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Anfassen verboten: Erster Geflügelpest-Fall dieses Herbstes in Niedersachsen

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Von: Johannes Nuß

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Auf einem Schild unter dem Wappen des Landkreis Aurich steht „Geflügelpest Sperrbezirk“.
Im Landkreis Aurich ist bei einer Lachmöwe das hochansteckende Geflügelpest-Virus des Subtyps H5N1 nachgewiesen worden. (Archivbild) © Andre van Elten/dpa

Im Landkreis Aurich ist der erste Geflügelpest-Fall des Herbstes festgestellt worden sein. Ministerin Otte-Kinast fordert, Tiere auf Höfen konsequent zu schützen.

Aurich/Hannover – Im ostfriesischen Landkreis Aurich ist bei einer toten Lachmöwe das hochansteckende Geflügelpest-Virus des Subtyps H5N1 nachgewiesen worden. Das teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Freitag in Hannover mit. Landesweit ist dies der erste Fall bei einem Wildvogel im Herbst 2021. Eine entsprechende Bestätigung erhielt das Landwirtschaftsministerium aus dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) aus Greifswald als nationales Referenzlabor. Erst im Juni dieses Jahres war Niedersachsen als frei von der Vogelgrippe erklärt worden.

Landkreis in Deutschland:Aurich
Fläche:1.287,31 Quadratkilometer
Einwohner:190.178 (Stand: 31. Dezember 2020)
Verwaltungssitz:Aurich
LandratOlaf Meinen (parteilos)

„Die Befunde sind Anlass für eine extrem hohe Wachsamkeit im Land“, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Sie rief die Geflügelhalter in Niedersachsen dazu auf, ihre Tiere zu schützen und die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent auf den Betrieben umzusetzen. Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurden in den vergangenen Tagen verendete Wildvögel aufgefunden, die das Virus in sich trugen.

Geflügelpest im Landkreis Aurich entdeckt: Verendete Tiere nicht anfassen – Veterinäramt informieren

Das Landwirtschaftsministerium appellierte in diesem Zusammenhang an Spaziergänger, verendete Tiere nicht anzufassen. Stattdessen sollte das zuständige Veterinäramt informiert werden, um die Vögel fachgerecht entsorgen zu können, sagte eine Sprecherin am Freitag in Hannover.

Die Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln vorkommt. Die Seuche grassiert insbesondere im Winterhalbjahr und steht somit im engen Zusammenhang mit dem Vogelzug. Der Erreger gilt für Menschen als ungefährlich, obwohl im April 2021 in China das erste Mal bei einem Menschen das Geflügelpest-Virus nachgewiesen wurde. Gefürchtet wird vor allem der hohe wirtschaftliche Schaden.

Der zurückliegende Seuchenzug der Geflügelpest im vergangenen Winterhalbjahr grassierte bundesweit – Niedersachsen war allerdings besonders stark betroffen. Von November 2020 bis Mai 2021 waren nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in mehr als 70 Geflügelhaltungen Ausbrüche der Geflügelpest festgestellt worden. Rund 1,1 Millionen Tiere mussten notgeschlachtet werden. Zuletzt war ein Wildvogel mit einem Erreger der Tierseuche Ende Juli in Niedersachsen gefunden worden. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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