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Dieser Landkreis in Niedersachsen hat die niedrigste Corona-Inzidenz in Deutschland

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Von: Fabian Raddatz

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Nur wenige Menschen sind bei trübem Wetter in der Fußgängerzone des Ortes Wittmund unterwegs
In Wittmund ist derzeit nicht viel los. Das hält die Corona-Zahlen relativ gering. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

23 Neuninfektionen und kein einziger Todesfall im Landkreis Wittmund. In Niedersachsen liegt ein echtes Corona-Wunderland. Wie machen die das bloß?

Wittmund – Während im restlichen Deutschland die Corona-Inzidenzen explodieren, liegt sie hier bei 125,5: Der Landkreis Wittmund in Niedersachsen ist ein echter Corona-Ausnahmefall. Auf diesem platten Land an der Nordsee herrscht die bundesweit niedrigste Inzidenz. Wie machen die das bloß?

Deutscher Landkreis:Wittmund
Fläche:656,6 km²
Bevölkerungsdichte:87 Einwohner je km2
Bevölkerung:56.882 (2019)
Hauptstadt:Wittmund

Landkreis Wittmund in Niedersachsen hat die geringste Corona-Inzidenz in Deutschland

Der wohl wichtigste Faktor für die niedrigste Inzidenz in Deutschland ist die Verteilung relativ weniger Menschen auf ein relativ großes Gebiet. Im Landkreis Wittmund leben gerade mal rund 53.400 Einwohner auf einer Gesamtfläche von gut 657 Quadratkilometern. Das sind auf einen Quadratkilometer nur 87 Einwohner. Im Vergleich: In Bremen, der Stadt mit der höchsten bundesweiten Inzidenz, leben 1781 Einwohner je Quadratkilometer.

Aufgrund der hohen Corona-Zahlen und der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante hat Bremen bereits die Corona-Warnstufe vier eingeführt.

Landkreis Wittmund hat die geringste Corona-Inzidenz in Deutschland: „Hatten keine Spreader-Events“

Hinzu kommt: Auch das kleine Angebot des ÖPNV, ohne U- und S-Bahnen, sorgt für wenige Begegnungen im Alltag. Im Vergleich zu den großen Städten sind auch die Schulen deutlich kleiner und Industrie mit tausenden Arbeitern sucht man im Landkreis Wittmund vergeblich, sodass die niedrigste Corona-Inzidenz in Niedersachsen und in Deutschlalnd sich relativ schnell erklären lässt.

Der Landrat begründet die niedrige Inzidenz aber auch mit dem Durchhaltevermögen und der Disziplin seiner Einwohner. „Die Leute halten sich an die Auflagen. Wir hatten keine Spreader-Events im Landkreis“, sagte ein Amtssprecher der „Bild“-Zeitung.

So gebe es auch etwa keine Großraumdiskos oder Schlachtbetriebe. Vor allem Diskos sorgten in Niedersachsen für hunderte Corona-Ausbrüche. Heißt: Im Landkreis Wittmund gibt es weniger Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen – und damit weniger Corona-Ansteckungsmöglichkeiten.

In Niedersachsen gelten Corona-Kontaktbeschränkungen ab Samstag, 15. Januar 2022, für 14-Jährige

In Niedersachsen gelten die Corona-Kontaktbeschränkungen künftig schon für 14-Jährige. Von Samstag an werden Kinder dieser Altersgruppe bei der Berechnung der erlaubten Teilnehmerzahl mitgezählt, wie die Staatskanzlei am Freitag in Hannover mitteilte. Hintergrund ist eine überarbeitete Corona-Verordnung, die am Samstag in Kraft tritt. Bislang galt die Ausnahme für Kinder bis 14 Jahre.

Wer geimpft oder genesen ist, darf sich im Bundesland mit maximal neun weiteren Menschen treffen. Wer weder geimpft noch genesen ist, darf neben seinem eigenen Haushalt nur zwei weitere Menschen eines weiteren Haushalts treffen. Nicht mitgezählt werden dabei jeweils Kinder sowie Betreuer von Menschen mit Behinderung oder von Pflegebedürftigen.

Corona-Verordnung in Niedersachsen bis zum 2. Februar verlängert – FFP2-Maskenpflicht bei Demonstrationen

In der neuen Corona-Verordnung ist ebenfalls eine FFP2-Maskenpflicht bei Demonstrationen enthalten. Grund sei, dass bei solchen Versammlungen regelmäßig eine große Anzahl von Menschen für einen längeren Zeitraum so dicht gedrängt zusammentreffe, dass das Abstandsgebot unterschritten werde.

