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Mutter gibt Kind einen Keks mit in die Schule – und kassiert Ärger

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Von: Annabel Schütt

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Eine Mutter gibt ihrem Kind neben einem ausgewogenen Pausenbrot einen Keks mit zum Unterricht. Dafür bekommt sie von der Schule ordentlich Ärger.

Berlin – Statt ihren Kindern fünf Euro für ein fettiges Schnitzelbrötchen und einen Kakao aus dem Tetrapack in die Hand zudrücken, hat sich eine Mutter die Mühe gemacht, bunt gemischte Pausenbrotboxen zu packen (der Zahnarzt ihres Vertrauens wird‘s ihr danken).

Geschnittene Paprika, Apfel, Pfirsich, Vollkornbrot mit Käse und einen Butterkeks – eben schön ausgewogen und gesund und vor allem alles, was das Kinderherz begehrt. Doch von der Schule bekam sie dafür mächtig einen auf den Deckel.

Hauptstadt von Deutschland:Berlin
Fläche:891,8 km²
Höhe:34 Meter
Bevölkerung:3,645 Millionen (2019)
Bürgermeister:Michael Müller
Gründung:1237

Zu ungesund: Mutter gibt Kinder Butterkeks mit in die Schule und bekommt Ärger

Kaum kamen ihre Kids mittags erschöpft und mit knurrendem Magen von der Schule heim, traf es die Berliner Mutter wie der Schlag. Ausgerechnet der einzelne Butterkeks stieß auf wenig Gegenliebe. Stattdessen wurde sie von der Schule gebeten, künftig doch bitte keine Kekse mehr in die Brotdosen ihrer Kinder zu packen.

„Ja mein Gott, leg ich halt morgen ein Stück Schokolade rein“, vollendet sie mit einem Augenzwinkern die Geschichte vom bösen Keks auf Twitter. Kaum ging ihr Tweet online, verbreitete sich die Erfahrung der Berliner Mutter wie ein Lauffeuer.

In einem Kreis ist ein Leibniz Butterkeks zusehen. Daneben sitzt eine Schülerin mit einem gesunden Pausenbrot in der Schule. (24hamburg.de-Montage)
Design ohne Titel - 2021-09-07T100810.021.jpg © STPP/IMAGO & photothek/IMAGO

„Also ohne aufschlussreiche Begründung finde ich das Verbot ganz übergriffig und auch nicht gesetzlich gestattet. Also noch einen Keks reintun.“ oder „Lächerlich, wegen eines Kekses!“, heißt es in zahlreichen Kommentaren. Vor allem ein kinderloser Twitter-User war völlig entsetzt darüber, dass die Schulen tatsächlich die Brotdosen der Kids kontrollieren. Bundesweit einheitliche Corona-Kontrollen ja, Pausenbrot-Kontrolle nein!

Keks-Geschichte auf Twitter: Berliner Mutter bekommt Zuspruch von Lehrkraft

Selbst eine Lehrkraft konnte es sich nicht verkneifen, ihren Senf zur Keks-Story dazuzugeben: „Jede, wirklich jede Lehrkraft, die auch nur ansatzweise mal den Hauch eines Lehrerzimmers von innen gesehen hat, sollte sich nicht über Kekse in Kinderbrotdosen beschweren. Schokobons und Celebrations naschend aus dem Lehrerzimmer gesendet.“

Doch es gibt auch Eltern, die die gleiche Erfahrung wie die Berliner Mutter machen mussten: „Hier war die mittelschwere Katastrophe eine, ich betone EINE, Schokolinse im Nüssemix. Diese eine Schokolinse durfte nicht verzehrt werden und musste den Heimweg in der Brotdose allein antreten. Das Kita-Kind bekommt jetzt ab und an mal eine halbe Milchschnitte mit. Heimlich“

Vollkornprodukte statt Süßigkeiten: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V rät von Zucker ab

All dem Zuspruch zum Trotz bleibt dennoch ein fader Beigeschmack – und der kommt nicht vom einem alten Butterkeks. Denn neben all den Frotzeleien über die Keks-Story liegt die Berliner Schule mit ihrem Hinweis nicht völlig daneben.

So erklärt die  Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.: „Süßigkeiten wie Schokoriegel, süße Aufstriche, Gebäck oder Fruchtgummis sind keine empfehlenswerten Zwischenmahlzeiten. Sie enthalten viel Energie in Form von Fett und/oder Zucker und wenig Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Süßes lässt den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen, er fällt rasch wieder ab und sinkt sogar unter das Normalniveau. Es kommt zu einem Leistungstief.“

Zudem erklärt eine Erzieherin, dass dem Verbot von Süßigkeiten in Schulen und Kitas Futterneid oder gar Allergien zugrunde liegen könnten: „Die Kinder werden sensibilisiert und spätestens wenn jemand nach Luft japsend auf dem Schulflur liegt, ist der Spaß vorbei. Egal ob Krankenwagen oder Leichenwagen – das anzusehen sollte man Grundschülern nach Möglichkeit ersparen.“

Stattdessen sollen Eltern ihren Kids lieber mal ein Vollkornprodukt in die Butterbrotdose legen. Damit dürften die erst kürzlich umbenannten „Negrita“-Kekse von Nestlé und die ebenso umbenannten „Africa“-Waffeln von Bahlsen vom Tisch sein.

Vielleicht sollten Schulen es den Berliner Mensen, die statt auf Fleisch jetzt auf ein ökologisches Menü setzen, gleichtun und mit der Vorgabe von vegetarischer und veganer Kost der Diskussion rund um Futterneid, Kindergesundheit, Konzentration und Kosten für die Eltern ein Ende setzen. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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