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Ukraine: Wie kann ich helfen? Hilfstransporte besser den Experten überlassen

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Von: Andree Wächter

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Die Bereitschaft zu helfen ist groß. Doch privat an die polnisch-ukrainische Grenze zu fahren, halten Hilfsorganisationen für keine gute Idee.

Hannover - Viele Themen werden in Niedersachsen kontrovers diskutiert. Doch wenn es um Menschen in Not geht, dann rückt das Bundesland zusammen. Das war beim Hochwasser im Ahrtal so und setzt sich nun mit der Ukraine-Hilfe fort. Inzwischen gibt es viele lokale Sammelstellen. Einige Personen wollen privat an die Polnisch-Ukrainische-Grenze fahren. Laut dem Roten Kreuz (DRK) ist dies keine gute Idee. Denn anders als beim Hochwasser fährt man an den Rand eines Kriegsgebiets. „Wir haben eine Lage, die überhaupt nicht überschaubar ist“, sagt DRK-Verbandsreferentin Theres Mattke.

LandUkraine
HauptstadtKiew
Bevölkerung44,13 Millionen (2020)
SpracheUkrainisch

Ukraine: Wie kann ich helfen?

Neben dem DRK sind viele weitere Hilfsorganisationen (die Kirchen, Vereine, Rettungsorganisationen) dabei, Sachspenden zu sammeln. Neben Winterkleidung in allen Größen wird alles rund um die Wundversorgung benötigt, beispielsweise Mullbinden, Responder Bandage (spezielles Verbandspäckchen) und Venenstauer (Tourniquet). Aber auch Schmerz- und Desinfektionsmittel werden gebraucht. Nun hat der „normale Niedersachse“ vermutlich vieles davon nicht zu Hause. Tipp: In einer Apotheke kaufen und dann zu einer Spenden-Annahme-Stelle bringen. Schon eher zu Hause hat man Zahnbürste und Zahnpasta. Auch dies wird gebraucht.

Ebenfalls werden Lebensmittel benötigt. Es sollten aber welche sein, die wenig empfindlich sind. Dazu gehören Nudeln und Reis sowie vieles in Konservendosen. Frisches Fleisch und Obst sind ungeeignet. Hilfsorganisationen raten ebenfalls von Spielzeug ab. Eine Sachspenden-Annahme-Stelle ist auch kein Entsorgungszentrum für alte Kleidung, die eigentlich in einen Kleidercontainer gehört. Wer unsicher ist, kann auch bei den Hilfsorganisationen oder Sammelstellen nachfragen, was benötigt wird.

Ukraine-Krieg: DRK-Hilfskonvoi Richtung Grenze gestartet

Das DRK ist mit einem Hilfskonvoi ins polnische Lublin gestartet. Die fünf Lkw werden am Mittwoch dort erwartet. Die Ukraine-Hilfeleistung umfasst 3.280 Feldbetten, 4.680 Isomatten und mehr als 750 Hygienepakete, die jeweils für die Versorgung eines fünfköpfigen Haushalts für einen Monat ausgelegt sind, schreibt das DRK. Im Gegensatz zu Privatpersonen verfügen die Hilfsorganisationen über Kriseninterventionsteam (KIT). Sie helfen bei der Verarbeitung von belastenden Situationen.

Neben Sachspenden wird Geld benötigt. Das Internet ist voll mit diversen Aufrufen. Bevor man auf den erstbesten Post klickt, sollte man kurz nachdenken und überprüfen, welche Organisation dahinter steckt. „Dabei geht es nicht darum, dass nun besonders viele missbräuchliche und betrügerische Aufrufe kursieren würden. Es ist einfach eine Frage der Kompetenz“, sagt Burkhard Wilke, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

Zwei Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit Hilfsgütern für ukrainische Flüchtlinge
Zwei Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bereiten Hilfsgüter vor, die in Polen an ukrainische Geflüchtete verteilt werden sollen. (kreiszeitung.de-Montage) © Annette Riedl/dpa

Oft ist eine Geldspende – ohne Zweckbindung – der beste Weg. So können die Hilfsorganisationen flexibel reagieren. Die Caritas schreibt: „Das Geld geht direkt an unsere Partnerorganisation, die Caritas Ukraine, die vor Ort die Hilfen koordiniert.“ Mit dem Geld können die Organisationen die nötigsten Dinge kaufen. Wer nicht lange nach einem passenden Empfänger suchen will, für den ist das Netzwerk „Deutschland hilft“ eine gute Anlaufstelle. Über 20 Hilfsorganisationen sind unter dem Dach vereint. Auf der Homepage gibt es Hinweise zum Spendenkonto Ukraine.

In Bremen gibt es ein Netzwerk aus ASB, Caritas, Innere Mission und den Johannitern unter der Koordination der AWO. Sie sucht Wohnraum für Geflüchtete in Bremen. „Die eigene Wohnung bietet Sicherheit und Schutz“, schreibt das Projekt auf ihrer Webseite. Dort können sich Vermieter und Menschen mit Wohnraum melden. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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