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Reisebeschränkungen zu den Sommerferien: Erstes EU-Land wird Virusvariantengebiet

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Viele Reisende sind bereits vorzeitig zurückgekehrt, Portugal ist Virusvariantengebiet. Was bedeutet das für Urlauber?

Hannover – Portugal ist das erste Land in der EU, dass vom Robert-Koch-Institut als Virusvariantengebiet eingestuft wird. Bereits hunderte Urlauber aus Deutschland haben ihre Reise vorzeitig abgebrochen, um das Gebiet schnellstmöglich zu verlassen. Wer ab Montag aus Portugal zurückkehrt, muss sich strengen Quarantäneregeln unterziehen.

StadtLissabon
Fläche100 km²
Bevölkerung504.718
Höhe2 m ü N.N

Auch Russland wird vom RKI als Risikogebiet eingestuft. Nach Schätzungen des Deutschen Reiseverbandes DRV machen zurzeit etwa 1000 Deutsche in Portugal Urlaub. „Es sind noch nicht so viele, weil Portugal erst seit kurzem wieder leicht zugänglich ist“, sagte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen.

Das Robert-Koch-Institut hatte Portugal aufgrund der Delta-Variante des Coronavirus – die andere Krankheits-Symptome auslöst* als andere Varianten – Montag zum Virusvariantengebiet erklärt. Zunächst gilt das für zwei Wochen. Dies bedeutet ein umfangreiches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Sie dürfen Bundesbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland aber zurückbringen. Für diejenigen, die einreisen dürfen, gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Sie kann nicht durch einen Test verkürzt werden und gilt auch für vollständig Geimpfte und Genesene. Doch auch die Impfstoffe reagieren unterschiedlich auf die Delta-Variante.

Fußgänger auf der Promenade von Lissabon während.
Aufgrund der Delta-Variante sind immer weniger Menschen auf den Straßen Lissabons. © dpa/Armando Franca

Mit 1604 neuen Corona-Ansteckungen binnen 24 Stunden war am Freitag in Portugal am Freitag nach Behörden-Angaben der höchste Wert seit Februar registriert worden. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC hat Portugal mit einer 14-Tage Inzidenz von gut 124 den höchsten Wert aller 30 erfassten Länder. Zum Vergleich: Deutschland hat 25. Besorgniserregend ist vor allem die Lage in Lissabon, wo die Delta-Variante bereits mehr als 70 Prozent aller neuen Fälle ausmacht. Auch in anderen Ländern wurde die Delta-Variante bereits nachgewiesen*.

Auch Russland nun Virusvariantengebiet

Auch in Russland steigen die Corona-Zahlen seit Monatsbeginn rasant. Am Sonntag wurden landesweit mehr als 20.500 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Besonders dramatisch ist die Lage in Europas größter Metropole Moskau. Dort starben demnach 114 Menschen mit dem Virus innerhalb von 24 Stunden – ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie vor über einem Jahr. In Fokus steht zudem die EM-Spielstadt St. Petersburg, wo sich vor dem Viertelfinalspiel am nächsten Freitag die Lage zuspitzt. Dort gab es der Statistik zufolge mehr als 100 Todesfälle binnen eines Tages.

Mann in Schutzkleidung am Leningrader Bahnhof in Russland.
Delta-Variante auf dem Vormarsch: Ein Mann in Schutzkleidung desinfiziert eine Halle des Leningrader Bahnhofs in Russland. © dpa/Pavel Golovkin

Russland erhöht nun den Impfdruck, um nicht ganz die Kontrolle über die Pandemie zu verlieren. In mehreren Regionen des riesigen Flächenstaates gilt eine Impfpflicht für bestimmte Branchen. Präsident Wladimir Putin wies zudem an, dass nun auch Ausländer mit einem russischen Vakzin kostenlos immunisiert werden können. Das war bislang nur Staatsbürgern vorbehalten. In erster Linie sollen damit die vielen Arbeitsmigranten etwa aus Zentralasien geschützt werden.

Niedersachsen: Weil fordert strenge Grenz-Kontrollen

Der Ruf nach strengeren Corona-Kontrollen für Urlaubsrückkehrer wird auch in Niedersachsen* lauter. Ministerpräsident Stephan Weil sagte: „Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung nach Kontrollen an den Grenzen, ob aktuelle Negativ-Tests vorliegen. Genau daran hat es bislang gemangelt.“ Neben Weils Forderung nach härteren Regeln für Heimkehrer*, sprach er sich explizit für eine zweifache Testpflicht für alle Rückkehrer, die nicht voll geimpft sind. „Auch in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzen läuft man Gefahr, mit anderen Urlaubern zusammenzukommen, die das deutlich ansteckendere Delta-Virus mit sich tragen“, sagte der SPD-Politiker am Montag.

Stephan Weil im Landtag von Niedersachsen.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil spricht sich angesichts der Delta-Variante für stärkere Grenzkontrollen aus. © dpa/Julian Stratenschulte

Mit Blick auf die rasche Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante auch in Deutschland dringen auch andere Länder-Regierungschefs darauf, Test- und Quarantäneregeln bei der Einreise aus dem Ausland zu verschärfen. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kritisierte, dass bei Einreisen aus Risikogebieten* derzeit ein einmaliger, einfacher Antigen-Test reiche, um Quarantäne zu vermeiden. „Das ist zu unsicher“, sagte er. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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