Die Landesregierung verlängert die vor Weihnachten verhängten verschärften Maßnahmen nun zunächst bis zum 2. Februar. Clubs und Diskotheken müssen weiterhin schließen, Veranstaltungen mit mehr als 500 Besuchern sind nicht erlaubt und nicht gegen das Coronavirus geimpfte Schülerinnen und Schüler müssen sich jeden Tag vor dem Schulbesuch testen. Die Regelung für Schüler gilt zunächst bis zum Ende des Schulhalbjahres, also bis Ende Januar.

Corona in Niedersachsen: Ministerpräsident Stephan Weil lobt Besonnenheit der Bürger

„Bislang ist die Lage in Niedersachsen noch besser als in vielen anderen Bundesländern. Das verdanken wir der großen Besonnenheit der Bürgerinnen und Bürger und der doch vergleichsweise großen Bereitschaft, sich impfen und jetzt auch boostern zu lassen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) laut Mitteilung.

Mehr als die Hälfte der Menschen in Niedersachsen haben mittlerweile eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) lag dieser Anteil am Freitag bei 50,4 Prozent. Bei den über 60-Jährigen im Bundesland sind demnach 72,3 Prozent, bei den 18- bis 59-Jährigen 52,6 Prozent und bei den 12- bis 17-Jährigen 14,1 Prozent «geboostert».

Niedersachsen und Bremen: Mehr als die Hälfe haben eine Booster-Impfung erhalten

Bei den Booster-Impfungen liegt das Bundesland weit vorne. Neben Niedersachsen haben laut RKI auch Bremen (50,3 Prozent), Schleswig-Holstein (50,7 Prozent) und das Saarland (54,8 Prozent) eine Auffrischungsimpfquote von mehr als der Hälfte der Bevölkerung. Bundesweit gibt das RKI einen Wert von 45,9 Prozent an.

Rund 2200 Schüler im Bundesland konnten am Freitag unterdessen wegen einer Quarantäne nicht zur Schule gehen. Bei ihnen habe es einen positiven PCR-Test gegeben, teilte ein Sprecher des Kultusministeriums mit. Landesweit gibt es rund 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler. 250 Schulbeschäftigte, darunter 160 Lehrkräfte, konnten demnach wegen eines positiven Corona-PCR-Tests ebenfalls am Freitag nicht in die Schule gehen. Am Montag hatte der Unterricht nach den Weihnachtsferien begonnen.

Anspruch auf PCR-Tests in Niedersachsen

Wer sich mittels PCR-Diagnostik auf Corona testen lassen will, könnte künftig nur noch unter engen Voraussetzungen einen Anspruch darauf haben. Wie das niedersächsische Gesundheitsministerium mitteilte, sind in den Laboren bundesweit rund 2,5 Millionen PCR-Tests pro Woche möglich. Stiegen die Fallzahlen angesichts der Omikron-Variante weiter rasant an, könnte eine Priorisierung der Untersuchungen notwendig werden.

„Je mehr sich diese Variante ausbreitet, desto stärker wird es einen Druck geben auf die Testkapazitäten, und dann wird es auch zu einer Priorisierung kommen müssen bei den PCR-Tests“, sagte ein Ministeriumssprecher. Wie diese Priorisierung aussehen könnte, werde im Krisenstab der Bundesregierung diskutiert. «Noch ist die Situation nicht da. Man bereitet sich darauf vor.» Der Sprecher betonte, dass die privaten Labore, die die PCR-Tests auswerten, länderübergreifend arbeiteten. Um eine Quarantäne oder Isolation vorzeitig zu beenden, soll künftig auch ein negativer Schnelltest anstelle eines PCR-Tests ausreichen.

Die Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen haben mit der Omikron-Welle einen neuen Höchststand erreicht. Die Inzidenz lag am Freitag bei 380,8 und damit so hoch wie noch nie, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100 000 Einwohner sich binnen einer Woche mit dem Coronavirus infiziert haben. Am Vortag betrug der Wert 362,6.

Corona-Inzidenz in Niedersachsen: Stadt Delmenhorst übersteigt als erste Kommune den Inzidenzwert von 1000

Auf regionaler Ebene überschritt erstmals im Land eine Kommune die Inzidenz von 1000: In der Stadt Delmenhorst lag der Sieben-Tage-Wert am Freitag nach Angaben des RKI bei 1052,9. Omikron stelle mit Blick auf die Infektionen alles in den Schatten, was bisher während der Pandemie da gewesen sei, sagte der Ministeriumssprecher. Allerdings zeichne sich ab, dass die Krankheitsverläufe oft milder seien als bei den früheren Varianten. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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