Teure Impfmüdigkeit

Lauterbach fordert Strafe für Impfschwänzer

  • Annabel Schütt
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Impftermin gebucht und nicht gekommen? Karl Lauterbach und der Präsident des DRK fordern daher ein härteres Durchgreifen gegenüber Impfschwänzern.

Berlin – Nach anfänglicher Euphorie im Zusammenhang mit der bundesweiten Impf-Kampagne macht sich jetzt vor allem eines breit: Impfmüdigkeit! Tag ein Tag aus werden zahlreiche Impftermine geschwänzt und die ersten abgelaufenen Impfstoffe landen sogar im Müll. Nun fordern der Präsident des Berliner Roten Kreuzes und SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, Impfschwänzer zukünftig zur Kasse zu bitten.

Corona-Impfstoff:Impfstoff-Typ:
Biontech/Pfizer (Comirnaty)mRNA
ModernamRNA
Astrazeneca (Vaxzevira)Vektor
Johnson & JohnsonVektor

Bundesweite Impfmüdigkeit: Tausende Menschen sagen ab oder schwänzen Impftermin

Die bundesweite Impf-Kampagne gerät langsam aber sicher ins Stocken. Wo man einst viel Geduld und Glück brauchte, um einen der heißbegehrten Impftermine im Impfzentrum oder beim Arzt des Vertrauens zu ergattern, macht sich nun steigt jetzt die Impfmüdigkeit. Immer mehr Menschen sagen ihren Impftermin ab oder schwänzen gar den zweiten Piecks. Allen voran Mecklenburg-Vorpommern. Dort werden in den Impfzentren aktuell rund 40 Prozent der Zweit-Impftermine abgesagt

Auch in den Hausarztpraxen nehmen „Absagen und No-Shows“ zu, heißt es vonseiten des Deutschen Hausärzteverband. „Wir erleben leider seit einigen Wochen, dass zunehmend Menschen sich nicht abmelden, obwohl sie einen Termin in den Impfzentren haben. Das ist ziemlich unsolidarisch denen gegenüber, die schneller einen Termin haben wollen“, so Mario Czaja, Präsident des Berliner Roten Kreuzes (DRK). Und auch die neuste Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine Kreuzimpfung aus AstraZeneca-Erstimpfung und danach einen mRNA-Wirkstoff, wie Biontech oder Moderna zu durchzuführen, bringt einiges durcheinander.

Bußgeld für Impf-Absage: Impfschwänzer sollen zukünftig zur Kasse gebeten werden

Was bislang fehlte, war eine Lösung, um Impfschwänzern einen Strich durch die Rechnung zu machen und der Herdenimmunität Tag für Tag ein bisschen näherzukommen. Nachdem bereits im Zuge der Maskenpflicht Falschträgern und Verweigerern in Hamburg mega Strafen aufgebrummt wurden, sollen jetzt auch Impfterminschwänzer zur Kasse gebeten werden.

Karl Lauterbach und der Präsident des DRK fordern ein Bußgeld für Impfschwänzer. (24hamburg.de-Montage)

Mario Czaja, Präsident des Berliner Roten Kreuzes (DRK), schlug beispielsweise vor, Menschen, die ihren Termin für die Zweitimpfung in einem der Impfzentren ohne Absage verstreichen lassen, mit einem Bußgeld von 25 bis 30 Euro zu bestrafen. Zwar würde das Bußgeld keinesfalls die Kosten für Personal und Impfstoff decken, jedoch würde so ein Exempel statuiert werden.

Ein Vorschlag, der besonders bei SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach im Hinblick auf die besorgniserregende Ausbreitung der Delta-Variante auf Zustimmung stößt: „Es wäre richtig, wenn es eine Strafe gäbe für diejenigen, die nicht einmal ihren Termin absagen. Denn diese Terminausfälle führen dazu, dass wir langsamer impfen, als wir könnten, und dass wir Impfstoff wegwerfen müssen“

Auch Unions-Fraktionsvize im Bundestag, Thorsten Frei (CDU) fordert: „Wer nur zu bequem ist, zum Hörer zu greifen oder mit wenigen Klicks einen Termin abzusagen, sollte für die angefallenen Ausfallkosten aufkommen müssen.“

Ob der Vorschlag, Impfschwänzer zukünftig zur Kasse zu bitten, nicht nur noch mehr Impfwillige vergrault oder tatsächlich dazu führt, dass die Zahl der Impf-Absagen wieder abnimmt, bleibt abzuwarten. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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