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Kein Scherz: Neuer Name für Volkswagen geplant

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Von: Andree Wächter

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Es ist nicht der 1. April, klingt aber wie ein Aprilscherz: VW könnte bald nicht mehr Volkswagen heißen. Die Vorbilder sind Google und Facebook.

Wolfsburg - Vermutlich haben sich die VW-Mitarbeiter in Führungsposition verwundert die Augen gerieben. Volkswagen-Chef Herbert Diess überraschte in einer seiner „Weekly Notes“ im April: Ein neuer Name für den Volkswagen-Konzern sei im Gespräch, berichtet das Manager Magazin und beruft sich dabei auf eine Quelle aus der Führungsriege. Konkret geht es um die Dachmarke. Unklar ist, wie hoch dieses Vorhaben gerankt ist. Ganz neu ist dieser Gedanke nicht.

CEO VolkswagenHerbert Diess
GründerDeutsche Arbeitsfront
Gründung1937
HauptsitzWolfsburg

Insider zitieren aus der „Weekly Notes“-E-Mail. Dort soll es heißen, dass die Volkswagen Group beziehungsweise Aktiengesellschaft sei nicht wirklich eine eigene Marke, das mindere den Wert der Volkswagen-Marken und bringe das Potenzial des Unternehmens nicht voll zur Geltung.

Volkswagen-Chef Diess will neuen Konzern-Namen

Der Vorschlag des VW-Chefs, Volkswagen einen neuen Namen zu verpassen, hat prominente Vorbilder aus der Tech-Szene, aber auch aus dem Automobilsektor. WhatsApp, Instagram und Facebook gehören zum Konzern Meta. Google ist Produkt von Alphabet. Unter der Dachmarke Stellantis sind die Automarken Opel, Peugeot, Fiat und Chrysler vereint. Der Vorteil soll sein, dass verschiedene Produkte und Marken unter einem Dach parallel gesteuert werden können. Gerade Stellantis soll nach Ansicht des Vorstands ein gutes Modell sein.

VW-Betriebsrat: Unser Konzern heißt Volkswagen

Der VW-Betriebsrat hat laut dem Manager Magazin eine klare Meinung: „Diskussionen über Logos, Schriftarten oder Farben“ seien nichts Außergewöhnliches. „Unser Konzern heißt Volkswagen. Und das bleibt auch so“. Widerstand kommt neben dem Betriebsrat auch aus der Konzernspitze. Der Name Volkswagen werde „niemals“ geändert. Außerdem habe man gerade „ganz andere Probleme“, hieß es dort. Die Probleme wurden nicht näher spezifiziert.

Auslöser der Diskussion soll gewesen sein, dass das Logo und der Schriftzug nicht mehr zur neuen Strategie „New Auto“ passt. Etwas moderner, etwas hipper soll es sein. Die Strategie-Abteilung soll in den Prozess eingebunden sein. Außer der Idee soll noch nicht mehr passiert sein.

Volkswagen-Chef Herbert Diess.
Volkswagen-Chef Herbert Diess könnte sich einen neuen Namen für die Dachmarke von VW vorstellen. © IMAGO/Sepp Spiegl

Mit Namensänderungen hat VW in den USA schlechte Erfahrungen gemacht. Ende März 2021 verkündete der Konzern in den USA seine Umbenennung von Volkswagen in „Voltswagen“. Man wolle damit die Bedeutung von E-Autos für die Zukunft des Konzerns unterstreichen, hieß es. 

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC fand diesen später als Aprilscherz gekennzeichnete „Umbenennung“ überhaupt nicht witzig. Sie prüfte, ob VW so den Börsenkurs beeinflusst haben könnte. Als sicher gilt, dass der jüngste Vorschlag von Herbert Diess eindeutig kein Aprilscherz ist. Fakt ist auch, dass der VW-Chef gerne mal mit vagen Ideen vorprescht, die dann doch im Sande verlaufen oder er seine Meinung ändert. Erst war Diess gegen Wasserstoff, doch nun treibt VW Wasserstoff-Autos voran.

Namensänderung bei VW schon 2016 diskutiert

Bereits 2016 gab es Überlegungen einer Namensänderung. Ein Vorstandsmitglied sagte damals: „Abgasmanipulation, Schummelsoftware, Rückruforgien etc. führen zwangsläufig zum Vertrauensverlust der Kunden. Darüber hinaus ist der Namensteil „Volks“ durch eine Boulevardzeitung derart vergewaltigt worden, dass wir froh sind, den Namen ablegen zu können. VolksZahnbürste ,VolksFarbe oder VolksFlat suggerieren eher einen Discountgedanken.“

Unbestätigten Gerüchten zufolge wollte damals Volkswagen zu seiner Nachkriegsbezeichnung „Wolfsburg Motor Works“ (WMW) zurückkehren. Die englische Bezeichnung kommt von der britischen Besatzung. Ab 1945 stand das Werk vier Jahre unter deren Regie. Die WMW war in erster Linie eine Instandsetzungseinrichtung für ihre kriegsbeschädigten Fahrzeuge.

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