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Muss ich zur dritten Impfung? Die wichtigsten Antworten im Überblick

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Von: Ulrike Hagen

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Das erste Bundesland startet mit den dritten Impfungen. Ab September geht es auch in den anderen Ländern los mit der Auffrischung. Alles, was Sie jetzt wissen müssen.

Gremium:Ständige Impfkomission (STIKO)
Gründung:1972
Mitglieder der Expertengruppe:18
Vorsitzender:Thomas Mertens, Direktor Institut für Virologie, Universitätsklinikum Ulm

Hamburg – Die hochansteckende Delta-Variante und die seit Wochen ansteigenden Inzidenzwerte sorgen bei Experten für Besorgnis darüber, dass die Schutzwirkung von Impfungen nachlässt. Denn besonders die mRNA-Impfstoffe könnten gegen die Coronavirus-Variante nicht ausreichend schützen. Bereits im Juli hatte der Hersteller Biontech darauf hingewiesen, dass es ermutigenden Studien gebe, die eine dritte Impfung nahelegen. Jetzt wird tatsächlich aufgefrischt, um die vierte Corona-Welle im Herbst zu verhindern.

Dritte Impfung: Bayern startet als bundesweiter Vorreiter

Bayern hat bereits den Startschuss für die Corona-Auffrischungsimpfungen gegeben: „Die Impfzentren und die niedergelassenen, behandelnden Ärzte können in Bayern schon jetzt Auffrischungsimpfungen anbieten“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag in München, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. 

Wann kommt die dritte Impfung für alle?

Dass die dritten Impfungen tatsächlich kommen, darauf hatte sich die Gesundheitsministerkonferenz die Gesundheitsminister und -ministerinnen der Länder bereits Anfang August geeinigt – und sich damit über die bestehenden Empfehlungen der STIKO hinweggesetzt. In der Regel solle die Auffrischung sechs Monate nach der letzten Impfserie passieren, wird in dem Beschluss empfohlen. Die Konferenz beschloss auch, Kindern ein Impfangebot zu machen, was für Empörung über die Regierung bei Hamburgs Impfzentrum-Chef sorgte. Die Ständige Impfkommission sprach sich heute dagegen ebenso für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus.

Dritte Impung: Für wen ist die Auffrischung am wichtigsten?

Studien hätten gezeigt, dass der Infektionsschutz auch bei vollständig Geimpften mit der Zeit nachlasse – das ist gerade bei älteren Menschen über 80 Jahren, Pflegebedürftigen und Immungeschwächten, die überwiegend schon Anfang des Jahres geimpft worden seien, problematisch. Eine reduzierte oder schnell nachlassende Immunantwort wurde ausgerechnet bei den Risikopatienten beobachtet: Untersuchungen nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim im Frühjahr hatten ergeben, dass ein großer Teil der Gruppe vier Wochen nach der Zweitimpfung kaum noch Antikörper im Blut hatte. Ursache: das schlechter reagierende Immunsystem bei älteren oder immungeschwächten Menschen.

Dritte Impfung: Wo wird die Auffrischungsspritze als erstes angeboten?

Die Drittimpfung soll nun in allen Bundesländern ab September in Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen mit gefährdeten Gruppen angeboten werden. Risikopatienten mit geschwächtem Immunsystem oder auch daheim lebende Pflegebedürftige sollen das Angebot von ihrem Arzt direkt erhalten.

Für Vektor-Geimpfte: Welche Auffrischung gilt hier bei der dritten Impfung?

Auch Personen, die komplett mit Vektor-Impfstoffen*geimpft wurden – zweimalig Astrazeneca oder einmalig Johnson & Johnson – werden danach die Möglichkeit zu einer weiteren Auffrischungs-Impfung im Impfzentrum, beim Arzt oder Betrieb mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen. In Kliniken wie der Berliner Charité laufen diese Angebote bereits an. Auch hier muss für die Auffrischung die letzte Impfung mindestens sechs Monate zurückliegen.

Coronavirus-Impfung: Mann mit tätowiertem Oberarm, Frau hält Impfspritze in der Hand.
Corona-Impfung: Der dritte Piks kommt für Risikogruppen, Ältere und Pflegebedürftige schon ab September. © Marco Ugarte/dpa

Drittimpfung: Wie groß ist die Gefahr von verstärkten Reaktionen?

Dass ein kürzerer Abstand zu einer vorangegangenen Impfung zu stärkeren Impfreaktionen führt, sei zwar unangenehm, aber in der Regel harmlos, erklärte Charité-Impfstoff-Experte Leif Sander laut dpa. Lägen jedoch – wie nun vorgesehen – mindestens sechs Monate zwischen den Impfungen, mache er sich keine Sorgen um verstärkte Reaktionen. Gerade bei älteren Geimpften sei die Verträglichkeit ohnehin sehr gut gewesen.

Erst- und Zweit-Impfungen weiter wichtig – Termine in Hamburg wieder spontan möglich

Corona-Impfungen gelten als die effektivste Maßnahme im Kampf gegen die Pandemie. Dennoch: Der Inzidenzwert in Hamburg hat sich innerhalb einer Woche fast verdoppelt. Darum gibt es im zentralen Impfzentrum neben Zweitimpfungen nun auch wieder Möglichkeiten für Ungeimpfte. Doch was passiert, wenn die Kurve weiter ansteigt – und die Inzidenz von 100 bald erreicht ist? Nach Aussagen des Hamburger Bürgermeisters Peter Tschentscher werden dann nur die Hamburger, die sich nicht impfen lassen wollen, die Folgen spüren – ein Lockdown nur für Ungeimpfte wird in Hamburg also zumindest schon in Erwägung gezogen. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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