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Nach Taliban-Panne: ARD/ZDF gendert auf Instagram sogar Braunbären

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Von: Ulrike Hagen

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Nach dem Taliban-Gender-Shitstorm nimmt ZDF/ARD nun Braunbären ins Visier. Aussagen auf dem Jugend-Medium Funk sorgen für Spott und Sticheleien.

Stuttgart – Erst vorige Woche musste das ZDF nach einem Instagram-Video, in dem die Taliban gegendert wurden, Spott und Häme über sich ergehen lassen. In der Untertitelung eines Beitrages über die Machtergreifung in Afghanistan wurden die gewalttätigen, radikalen Taliban als „Islamist*innen“ bezeichnet. Nun folgt der nächste fragwürdige öffentlich-rechtliche Streich des Jugend-Content-Netzwerks von ARD und ZDF „Funk“ auf Instagram.

Säugetier:Braunbär
Wissenschaftlicher Name:Ursus arctos
Gewicht:80 – 600 kg (ausgewachsen)
Lebenserwartung:20 – 30 Jahre (In der Wildnis)
Population in Europa:ca. 17.000

Instagram-Gender-Irsinn bei ZDF/ARD: „Braunbären sind zu 75% Veganer:innen“

Das vom Südwestrundfunk betriebene und von der ARD und dem öffentlich-rechtlichen Sender ZDF* gemeinsam getragene Online-Medium „Funk“ produziert Inhalte für 14- bis 29-Jährige. In einem aktuellen informativen Instagram-Post über Braunbären heißt es: „Braunbären sind zu 75 % Veganer:innen.“ Diese Formulierung ist aus mindestens zwei Gründen völlig absurd. Zum einen ist die Bezeichnung „zu 75 Prozent Veganer:innen“ falsch: Mensch oder Tier ernährt sich entweder ausschließlich pflanzlich – dann stimmt der Begriff Veganer – oder es stehen auch tierische Produkte auf dem Speiseplan. Dann ist man eben kein Veganer.

Divers? Non-binär? Braunbär! Das öffentlich-rechtliche Medium „Funke“ glänzt mit dem Gendern eines Tieres

Zum anderen wird der Gender-Doppelpunkt üblicherweise zur sogenannten „Geschlechtersensiblen Sprache“ verwendet, um auch „nicht-binäre“ und transsexuelle Menschen – also Personen, die sich im falschen Körper geboren oder sich keinem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen – in der Sprache nicht auszugrenzen. Nur gibt es keine „nicht-binären“ Braunbären, da es schlicht nicht möglich ist, Tiere danach zu befragen, ob sie sich im falschen Geschlecht geboren fühlen.

Braunbär mit erhobenen Pfoten
Divers? Non-binär? Braunbär! Das öffentlich-rechtliche Medium „Funke“ hat sich mit dem Gendern des Tieres einen Bärendienst erwiesen. © Volodymyr Tarasov/Imago

Wie beim Taliban-Shitstorm: Haufenweise spöttische Instagram-Kommentare zum Bären-Gendern

Die Kommentare der User ließen nicht lange auf sich warten: „Wenn schon, denn schon: Braunbär:innen sind zu 75% Veganer:innen. Und Bär:innenbabies kommen im Winterschlaf zur Welt. Die Neugebor:innen sind circa so groß wie Meerschwein:innenchen (?) ... Gott, ist das bescheuert!“ meint ein Instagram-Follower. „Na Bravo, dann muss man sich über nichts mehr wundern. Gendern beim Braunbären und ihn dann noch als 75%Veganer bezeichnen. Bin Antialkoholiker und Nichtraucher, außer Samstag und Sonntag , dumm gell!?“ ein anderer.

Instagram-Post von Funk: Vier Fakten über Braunbären, dazu Zeichnungen von Braunbären.
Gender-Irrsinn auf Instagram: Beim von ARD und ZDF gemeinsam getragenen Online-Medium Funk sind Braunbären „zu 75 % Veganer:innen.“ © Funk/Instagram

Gender-Desaster bei ARD/ZDF: „Islamist*innen“ nicht der erste Lapsus

Die Gender-Debatte in den öffentlich-rechtlichen Medien ist nun schon mehrfach nach hinten losgegangen. Im Mai beispielsweise sprach die Tagesschau, die „Damen und Herren“ nicht gendern will, im Zusammenhang eines Berichts über den Krieg der palästinensischen Terrororganisation Hamas gegen Israel von „Kommandeurinnen und Kommandeure“. Nach dem Hinweis, dass es keine weiblichen Kommandeure dort gebe, wurde der Beitrag korrigiert.

„Geschlechtersensible Sprache“ bleibt ein polarisierendes Thema

Dass die Debatte um die „Geschlechtersensible Sprache“ extrem polarisiert, zeigen die Reaktionen auf die Gender-Fehltritte der öffentlich-rechtlichen Sender deutlich. So sprechen sich inzwischen Politiker wie Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß für ein gesetzliches Gender-Verbot aus. Und neben Prominenten, beispielsweise Ingo Appelt, der gegen Gendersprache hetzt, sowie Scooter-Frontmann H.P. Baxxter, der „Gendern zum Kotzen“ findet, äußerten sich auch schon Schriftstellerinnen wie Elke Heidenreich kritisch über die sprachlichen Eskapaden, die das Gendern mit sich bringt. Eine Umfrage von YouGov im Auftrag des Online-Karriereportals Monster Anfang des Jahres hatte ergeben, dass nur 14 Prozent ihr klares „Ja“ zu gendergerechter Sprache geben. Es bleibt also spannend:innen. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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