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Gegen den Willen der Eltern: Kinder können sich trotzdem impfen lassen

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Von: Annabel Schütt

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Das Kind gegen Corona impfen? Eltern haben diese Frage nicht länger zu beantworten. Denn die Entscheidungsgewalt liegt bei den Kindern selbst.

Es geht voran in Deutschland! Tag für Tag sinken bundesweit die Inzidenzwerte und auch die Impfkampagne kann neue Erfolge verzeichnen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben 45 Prozent der Deutsche mindestens ihre Erstimpfung erhalten (Stand: 4. Juni)

Schon ab Montag, 7. Juni, wird der nächste Impfschub erwartet, denn: Die derzeitige Impfpriorisierung fällt weg. Dann können sich alle um einen Impftermin bemühen - auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren.

Virus:Coronavirus
Genauer Name:SARS-CoV-2
Klassifikation:Viren
Krankheit:Covid-19 (Einstufung als Pandemie: 11. März 2020)
Erstmals aufgetreten:Ende 2019 in Wuhan, China

Kinder und Jugendliche impfen: ja oder nein? STIKO schließt Empfehlung aus

Schon länger ist eine aufgeregte Debatte im Gange, ob man Kinder und Jugendliche gegen Corona impfen sollte oder nicht*. Nach der Prüfung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) ist in der EU der Corona-Impfstoff der Hersteller BioNTech und Pfizer auch für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen*. Dennoch betonte Gesundheitsminister Jens Spahn stets, dass Impfen eine individuelle Entscheidung sei und Kinder, Ärzte und Eltern überlassen wird.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hadert dahingegen mit der Impfung* von Kindern und Jugendlichen. Fest steht bislang, dass keine generelle Impfempfehlung für Kinder geplant ist. Allerdings sollen Kinder im Alter zwischen 12 und 17 Jahren mit schweren Vorerkrankungen oder mit Kontakt zu Hochrisikopatienten geimpft werden.

Impfpriorisierung aufgehoben: Kinder und Jugendlichen können gegen den Willen ihrer Eltern geimpft werden

Nach dem Wegfall der Impfpriorisierung* am Montag, 7. Juni 2021, dürfen sich Kinder und Jugendliche allerdings gegen das Coronavirus impfen lassen – auch gegen den Willen ihrer Eltern. „Wenn mir ein 14-Jähriger klar erklären kann, warum er geimpft werden will und das Thema auch versteht, dann ist eine Impfung ohne Einwilligung der Eltern möglich“, so Jakob Maske, Bundespressesprecher vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Eine Empfehlung, Kinder und Jugendliche ohne Einwilligung der Eltern zu impfen, wolle Jakob Maske allerdings nicht aussprechen.

Im Hintergrund ist ein Kind zu sehen, im Vordergrund eine Covid-19-Impfdosis sowie Viren. (24hamburg.de-Montage)
Kinder und Jugendliche können sich auch ohne Einwilligung der Eltern gegen Corona impfen lassen. (24hamburg.de-Montage) © Sven Simon/IMAGO & somersault18\24./picture alliance/dpa

Entscheidend bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen ist die Einsichtsfähigkeit des Minderjährigen. Bedeutet: Wenn ein Kind oder Jugendlicher entscheiden, sich ohne Einwilligung seiner Eltern gegen Covid-19 impfen zu lassen, muss geprüft werden, ob der- oder diejenige in der Lage ist, die medizinischen Risiken hinter der Impfung zu verstehen.

Allerdings sei nicht zu erwarten, dass Kinder und Jugendliche ihre Impfung im Impfzentren erhalten, sondern vorrangig in ihrer Hausarztpraxis. „Im Impfzentrum werden Kinder ab zwölf Jahren erst ein Impfangebot erhalten, wenn eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission vorliegt“, heißt es derzeit. In der Hansestadt hält man weiterhin gänzlich an der Impfpriorisierung in Hamburger Impfzentren* fest, nur Arztpraxen können und sollen die Aufhebung der Priorisierung durchführen.

Vorreiter bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen sind die USA und Kanada. Dort hatte die Gesundheitsbehörden bereits vor einigen Wochen erlaubt, 12- bis 15-Jährigen gegen Covid-19 zu impfen. Und auch Israel will in Kürze nachziehen, obwohl es dort in der Vergangenheit diverse Fälle von Herzmuskelentzündungen nach BioNTech-Impfungen* gegeben hatte. * 24hamburg.de, merkur.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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