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Internationaler Schlag gegen Schleuserbanden: Zugriffe in Niedersachsen und Bremen

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Von: Fabian Raddatz

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Durchsuchungen gegen Schleuserbanden
Ein Festgenommener wird von der Polizei abgeführt. Hunderte Polizeibeamte sind am Dienstagmorgen gegen Schleuserbanden vorgegangen – auch in Niedersachsen und Bremen. Ein Schwerpunkt der Razzien war dabei Osnabrück. © Festim Beqiri/dpa

900 Polizisten haben am frühen Dienstagmorgen zum großangelegten Schlag gegen Schleuser angesetzt. Auch in Niedersachsen wurden Objekte durchsucht.

Osnabrück/Brüssel – Hunderte Polizeibeamte sind am Dienstagmorgen, 5. Juli 2022, gegen Schleuser vorgegangen. Es gab zahlreiche Durchsuchungen und Festnahmen in mehreren Bundesländern, wie die Polizei Osnabrück am Dienstag mitteilte.  Polizisten und Polizistinnen der Bundespolizei sowie der Polizei Osnabrück seien insbesondere in der Region um Osnabrück und Lotte im Einsatz.

Dort soll der Schwerpunkt der Razzien liegen, berichtet der Spiegel. Mehrere Lagerhallen und Privatadressen von irakisch-kurdischen Schleusern sollen durchsucht worden sein. Darüber hinaus sind die Beamten auch in und um Bremen und Stuttgart im Einsatz.

Internationaler Schlag gegen Schleuser: Nach monatelangen Ermittlungen zugeschlagen

Die Aktion wird den Angaben nach von den europäischen Behörden Europol und Eurojust geleitet. Auch in Großbritannien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden waren demnach Polizisten an dem Großeinsatz beteiligt. Nach monatelangen Ermittlungen schlugen sie am Dienstagmorgen zeitgleich zu.

Da viele der Verdächtigen bewaffnet sein sollen, wurden auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) und die Eliteeinheit der Bundespolizei, GSG 9, eingesetzt.

Schleuserbanden verdienen bis zu 75.000 Euro an einer Überfahrt

Wie der Spiegel berichtet, handelt es sich bei dem Ziel der Aktion um Schleuserbanden, die Flüchtlinge über den Ärmelkanal nach England bringen. So sollen die Beschuldigten in den vergangen 12 bis 18 Monaten bis zu 10.000 Menschen mit Schlauchbooten über den Ärmelkanal geschmuggelt haben. Dabei nehmen die Hintermänner der Schleuserbanden im Jahr Ermittlungen zufolge mehrere Millionen Euro ein. Eine Überfahrt von der Nordküste in Frankreich nach Südengland kann ihnen bis zu 75.000 Euro einbringen.

Nach wie vor suchen viele Flüchtlinge den Weg nach England. Da die Asylpolitik nach dem Brexit verschärft wurde, ist die 30 bis 50 Kilometer lange Passage über den Ärmelkanal die einzige Möglichkeit für Asylsuchende, noch nach England zu kommen. Doch der Wasserweg ist sehr gefährlich: So ertranken im November 27 Migrantinnen und Migranten, als ihr Schlauchboot kenterte.

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