schon immer habe das Superman-Universum für „Hoffnung, Wahrheit und Gerechtigkeit“ gestanden. Doch Superman soll „etwas mehr“ bedeuten. Was bedeutet das konkret?

Auf einem Platz steht eine Superman-Statur.
In der neuen Superman-Ausgabe verliebt sich Clark Kents Sohn in einen Reporter. (Symbolbild) © Brian Cahn/IMAGO

Wie die Superman-Macher prophezeien, wird Joe Kent im neuen Comic seine bisexuelle Identität entdecken. In der vorherigen Comic-Ausgabe hat sich bereits Joe mit dem Journalisten Jay Nakamura angefreundet. Ab dem 9. November zeigt der Comic, wie aus der Freundschaft Liebe wird. Im Fokus der Erzählung: eine Kussszene zwischen den beiden. Warum sich DC Comics für diese Darstellung entschieden haben, begründet der Verlag mit Worten von Superman-Autor Tom Taylor: „Ich habe immer gesagt, jeder braucht Helden und jeder verdient es, sich selbst in seinen Helden zu sehen, und ich bin sehr dankbar, dass DC und Warner Bros. diese Idee teilen“.

Weiterer heterosexueller Superheld wäre „verpasste Gelegenheit“ : Entwicklung der Comic-Welt erntet Zuspruch

Der Protagonist findet seine Liebe im Journalismus – für Superman-Fans der ersten Stunde ein bekanntes Narrativ. Seinerzeit verliebte sich Clark Kent in die Journalistin Louis Lane. Nun ist es also deren Sohn Joe, der in der kommenden Superman-Folge sein Herz an Reporter Jay Nakamura verliert. Wie die Geschichte seinen Lauf nimmt, verrät die DC-Mitteilung: „Nach einer Szene, in der Superman geistig und körperlich ausgebrannt ist, weil er versucht hat, jeden zu retten, den er retten kann, ist Jay da, um sich um den Mann aus Stahl zu kümmern“.

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Die Macher von Superman folgen mit der kommenden Geschichtserzählung den Bemühungen, die bereits in Batman-Comics oder der Superhelden-Reihe „Aquaman“ Reihe Anklang gefunden hatten. So hatte sich zuvor in der Comic-Welt Batmans Assistent Robin als bisexuell geoutet und auch in „Aquaman“ spielt ein schwarzer, homosexueller Superheld die Hauptrolle. Clark Kent jetzt durch einen weiteren heterosexuellen Superhelden zu ersetzen, wäre eine „verpasste Gelegenheit“ gewesen, sagte Taylor in einem Interview mit der „New York Times“. Ähnliche Beweggründe motivierten zuletzt sicherlich auch Lego, als der dänische Spielzeug-Hersteller ein Regenbogen-Set für mehr Diversity auf dem Markt brachte.

Auf Twitter ernteten die Entwicklungen in der Comic-Welt viel Zuspruch: Der amerikanische Schauspieler Anthony Rapp nutzte das soziale Netzwerk, um seine Freude über die Entscheidung kundzutun. „Diese Nachricht über Superman freut mein schwules Herz“. Dass sich nun auch DC-Comics solidarisch zeigt, sei besonders wichtig. Schließlich ist es Rapp klar, „welche positiven Auswirkungen sie auf so viele junge Menschen heute und in Zukunft haben wird“. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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