1. 24hamburg
  2. Niedersachsen

Mutmaßlicher Dreifachmord in Bispingen: Prozessbeginn vor dem Landgericht 

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Peters

Kommentare

Nach dem mutmaßlichen Dreifachmord in Bispingen startet der Prozess in Lüneburg. Der 34-jährige Tatverdächtige soll zwei Kinder und die Mutter getötet haben.

Lüneburg – Eine Horror-Tat, die erschüttert. Am Sonntag, 16. Mai 2021, verschafften sich Einsatzkräfte der Polizei Zugang in ein Mehrfamilienhaus im niedersächsischen Bispingen (6.256 Einwohner). In der ersten Etage des Einfamilienhauses stoßen die Einsatzkräfte auf zwei leblose Personen.

Gemeinde in Niedersachsen:Bispingen
Höhe:90 m
Fläche:128,6 km²
Bevölkerung:6.256 (31. Dez. 2008)

Beide, ein fünfjähriger Junge und eine 35-jährige Frau, zeigten klare Anzeichen eines Gewaltverbrechens. Sofort rückte der 34-jährige Lebensgefährte der Frau ins Visier der Ermittlungen. Eine große Suche wird nach dem Tatverdächtigen und einem Fahrzeug eingeleitet.

Mutmaßlicher Dreifach-Mörder aus Bispingen schweigt seit seiner Verhaftung im Mai 2021

Die Befürchtung ist, dass der 34-jährige Tatverdächtige die Tochter der mutmaßlich ermordeten Frau noch bei sich hat. Am Nachmittag des 16. Mai 2021 konnte der Tatverdächtige schließlich gefasst werden. Er schweigt zur Tat.

Ein kleines Mädchen war bei der Festnahme nicht bei ihm. Mit Hubschraubern und sogar einem Kampfjet wird das Gebiet um das Haus in Bispingen großflächig abgesucht. Doch das Mädchen bleibt verschwunden.

Mord in Bispingen. Polizei durchsucht Haus, Grundstück und Auto.
Die Einsatzkräfte durchsuchen das gesamte Grundstück. Auch ein Audi wurde von den Einsatzkräften durchsucht. © Sebastian Peters

Drei Tage nach der Horror-Tat fand ein Förster am 18. Mai 2021 eine Kinderleiche an einem Waldweg bei Schneverdingen. Schnell wurde auch bekannt, dass es sich um die vermisste Tochter der mutmaßlich ermordeten 35-jährige Frau aus Bispingen ist.

Mutmaßlicher Dreifach-Mörder aus Bispingen soll seine Frau und die beiden Kinder brutal erdrosselt haben

Nach der Auffassung der Staatsanwaltschaft ist der 34-jährige mutmaßliche Dreifachmörder aus Bispingen, der bereits in einer TV-Show zusehen war, dringend tatverdächtig, alle drei Personen auf brutale Art ermordet zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 34-jährige Mann die Frau mit einer Strumpfhose erdrosselt hat, um sich selbst sexuell zu erregen.

Kurz danach soll der mutmaßliche Täter sich ein USB-Kabel gegriffen und den vierjährigen Sohn erdrosselt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tötung des Kindes aus Faszination am Töten durch Strangulation motiviert gewesen sei.

Nach dem Tod von Mutter und Sohn soll der 34-jährige Mann die elfjährige Tochter zunächst vergewaltigt und anschließend mit einem T-Shirt erdrosselt haben. Anschließt verschleppte der Tatverdächtige den Leichnam der 11-Jährigen und legte das Kind in einem Wald bei Schneverdingen ab.

Prozessauftakt im Dreifach-Mord aus Bispingen: Tatverdächtigem drohen 15 Jahre Haft und Sicherheitsverwahrung

Am Dienstag, 16. November 2021, startete unter großem Medieninteresse der Prozess in Lüneburg. Die Anklage gegen den 35-jährigen Mann lautet Mord in drei Fällen, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern mit Todesfolge und Vergewaltigung mit Todesfolge. Der Tatverdächtige ist den Angaben zufolge nicht der Vater der Kinder.

In einer Pressemitteilung schreibt die Staatsanwaltschaft Lüneburg: „Sollte das Gericht im Falle einer Verurteilung auch die besondere Schwere der Schuld annehmen, käme eine Entlassung des Angeschuldigten aus der Strafhaft bereits nach Verbüßung von 15 Jahren nicht in Betracht. Daneben wird das Gericht im Falle einer Verurteilung zu prüfen haben, ob neben der Strafe die Sicherungsverwahrung anzuordnen ist.“ 

Prozessauftakt vor dem Landgericht Lüneburg: Der Angeklagte schweigt weiter

Der Angeklagte erschien mit Jeans, Sneakern und Kapuzenpulli zum Prozessauftakt vor dem Gericht in Lüneburg. Aussagen zu den ihm zu Last gelegten Taten will der mutmaßliche Dreifachmörder weiterhin nicht machen. Auf Nachfrage des Richters Franz Kompisch sagte der Tatverdächtige in Handschellen lediglich, dass es ihm gut gehe.

Der tatverdächtige mutmaßliche Dreifachmörder sitzt zum Prozessauftakt auf der Anklagebank des Landegerichts Lüneburg.
Mutmaßlicher Dreifachmord von Bispingen: Prozessauftakt am Landgericht in Lüneburg. © Philipp Schulze/dpa

Die Verhandlungstermine vor dem Landgericht in Lüneburg finden bis in den Februar 2022 hinein statt. Am zweiten Prozesstag, der am Freitag, 19. November 2021 stattfinden soll, wird voraussichtlich auch ein Mithäftling aussagen. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare