1. 24hamburg
  2. Niedersachsen

In Video sprengt er Impfzentrum – keine Auftritte mehr für Xavier Naidoo

Erstellt:

Von: Annabel Schütt

Kommentare

Xavier Naidoo singt einmal mehr gegen die Corona-Maßnahmen des Staats und geht dabei einen radikalen Schritt. Ist die Anti-Corona-Hymne das Ende seiner Karriere?

Mannheim – Xavier Naidoo* ist ganz rechts angekommen. Genau wie Attila Hildmann* ist der Ausnahmekünstler nach einem Jahr Corona-Pandemie völlig abgedreht. Nachdem er sich unlängst zu Verschwörungsmythen und der Querdenker-Szene bekannt hat, warnt er in seinem neusten Song „Ich mach da nicht mit“ vor den angeblichen Gefahren der Corona-Impfung, pöbelt gegen das Maskentragen und ruft zur Impfverweigerung auf.

Sänger:Xavier Naidoo
Geboren:2. Oktober 1971 (Alter 49 Jahre), Mannheim
Eltern:Eugene Naidoo, Rausammy Naidoo
Alben:Nicht von dieser Welt, Hin Und Weg, Telegramm für X

Rechtsextremer Höhepunkt in Xavier Naidoos Karriere: Ausnahmekünstler wird zum Querdenker-Zugpferd

Bereits im vergangenen Sommer machte Xavier Naidoo mit wilden Verschwörungstheorien zu Bill Gates, der Corona-Leugner-Bewegung und dem fehlenden Friedensvertrag von Deutschland von sich reden. „Wir müssen diese Dinger tragen, um zu zeigen, dass wir unser Hirn abgegeben haben. Niemand wird sich impfen lassen. Da wird es Mord und Totschlag geben, bevor das passiert“, ist sich der Ausnahmekünstler sicher. Doch er sollte Unrecht behalten. Rund ein Jahr später sind 43,9 Prozent der Deutschen zumindest erstgeimpft (Stand: 2. Juni) – ohne Mord und Totschlag, wie Xavier Naidoo einst prophezeite.

Doch während bundesweit Normalität einkehrt, nach und nach die Inzidenzzahlen sinken und Bars und Restaurants wieder eröffnet werden*, ruft Xavier Naidoo mit den Zeilen „Die Zeichen sind da, mach Alarm, bewaffne dich, vernichte den Tiefen Staat“ erneut zum gewaltsamen Kampf auf.

Neue Querdenker-Hymne „Ich mach da nicht mit“: Xavier Naidoo ruft zur Impfverweigerung auf

Gemeinsam mit einer Reihe von Rappern hat Verschwörungsideologe Xavier Naidoo nach „WohnHaft in Deutschland*“ den neusten Anti-Corona-Hit „Ich mach da nicht mit“ veröffentlicht. Auch wenn der Song samt dazugehörigem Musikvideo mittlerweile auf YouTube gelöscht wurde, ist die Botschaft eindeutig: nieder mit Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Während sie von „Deutschland als Diktatur“, vom „unterdrückten Volk“ und von „versklavten Menschen“ rappen, geben sie vor, dass sie die „Kinder schützen“ vor den Corona-Maßnahmen, die von den Regierungen beschlossen wurden.

Xavier Naidoo posiert mit Sonnenbrille vor einem Schild, auf dem „Eingang Impfzentrum“ steht. Um ihn herum sind grüne Corona-Viren.
In seinem neusten Song „Ich mach da nicht mit“ ruft Xavier Naidoo zur Impfverweigerung auf. (24hamburg.de-Montage) © Friso Gentsch/picture alliance/dpa & Kadir Caliskan/IMAGO & Westend61/IMAGO

Besonders heikel: Das Video zu „Ich mach da nicht mit“ hebt die Radikalität der Botschaft „Dieses Gift kommt niemals in unsere Körper rein“ hervor, indem Gewalt gegenüber einem Impfzentrum-Mitarbeiter sowie die Explosion eines Impfzentrums auf dem Messegelände in Bremen* gezeigt wird.

Auch für den Song „Heimat“ hat sich Xavier Naidoo mit „gewaltbereiten Rechtsextremisten“, so bezeichnet der deutsche Verfassungsschutz die Rechtsrockband Kategorie C, sowie mit Mitgliedern der Schweizer Sekte Organische Christus-Generation (OCG) von Sektenprediger Ivo Sasek, zusammen getan und trällert gegen die angebliche „Corona-Diktatur“.

Nach Corona-Verschwörungstheorien und Anti-Impf-Song – zahlreiche Konzerte von Xavier Naidoo platzen

Die Folge: Nicht nur Mannheim distanziert sich von dem einstigen Mannheimer Vorzeige-Jung. Auch Rostock hat sich gegen ein Konzert von Xavier Naidoo entschieden*, wie mannheim24.de berichtet. Nachdem es in einem Antrag der Linken, Grünen und SPD hieß, dass Naidoo Reichsbürgern und der QAnon-Bewegung nahestehe und rassistische Ressentiments schüre, hatte die Mehrheit der Bürgerschaft ebenfalls gegen ein Konzert des Verschwörungstheoretikers gestimmt.

Und auch Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs erklärte: „Es ist unstrittig, dass man Xavier Naidoo keine Bühne geben sollte.“ Ob damit die musikalische Karriere des einstigen „Söhne Mannheims“-Members am Ende ist, wird sich allerdings noch zeigen... * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und mannheim24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare