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Kiosk-Besitzer klaut Kundin das Gewinnlos – und setzt sich auf Vespa ab

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Von: Christian Einfeldt

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Ihr Traum vom Hauptgewinn platzt abrupt, als der Kiosk-Besitzer ihr das Lottolos entreißt. Der Italiener flieht auf der Vespa und wird Italiens meist gesuchter Dieb.

Neapel, Italien – Einmal den Jackpot im Lotto gewinnen: Ein schon oft gewünschter Traum, der sich jedoch nur in den seltensten Fällen erfüllt. Eine ältere Damen jedenfalls hatte Fortuna auf ihrer Seite. Im Kiosk konnte sie ihr Glück kaum fassen, als ihr Los plötzlich die Summe von einer halben Millionen Euro anzeigte. Ist das Los wirklich echt? Prompt bat sie den 57-jährigen Ladenbesitzer um Hilfe. Doch statt des ausgezahlten Geldes hielt sie hinterher nicht einmal mehr das Los in den Händen. Der Kiosk-Besitzer riss ihr es aus den Händen – und verschwand mit seinem Roller Richtung Flughafen.

Land:Italien
Hauptstadt:Rom
Fläche:301.338 km²
Bevölkerung:59,55 Millionen (Stand: 2020)

Kurioser Raub in Italien: Kiosk-Besitzer stiehlt Kundin ihr Lottolos – und flieht auf Vespa aus eigenem Laden

Natürlich verkauft Gaetano Scutellaro neben Zigaretten und Schnaps auch Lottoscheine. Der 57-jährige Italiener ist Kiosk-Besitzer. Dass er jedoch auch ein Faible für Luxus hat, blieb seinen Kunden lange Zeit so unbekannt wie seine kriminelle Vergangenheit. Nach außen hin soll er immer nett gewesen sein. Um so sprachloser macht seine Kriminalakte: Wegen mehrerer Raubüberfälle saß er bereits lange Zeit im Gefängnis. Bis heute ungeklärt: seine mutmaßliche Beteiligung am tödlichen Raubüberfall an dem Unternehmer Sergio Contessa im Jahre 1989.

Lange Zeit blieb es still um die kriminelle Ader des Neapolitaners. Zumindest bis zum dem Tag, als der Ladenbesitzer seine eigene Kundin beraubte. Die frisch gebackene Lotto-Gewinnerin wollte auf Nummer sicher gehen: „Junger Mann, kann es wirklich sein, dass dieses Rubbellos 500.000 Euro wert ist?“, fragte sie Scutellaros Angestellten. So bahnt sich ein besonders kurioser Diebstahl an. Ähnlich kurios wie die Forderung einer Mutter, Freizeitparks für kinderlose Menschen zu verbieten oder die Behauptung eines Jungen, ein Alien zu sein.

Der Ladenbesitzer eilte heran. Er sah sich den Zettel gewissenhaft an – ehe er auf einmal im hinteren Teil des Ladens verschwand. Die Zweifel der älteren Kundin waren unbegründet, das Los war tatsächlich echt, der Gewinn sicher. Aber: Bis sie in den Genuss des Geldes kommt, sollte noch viel Zeit ins Land gehen: Der kriminelle 57-jährige Ladenbesitzer nämlich schnappte sich das Los – und verschwand: Er haute einfach aus seinem eigenen Laden ab. In der Hoffnung auf den langersehnten Reichtum suchte er mit seinem Roller das Weite.

Eine Hand greift in Richtung eines ausgefüllten Lottoscheines.
Kurioser Diebstahl in Italien: Kiosk-Besitzer verschwindet mit geklautem Gewinnlos Richtung Flughafen (Symbolbild) © IMAGO/ITAR-TASS und IMAGO/Shotshop

Diebischer Kioskbesitzer klaut Gewinnlos und will sich ins Ausland absetzen: Polizei fängt ihn vor dem Flug ab

Der Diebische Kioskbesitzer ist allerdings nicht nur dreist – sondern offenbar auch kopflos, um nicht zu sagen: dämlich. Denn die staatliche Lotto-Monopolgesellschaft ADM (Agenzia delle accise, dogane e monopoli) versicherte umgehend, das Los schnellstmöglich zu sperren. Der Weg des 57-jährigen Räubers schien unterdessen unaufhaltsam. In Latina, einem Ort zwischen Rom und Neapel, deponierte er das Los in einer Bank. Weiter ging es zum römischen Flughafen Fiumicino. Es sollte nach Fuerteventura gehen, doch was er nicht wusste: Mittlerweile wusste jeder in Italien, wo Mitte Oktober eine strenge 3G-Regel eingeführt wird*, um die Geschichte des dreisten Ladenbesitzers. Die Medien hatten die kuriose Story längst gierig aufgenommen.

Innerhalb kürzester Zeit verbreiteten sich die Details zum Tathergang, genauso wie Bilder von Kioskbesitzer Scutellaro, die er zuvor auf Facebook teilte. Wie vermeidet man in einer solchen Situation weiteren Schaden? Der Neapolitaner wählt den denkbar schlechtesten Weg: Scutellaro stellt sein Glück ein weiteres Mal auf die Probe – und fängt an zu lügen. Weil die Lottolose nicht personalisiert sind, behauptete der 57-Jährige kurzerhand, dass er der rechtmäßige Besitzer sei. Ins Ausland habe er nur gewollt, weil ihm die Angst geplagt hätte.

„SIE wollte MIR das Los stehlen, deshalb zeige ich die Frau an“: Italiens meistgesuchter Dieb dreht die Story dreist um

„Man wollte mir das Los stehlen“, sagte der 57-Jährige, ehe er den nächsten unfassbaren Entschluss fasst: „Deshalb zeige ich die Frau an“, wird Scutellaro auf dem Online-Portal „News24“ zitiert. Das Los hätte ein Freund für ihn gekauft. Die Dame hätte es nur einlösen sollen. Unermüdlich baut er sich sein Lügenkonstrukt weiter zusammen: So gab er unter anderem an, überzeugt gewesen zu sein, dass der Gewinn nur 500 Euro betragen habe. Blöd nur, dass eine Überwachungskamera alles mitgeschnitten hatte.

Die Geschichte scheint ihren folgerichtigen Abschluss zu finden: In Untersuchungshaft erhält der 57-Jährige die Nachricht, dass gegen ihn ein Lizenzentzug eingeleitet wurde. Während die 70-jährige Rentnerin also ihr Los wiederbekommt, fürchtet der Kiosk-Besitzer in Untersuchungshaft nun um seine Existenz. Wann die ältere Dame dann endlich ihren ausgezahlten Hauptgewinn von einer halben Million Euro in den Händen halten kann, ist aktuell die einzige Frage, die noch offen bleibt. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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