Erst Astrazeneca dann Biontech?

Kreuzimpfung: WHO warnt vor Mix aus Corona-Impfstoffen

  • Bjarne Kommnick
    VonBjarne Kommnick
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Entgegen der Meinung der Stiko warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt vor Kreuzimpfungen mit Impfstoffen von verschiedenen Herstellern.

Hannover – Die Ständige Impfkommission empfiehlt im Kampf gegen die Corona-Pandemie Kreuzimpfungen*. Das bedeutet, der oder die Geimpfte bekommt bei der ersten Impfung ein anderes Mittel als bei der zweiten Impfung. Dabei bestehe laut der Ständigen Impfkommission kein erhöhtes Risiko für Impfschäden und der Schutz sei vollständig gewährleistet.

InstitutionWeltgesundheitsorganisation
HauptsitzGenf, Schweiz
Gründung7. April 1948
Budget9,004 Milliarden USD (2020-2021)

Genau dem widerspricht jetzt die Weltgesundheitsorganisation. Kreuzimpfungen seien ein „gefährlicher Trend“, sagt die leitende Wissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan.

Demnach brauche es mehr Daten zur Schutzwirkung bei Kreuzimpfungen. Swaminathan nannte Covid-19-Impfungen mit zwei verschiedenen Impfstoffen eine „Datenfreie-Zone“. Bisher warte die WHO noch auf genauere Auswertungen von verschiedenen Studien.

Die WHO ergänzte zu ihrer Kritik an der Kreuzimpfung gegen Covid-Sars-2 auch, dass öffentliche Institutionen die Empfehlungen aussprechen sollten, basierend auf verfügbaren und frei zugänglichen Daten. Dies sei bei Empfehlungen für Kreuzimpfungen nicht der Fall gewesen.

Kreuzimpfung mit Astrazeneca, Biontech und Moderna: WHO warnt vor Corona-Lockerungen

Vor der Äußerung gegenüber Kreuzimpfungen mit Astrazeneca, Biontech und Moderna warnte die WHO noch angesichts von Öffnungsplänen in Ländern wie Großbritannien* vor voreiligen Schritten. Die Annahme, dass schon alle durch Corona-Impfungen geschützt seien und daher wieder völlige Normalität hergestellt werden könne, sei gefährlich für Europa und andere Regionen, warnte WHO-Krisenmanager Mike Ryan. „Jetzt ist extreme Vorsicht angesagt“, sagte er bei einer Pressekonferenz. Viele Länder in Europa ergreifen bereits wieder strenge Corona-Maßnahmen*.

WHO ist skeptisch gegenüber vorschnellen Corona-Lockerungen: „Wenn man öffnet, wird die Übertragung ansteigen“

Ryan äußerte auf die Frage nach der geplanten völligen Aufhebung von Restriktionen in Großbritannien zwar keine direkte Empfehlung oder Kritik. Er sagte jedoch: „Wenn man öffnet, wird die Übertragung ansteigen.“ Noch seien nicht alle geimpft, und noch sei nicht klar, wie sehr Vakzine gegen Infektionen und Übertragungen schützen. Regierungen sollten jetzt nicht überhastet die Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie aufs Spiel setzen, sagte Ryan.

In vielen Impfzentren in Deutschland sind Kreuzimpfungen möglich.

„Im Rennen gegen Impfstoffe liegen derzeit die Virusvarianten vorne“, warnte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er gab erneut reichen Ländern die Schuld daran, dass sich ansteckendere Varianten wie die Dela-Variante* durch die massive Unterversorgung ärmerer Länder mit Impfstoffen leichter ausbreiten und auch mutieren können.* 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Sven Hoppe

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