1. 24hamburg
  2. Niedersachsen

Mann verkauft online Coronaviren zur Selbstinfektion – verhaftet

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ulrike Hagen

Kommentare

Coronaviren online bestellen: Das bietet ein Niederländer und verkauft Viren-Kits, mit denen man sich selbst infizieren kann. Die Polizei beendet den Wahnsinn.

Amsterdam – Es klingt angesichts der vielen Landkreise voller Intensivstationen mit Corona-Erkrankten* und der nun auch in Hamburg aufgetretenen neuen Omikron-Variante* nach einem ganz schlechten Scherz, ist aber bittere Realität: Um Impfverweigerern den Erhalt eines Genesenen-Nachweises zu sichern, bot ein Holländer im Internet Coronaviren zur Selbstinfektion an. Über eine Website ließ sich das „Corona-Kit“ mit einem Röhrchen „voller Viren“ bestellen, mit dem sich die Käufer selbst infizieren konnten.

Hauptstadt der Niederlande:Amsterdam
Einwohner:872.922
Bürgermeisterin:Femke Halsema (GroenLinks)
Erste urkundliche Erwähnung:27. Oktober 1275
Höhe:- 2 Meter

Mann bietet Coronaviren-Kit zur Selbstinfektion im Online-Shop an – verhaftet

Wie die niederländische Zeitung „De Telegraaf“ am Wochenende berichtet, konnte man auf der fraglichen Website jaikwilcorona.nl (Ja, ich will Corona), die inzwischen gesperrt ist, für den Spottpreis von 33,50 Euro ein so genanntes „Corona-Kit“ bestellen, mit dem sich die Käufer mit dem Covid-19-Virus infizieren konnten. Der Website zufolge wird alles, was für die vorsätzliche Infektion benötigt wird, per Post geliefert. Das Kit beinhaltet ein Röhrchen mit einer Flüssigkeit, die das Coronavirus* enthält, sowie einen Selbsttest zum anschließenden Nachweis der Infektion. Nachdem unlängst schon Corona-Partys, um sich selbst anzustecken zum Trend für junge Impfgegner geworden waren, ist dieses Angebot nun die Krönung der Schwurbler-Schöpfung.

Ein Paket wird von einer Person vom Boden vor der Wohnungstür aufgehoben.
Üble Fracht: Niederländer bietet Röhrchen „voller Viren“ zum Bestellen an, mit dem sich der Käufer selbst mit Corona infizieren kann © Monkey Business 2/Imago

Corona-Viren aus dem Online-Shop: auch „neueste Mutationen und Varianten enthalten“

„Wollen Sie bestimmen, wann Sie sich mit dem Coronavirus infizieren? Mit dem Corona-Kit können Sie diese Entscheidung selbst treffen!“ warb der Mann für sein brandgefährliches Produkt. Der Website zufolge war der versandte Virus nicht älter als drei Monate, „so dass Sie sicher sein können, dass die neuesten Mutationen und Variante enthalten sind“ – so wohl auch die Delta-Variante, die eine enorme Gefahr ist. Der Anbieter forderte damit unverblümt zum Ritt auf der Rasierklinge auf, denn neue Corona Studien zeigen eindeutig, dass Ungeimpfte ohnehin an neun von zehn Infektionen beteiligt sind.

„Nachdem Sie sich infiziert haben, wird ein Test zunächst positiv und später, wenn Sie geheilt sind, negativ ausfallen. Mit einer Genesungsbescheinigung können Sie dann wieder ohne Impfung auf die Straße gehen“, pries der Niederländer das Corona-Kit an.

Corona-Viren online angeboten – 2G-Regel als Treiber für brandgefährliche Geschäftsidee

Die niederländische Steuerfahndungsbehörde hat nun den Mann verhaftet, der mit der Website in Verbindung steht: „Mit dieser absichtlichen Kontamination hat der Verdächtige wahrscheinlich die 2G-Politik ausgenutzt. Das bedeutet, dass man entweder geimpft oder für geheilt erklärt werden muss, um einen QR-Code zu erhalten“, zitiert „De Telegraaf“ eine Sprecherin des FIOD (Fiscal Information and Investigation Service),der die für die Untersuchung von Finanzverbrechen zuständigen Behörde. In den Niederlanden gab es zwar Pläne, wie in Hamburg komplett auf 2G zu setzen*, diese wurden aber bislang nicht umgesetzt. Für Aufregung und wohl auch die entsprechende Nachfrage für das unglaubliche Viren-Online-Angebot dürften die Pläne dennoch gesorgt haben.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und der Welt zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Corona-Selbstinfektions-Kit: Noch ist unklar, wie viele es online bestellt haben

Die Behörden zeigen sich schwer beunruhigt: „Das Coronavirus ist gefährlich. Sie können davon ernsthaft krank werden. Und Sie können andere anstecken, die ihrerseits schwer erkranken können. Wer sich ansteckt, gefährdet vorsätzlich die öffentliche Gesundheit“, warnt Margreeth Fernhout von der Aufsichtsbehörde für das Gesundheitswesen und die Jugend (IGJ) laut „De Telegraaf“. Zumal nach neueste Studien Zweifel an der ausreichenden Wirkung von Biontech gegen die Omikron-Variante* bestehen, also auch Geimpfte nicht mehr genügend geschützt sein könnten.

Wie viele Menschen das hochriskante Angebot bis zum Löschen der Website dennoch bereits genutzt haben, ist unklar. Im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft möchte der Ermittlungsdienst jedoch vorerst keine weiteren Angaben machen. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare