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Unbedeckte Frauen-Brüste im Freibad: In Göttingen nun dauerhaft erlaubt

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Von: Fabian Raddatz

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Ein Badeanzug liegt auf einer Mauer eines Freibads, dahinter schwimmen Menschen im Becken ihre Bahnen.
Seit dem 1. Mai 2022 läuft in Göttinger Freibädern eine Testphase, in der an Wochenenden Frauen auch „Oben ohne“ baden und sich sonnen dürfen. Die Testphase läuft bald aus. (Symbolbild) ©  Annette Riedl/dpa

„Oben ohne“ erlaubt: In Göttinger Freibädern sollen Frauen künftig dauerhaft ihre Brüste zeigen dürfen. Eine Einschränkung gibt es dann aber doch.

Göttingen – Es begann als Ausnahme und soll nun zur Regel werden: „Oben ohne“ soll auch für Frauen in Freibädern in Göttingen künftig gestattet werden. Der Sportausschuss der Stadt will in seiner kommenden Sitzung am 15. September eine entsprechende Regelung beschließen, wie die Stadt laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) mitteilte.

So ist es vorgesehen, dass in der Stadt Göttingen künftig alle Menschen mit nacktem Oberkörper Schwimmen gehen dürfen – unabhängig von ihrem Geschlecht. Das ist derzeit ohnehin in den vier städtischen Bädern der südniedersächsischen Stadt am Wochenende möglich – seit Mai läuft ein entsprechender Test. Beim ersten Oben-ohne-Schwimmen in Göttingen gab es „ungewöhnlich viele Badegäste“.

Nackte Frauen-Brüste in Göttinger Freibädern dauerhaft erlaubt: Eine Einschränkung gibt es dann aber doch

Diese Testphase für die neue Badeordnung läuft aber am Mittwoch aus. Bis zur Sportausschusssitzung am 15. September soll sie übergangsweise fortgeführt werden, ehe sie im Ausschuss voraussichtlich dauerhaft verlängert wird. Eine Einschränkung gibt es dann aber doch: Auch künftig soll das Brüste-Zeigen für Frauen nur am Wochenende erlaubt sein.

Auslöser für den Beschluss war eine Person, die sich weder als Frau noch als Mann sieht. Im August 2021 ging sie deshalb oben ohne baden. Das Schwimmbad sah sie als Frau an und sprach deswegen von einem Verstoß gegen die Badeordnung. Anschließend gab es viele Debatten in der Stadt.

„Bündnis Gleiche Brust für Alle“ fordert Lockerung

Die Aktivisten-Gruppe „Bündnis Gleiche Brust für Alle“ setzte sich für eine Lockerung der Regeln ein. „Die Testphase seit Mai ist, wie von uns erwartet, ohne größere Probleme vonstattengegangen“, teilte eine Sprecherin mit. In den Freibädern habe es allerdings keine Hinweisschilder gegeben, kritisierte sie.

Das Bündnis fordert, die Regelung auf alle Wochentage auszuweiten. Da auch die GöSF von einer gut verlaufenen Testphase spreche, gebe es „keine Berechtigung, die Gleichberechtigung in den öffentlichen Schwimmbädern weiter einzuschränken“, hieß es.

„Oben ohne“ für Frauen sorgt für Diskussionen in Deutschland

Die Regelung sorgte in den vergangenen Wochen auch über die Grenzen der Stadt hinaus für Diskussionen und Aufregung. So löste ein „Oben ohne“-Protest in Bremen einen Polizeieinsatz im Schwimmbad aus.

Auch Medien in Amerika oder Asien berichteten über die Entscheidung aus Göttingen. In einem Bremer Freibad etwa protestierten Frauen im Juli mit entblößtem Oberkörper. Dort müssen weiblich aussehende Menschen bisher ihre Brüste bedecken.

Die Stadt Kiel beschloss vor wenigen Tagen eine ähnliche Regelung wie Göttingen. Dort müssen Menschen für das Baden und Schwimmen künftig nur noch mindestens die primären Geschlechtsorgane, also die Lendenregion, bedecken. Und auch in Nordrhein-Westfalen erlaubte ein Freibad das Schwimmen ohne Bikini.

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