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Ikea schafft den Rundumgang ab

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Von: Christian Einfeldt

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Ikea verbannt den Rundumgang. Die „Home Experience of Tomorrow“ soll stattdessen „sinnvolle Kundenerlebnisse“ schaffen – besonders für Influencer.

Shanghai, China – Auf Kunden des schwedischen Möbelhauses könnte schon bald eine massive Umstellung zukommen. Medienberichten zufolge plant Ikea eine wahre Revolution seines Einkauf-Erlebnisses. Die gewohnte Möbel-Ausstattung mitsamt des klassischen Rundgangs könnte schon bald einem komplett neuen Konzept weichen – zugeschnitten auf Social-Media-Influencer, die im Laden Inhalte produzieren wollen. Ikeas Testversuch startet in Shanghai, doch könnte schon bald auch in Deutschland zum neuen Standard werden.

Einrichtungskonzern:Ikea
Abkürzung für:Ingvar Kamprad Elmtaryd Agunnaryd
Gründer:Ingvar Kamprad
Gründung:28. Juli 1943, Älmhult, Schweden
Hauptsitz:Delft, Niederlande

Ikea schafft Rundgang ab und macht Möbel-Einkauf interaktiver: Kunde als Teil der Kulisse

Für Ikea-Kunden ist es ein gewohntes Szenario: Bevor der Möbel-Kauf konkret wird, steht erstmal der Rundgang durch den Laden an. Doch das könnte sich schon bald ändern. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, testet Ikea, das in Hamburg aufgrund der Corona-Pandemie lange geschlossen war*, in Shanghai ein komplett neues Konzept. Der schwedische Möbelkonzern spricht von einer „Home Experience of Tomorrow“. „Sinnvolle und ermutigende Kundenerlebnisse“, die vor allem für Influencer interessant sein könnten.

Das neue Konzept sieht vor, dass den Ikea-Kunden, die sich nun auch vor der Filiale impfen lassen können*, die Möbel nicht mehr nur präsentiert werden. Sie sollen schon bald selbst Teil der vorgestellten Kulisse werden. Ikea möchte damit einerseits Social-Media-Nutzer ansprechen, andererseits das bisherige Konzept interaktiver gestalten. So soll das Möbelhaus für die Kunden offene Räume und Rückzugsorte bereitstellen, die Kunden dazu nutzen können, um miteinander in Kontakt zu treten.

Das Foto zeigt eine Ikea-Filiale. Am linken Bildrand ist ein Handy zu sehen.
„Home Experience of Tomorrow“: Ikea plant ein neues Ladenkonzept, das vor allem für Influencer interessant sein könnte. (24hamburg.de-Montage) © Federico Gambarini/dpa und Fabian Sommer/dpa

Darüber hinaus soll der Ikea-Besuch, der im Lockdown besonders schön war, durch Workshops in den sogenannten „Community Hubs“ erweitert werden. Besucher könnten sich also schon bald rund um das Thema Nachhaltiges Wohnen über die Kreislaufwirtschaft oder der Reparatur und Weiterverwendung von Möbelstücken direkt vor Ort informieren.

Ikea „Home Experience of Tomorrow“: Darum ist das Konzept besonders für Influencer reizvoll

Das Besondere lauert jedoch inmitten der Ikea-Filialen: Gemeinsam mit Angestellten sollen Influencer Inhalte produzieren können. Auf diesem Wege möchte das Möbelhaus Ikea, dem kürzlich vorgeworfen wurde, Möbel aus illegal geschlagenem Holz verkauft zu haben*, eine noch größere Käuferschaft generieren. Dass der Konzern nun einen weiteren Schritt in Richtung Social-Media-Welt wagt, ist für Anna Pawlak-Kuliga, der chinesischen Ikea-Landesgeschäftsführerin und Nachhaltigkeitsbeauftragte plausibel.

„Die Menschen haben höhere Ansprüche an ihr Zuhause und ein größeres Bedürfnis, zur sozialen Gemeinschaft zu gehören.“ Außerdem hoffe sie, „die Verbraucher weiterhin zu einem sinnvollen Leben zu Hause sowie außerhalb des eigenen Heims zu inspirieren“. Den Start der „Home Experience of Tomorrow“ macht Shanghai Mitte August. Noch in diesem Jahr wollen London und Wien folgen. *24hamburg.de, kreiszeitung.de und bw24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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