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Nachdem er durch Hannover lief: Wolf soll (noch) nicht abgeschossen werden

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Von: Fabian Raddatz

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Wolf
Um einen Wolf abzuschießen, müssen bestimmte Kriterien gegeben sein. Das Exemplar, das durch Hannover lief, erfüllte diese nicht. © Ingo Wagner/dpa/Symbolbild

Der Wolf, der durch Hannover lief, darf weiterleben. Das entscheid jetzt die Untere Naturschutzbehörde. Sie erteilte vorerst keine Abschussgenehmigung.

Hannover – Der Wolf, der eine Tour durch Hannover unternommen hat, darf vorerst weiterleben. Nach einer „intensiven rechtlichen Prüfung“ hat die Untere Naturschutzbehörde keine Ausnahmegenehmigung erteilt, die für einen Abschuss des Raubtieres notwendig wäre. Das teilte die zuständige Region Hannover am Freitag mit.

Da der Wolf zu den besonders streng geschützten Arten in Deutschland gehört, dürfen nur Exemplare, die einen Menschen verletzt und unprovoziert verfolgt haben, zum Abschuss freigegeben werden, heißt es in der Erklärung. Eine weitere Voraussetzung wäre, wenn sich der Wolf auf 30 Meter nähere, sich dann nicht vertreiben lasse. Zunächst müsse aber versucht werden, den Wolf zu vertreiben.

Das Tier wurde nicht klar identifiziert.“

Region Hannover zur Entscheidung, vorerst keine Ausnahmegenehmigung zu erteilen.

Eine solche Ausnahmegenehmigung beziehe sich immer auf ein bestimmtes Tier, so die Region Hannover: „Für den vorliegenden Fall ergibt sich die Situation, dass das Tier nicht klar identifiziert wurde.“ Zudem sei der Wolf auch nicht mehr gesichtet worden. Und: Sollte der Wolf eine Gefahr darstellen, dürfte die Polizei das Tier auch ohne Ausnahmeregelung „letal entnehmen“, wie in der Jägersprache ein Abschuss bezeichnet wird.

Wolf, der durch Hannover lief, darf weiterleben: Umweltminister Lies zeigt sich verwundert

Über die Entscheidung der Region Hannover gab sich Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) verwundert: „Ich hatte aus guten Gründen geraten, eine Ausnahmegenehmigung vorzubereiten – nämlich für den Fall, dass der Wolf wieder in Hannovers Straßen gesichtet wird.“

Die Region müsse zügig handlungsfähig sein, so Lies: „Mir ging es immer nur um die Vorbereitung und nicht die Anwendung zur Entnahme. Dass sie diese Möglichkeit jetzt liegen lässt, wundert mich sehr.“ Daher sei es besser, vorausplanend zu agieren, als später nur zu reagieren. Keine Ausnahmegenehmigung zu haben, bedeute, mit leeren Händen dazustehen, sollte der Wolf wieder auftauchen.

Wölfe in Niedersachsen: Studie geht von 1000 Tieren bis 2030 aus

Der Wolf war vor etwa einer Woche in Hannover gesichtet worden. Er lief acht Kilometer durch die nördlichen Stadtteile der niedersächsischen Landeshauptstadt, wo er von mehreren Personen gesichtet worden war. Anhand einer Videoaufnahme konnte er später als Wolfsrüde bestätigt werden.

Immer wieder kommt es in Niedersachsen zu Begegnungen zwischen Mensch und Wolf, etwa in Reeßum, in Nienburg, oder auch in Berlin. Die Zahl dürfte zunehmen, eine Studie schätzte nun, dass sich bis 2030 bis zu 1000 im Bundesland ansiedeln könnten. Dann könnten

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