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Junge Katholiken wollen Gott gendern: „Auf jeden Fall etwas ändern“

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Von: Bjarne Kommnick

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Die Figur des Papstes hält ein Gendersternchen
Junge Katholiken wollen Gott künftig mit Gendersternchen schreiben. (kreiszeitung.de-Montage) © Steinach/imago

Wer ist Gott? Ist er ein Mann? Das gängige Bild jedenfalls ist eindeutig: alt, weiß und männlich. Junge Katholiken wollen das nun ändern – und Gott gendern.

Hamburg - In den Zehn Geboten der Christinnen und Christen heißt es, du sollst dir kein Bild von Gott machen. Doch so richtig ernst genommen wird das selten, denn in vielen Fällen gibt es kaum eine Sache, die mehr mit Stereotypen behaftet ist als das Bild von Gott: Alt, weiß und männlich, so stellen sich die meisten Menschen Gott vor. Zwar mag es auch andere Sichtweisen darauf geben, doch egal ob Filme, Bücher oder Zeichnungen, fast überall ist Gott eben in der Gestalt eines Mannes mit langem Bart und weißen Haaren zu sehen.

VerbandKatholische junge Gemeinde
Gründung1970
Mitglieder80.000
Geistliche LeiterinRebekka Biesenbach

Katholische junge Gemeinde will Gott gendern: Gott* oder Gott+ als mögliche Lösungen

Die Katholische junge Gemeinde möchte damit nun Schluss machen und schlägt vor, Gott zu gendern. Wie genau das aussehen soll, ist noch nicht beschlossen, Idee seien beispielsweise statt Gott Gott* zu schreiben, um deutlich zu machen, dass Gott nicht automatisch als alter weißer Mann gedacht werden muss. Eine weitere Idee sei, Gott+ zu schreiben, denn das Plus könne auch als christliches Kreuz gelesen werden. Als schweres Kreuz empfinden so manche die Gendersprache: Eine alte weiße Frau namens Elke Heidenreich ätzt schon lange über die Gendersprache und H.P. Baxxter findet gendern schlicht „zum Kotzen“. Auf den Zug der Nörgelei springt auch Heinz Rudolf Kunze auf: Barbaren und Idioten nennt er Menschen mit Hang zum sprachsensiblen Umgang.

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Junge Katholiken mit festem Plan, Gott zu gendern: „Wir wollen auf jeden Fall etwas ändern“

„Wir haben noch keine Beschlusslage dazu, aber wir wollen auf jeden Fall etwas ändern“, erklärt Rebekka Biesenbach, die geistliche Bundesleiterin der Katholischen jungen Gemeinde. Für sie und viele junge Katholiken sei Gott mehr als nur ein beschränktes Bild: „„Die Leitfrage ist: Was können wir tun, um das an vielen Stellen sehr männlich geprägte Gottesbild in die Vielfalt zurückzubringen, die es verdient?“

Angedacht sei zudem, sich nicht nur unbedingt auf das Schreiben zu beschränken. So sei es auch denkbar, das mögliche Sternchen oder das Plus mitzusprechen. „Darüber bilden wir uns derzeit noch ein Urteil.“ Das nächste Mal tagt die katholische Junge Gemeinde auf der Bundeskonferenz Ende März/Anfang April in Odenthal im Bergischen Land. Dort könnte dann eine Entscheidung fallen.

Gendersprache spaltet die Geister: Verbotswünsche versus Vielfaltbemühungen

Bei der Bundeswehr setzt man bereits auf die Gendersprache, so wurde sogar die Einmannpackung umbenannt. Überhaupt kein Fan der Gendersprache dagegen ist Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß – er will das Gendern verbieten. Ähnliches wünscht sich offenbar auch Frauenministerin Lambrecht: Sie will das Gender-Sternchen verbieten. Ganz anders dagegen die Industrie, die entdeckt das Thema Vielfalt gerade reihenweise für sich. Um niemanden auszuschließen, verzichtet die Lufthansa auf das „Damen und Herren“ in ihren Flugdurchsagen. Auch Lego möchte sein Spielzeug gendereutral machen, letztes Jahr hatte Lego bereits ein Regenbogenset auf den Markt gebracht. Wer hätte schon gedacht, dass die katholische Kirche da einmal im gleichen Atemzug genannt würde? *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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