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Leere Regale: Nach Mehl werden wegen Corona nun Blutreserven knapp

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Von: Andree Wächter

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Der DRK-Blutspendedienst erneuerte seine Warnung vor Versorgungsengpässen bei Blutreserven. Die Gründe sind Corona und Urlaub.

Springe - Sie sind unverzichtbar: Blutreserven. Um auf die Wichtigkeit hinzuweisen, ist am 14. Juni Weltblutspendetag. Aktuell spenden lediglich rund drei Prozent der Menschen in Deutschland Blut, so der DRK-Blutspendedienst. Er blickt mit großer Sorge auf die kommenden Monate. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, Ferien und ein hohes Reiseaufkommen sorgen seit Wochen für eine rückläufige Spendebereitschaft und mittlerweile für eine bundesweit kritische Versorgungslage, kurzum, das Blut wird knapp.

Blutspende: Bis zu sechsmal im Jahr zum Aderlass

Zum Hintergrund: Grundsätzlich können alle gesunden Männer und Frauen alle zwischen 18 und 68 Jahren Blut spenden. Die Termine stehen im Internet und werden in der lokalen Presse wie der Kreiszeitung angekündigt. Frauen dürfen bis zu viermal und Männer bis zu sechsmal in 12 Monaten spenden. Der Grund liegt in der Reproduktion des Eisens. Dieses dauert bei Frauen etwas länger.

Wer krank ist, darf nicht zur Blutspende. Personen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, müssen noch weitere 14 Tage warten. Schwangere sollten ebenfalls auf eine Blutspende verzichten. Um vor Ort geschützt zu sein, ist weiterhin das Tragen einer OP-Maske erforderlich, so der Blutspendedienst.

Blutspende
Blutkonserven werden im Zentrallabor des DRK-Blutspendedienstes für Krankenhäuser und Praxen gefiltert und aufbereitet. (Symbolfoto) © Rolf Vennenbernd/dpa

In Deutschland werden täglich durchschnittlich zirka 15.000 Blutspenden für Operationen, Unfallopfer und die Behandlung schwerer Krankheiten wie Krebs benötigt. Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden, berichtet das DRK. Allerdings haben auch Blutspenden ein Verfallsdatum: Sie halten maximal 42 Tage, manche Konzentrate sogar nur wenige Tage. Aktuell ist der Bedarf an Blutreserven so hoch, weil es nun viele operative Eingriffe gibt, die wegen Corona in den vergangenen Monaten verschoben werden mussten.

„Die Tagesvorräte sinken und sind bereits seit mehreren Wochen auf sehr niedrigem Niveau“, sagte Susanne von Rabenau, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienst Nord-Ost. Insbesondere gelte dies für die Rhesus negativen Blutgruppen (B Rh neg, A RH neg, 0 RH neg), bei denen aktuell die Patientenversorgung nicht einmal für einen halben Tag sichergestellt ist. Wünschenswert wäre eine Versorgungssicherheit von drei bis fünf Tagen.

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