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Nach Zug-Tragödie in Neu Wulmstorf: Deutsche Bahn ignoriert weiter Lebensgefahr

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Von: Sebastian Peters

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Die Deutsche Bahn duckt sich nach dem tödlichen Unfall in Neu Wulmstorf weg. „Der Unfall wird noch untersucht“, heißt es von der Bahnsprecherin.

Neu Wulmstorf – „Wir können nicht 33.000 Kilometer Bahnschienen einzäunen“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf die 24hamburg.de Anfrage, weshalb die Bahnschienen am Bahnhof in Neu Wulmstorf nicht eingezäunt sind. Hier sind am Freitag, 22. Oktober 2021, zwei Menschen bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen.

Die zwei amerikanischen Mitarbeiter von Jack Wolfskin hatten das deutsche Team bei einem Projekt unterstützt. Nach ihrem Feierabend wollten der 33-jährige Mann und die 29-jährige Frau ihre S-Bahn noch pünktlich bekommen. Am Bahnhof Neu Wulmstof entschied sich das Pärchen, eine Abkürzung über die Bahnschienen zu nehmen. Ein deutlicher Trampelpfad zeigt klar, dass die beiden nicht die Ersten warne, die diesen Weg nahmen.

Bahnunfall in Neu Wulmstorf: Regionalzug erfasst und tötet zwei Menschen

Unfall in Neu Wulmstorf
Gegen diesen Trampelpfad möchte die Deutsche Bahn zunächst keine Maßnahmen ergreifen. © Sebastian Peters

Genau in diesen Moment kommt ein Regionalzug der Linie RE5 von START, einem Subunternehmen der Deutschen Bahn, angefahren. Mit ungefähr 100 km/h wird das Pärchen erfasst und getötet. Der Triebwagenführer der START-Bahn leitete zwar noch eine Notbremsung ein, konnte diesen tödlichen Unfall aber nicht mehr verhindern.

Richard Collier, CEO von Jack Wolfskin, sagt zum Vorfall: „Wir sind zutiefst erschüttert und traurig über diesen Unfall, und wir alle trauern um zwei ganz besondere Menschen.“

Lesen Sie weitere Blaulicht-Meldungen wie: Bahnunfall in Neu Wulmstorf: Wieso starben hier zwei Menschen?

Trotz tödlichem Unfall: Menschen überqueren Bahnschienen weiterhin ungehindert

Die Polizei und Feuerwehr waren über mehrere Stunden im Einsatz. Die Bahnstrecke für längere Zeit gesperrt. Nun stellt sich die Frage, warum dort zwei Menschen sterben mussten – und ob das Unglück hätte verhindert werden können. Denn dass dort regelmäßig Personen über die Gleise laufen, um eine Abkürzung zu nehmen, sei im Ort schon länger bekannt gewesen.

Doch was passiert jetzt an den Bahnschienen? Keine 24 Stunden nach dem tödlichen Unfall laufen wieder Menschen über Pfad und Schienen. Nur um fünf Minuten Fußweg zu sparen. Die Deutsche Bahn sieht hier allerdings dennoch, so scheint es, keinen akuten Handlungsbedarf.

24hamburg.de fragt: Was passiert jetzt an der Bahnstrecke?

24hamburg.de hakt nach: „Werden von der Deutschen Bahn bauliche Maßnahmen eingeleitet, um die Situation in Neu Wulmstorf zu entschärfen?“ Die Sprecherin der Bahn entgegnet: „Der Unfall wird noch untersucht. Wir unterstützen die zuständigen Behörden und bitten um Verständnis, dass wir uns zu weiteren Details nicht äußern können.“

Unfall an den Bahnschienen in Neu Wulmstorf.
Die Feuerwehr war in der Nacht mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. © Sebastian Peters

Im Klartext: Es werden zunächst keine Maßnahmen getroffen! Der Trampelpfad zu den Gleisen bleibt bestehen. Ein Zaun oder auch nur ein Schild wird nicht aufgestellt.

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Immerhin: Die Deutsche Bahn kündigt erhöhte Präsenz an. „Wir werden durch vermehrte Streifen der DB Sicherheit unsere Präsenz am Bahnhof Neu Wulmstorf erhöhen, jedoch lautet der wichtigste Grundsatz: Es ist verboten, Bahnanlagen zu betreten!“, sagt die Sprecherin.

Die Frage ist, ob diese Maßnahmen ausreichen, um das Überqueren der Gleise zu verhindern beziehungsweise zu erschweren. 24hamburg.de bleibt an dem Fall dran. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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