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„Ihre Feldsklaven“: Lehrerin beleidigt schwarze Schüler

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Von: Christian Einfeldt

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Sie habe Rassismus toleriert und streute selbst rassistische Äußerungen: In den USA ist eine Lehrerin ihren Job los – doch die Kritik an der Schule bleibt.

Winterville, USA – Im US-Bundesstaat North Carolina kam es zu einem denkwürdigen Vorfall, der eine Schule wohl noch lange begleiten wird. Einer Lehrerin kostete es ihren Job. „Sie wird nicht auf das Schulgelände zurückkehren“, so Annastasia Ryan, Direktorin der Schule, hinterher. Dass die Schulleitung nicht schon viel früher die Reißleine zog, macht sprachlos. Was war passiert?

Stadt:Winterville
Bundesstaat der Vereinigten Staaten:North Carolina
Fläche:11,99 km²
Bevölkerung:9.645 (Stand: 2019)

Wie mehrere Eltern berichten, sei eine Lehrerin einer Schule der amerikanischen Kleinstadt Winterville mehrmals durch rassistische Äußerungen aufgefallen. Auch rassistische Tendenzen seitens ihrer Schüler hätte sie durchgewunken. Schließlich sei jeder Mensch „ein bisschen rassistisch“ – so ihre wirre Meinung, die sprachlos zurücklässt. Die Schule hätte das Fehlverhalten toleriert, beklagen die Eltern nicht zu Unrecht. Als sie am 17. September 2021 schwarze Schüler als „ihre Feldsklaven“ bezeichnete, brachte sie das Fass zum Überlaufen. Es sollte ihr letzter Tag als Lehrerin sein.

Ohne Verfassung seien sie „ihre Feldsklaven“: Lehrerin schockiert mit rassistischer Aussage

Am 17. September erreichten die Worte der Lehrerin ihren traurigen Höhepunkt. 234 Jahre zuvor verabschiedeten die Vereinigten Staaten von Amerika die Verfassung ihres Landes. Hätte es diese Entscheidung nicht gegeben, wären sie „ihre Feldsklaven“, sagte die Lehrerin zu ihren schwarzen Schülern. Eine Aussage, die ein Jahr nach dem gewaltsamen Mord an George Floyd beweist, wie stark rassistische Muster in der Gesellschaft verbreitet sind.

Als Protest wurde in der Folge die Black-Lives-Matter-Bewegung* ins Leben gerufen. Doch dass es noch ein weiter Weg zur Entwurzelung von Rassismus ist, zeigten zuletzt auch Fälle in Deutschland. So etwa der Rassismus-Skandal bei einer Bremer Baugesellschaft oder die schockierende Aussage eines Polizeigewerkschafters.

Eine Lehrerin schreibt etwas an die Tafel. Ein Schüler meldet sich.
Rassismus im Schulunterricht: Eine amerikanische Lehrerin bezeichnete ihre Schüler als „ihre Feldsklaven“. (Symbolbild) © dpa/Marijan Murat

„Schon okay, wir sind alle ein bisschen rassistisch“: Lehrerin tolerierte schon lange Rassismus in der Schule

Bereits in den Wochen zuvor fiel die Lehrerin durch unangebrachtes Verhalten auf. Als ein weißer Schüler einen schwarzen Schüler etwa als einen „Affen“ bezeichnete, ließ sie es durchgehen. Ihr Kommentar schockiert erneut: „Das ist schon okay“, sagte die Lehrerin. Schließlich wären „wir alle ein bisschen rassistisch“. Aufgrund von Rassismus-Vorwürfen benannte Nestlé zuletzt einen ihrer Kekse um und der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) strich den Begriff des „Schwarzfahrers“ aus seinen Wortschatz*. Dass es für die Lehrerin aus North Carolina hingegen keine Konsequenzen gab, wirft kein gutes Licht auf die Schule.

Nachdem die Lehrerin ihre Schülerin als „Sklaven“ bezeichnete, stieg die Kritik an der Lehrkraft ins Unermessliche. Sie gab ihren Posten als Lehrerin auf. Erneut erntet die Schule Kritik, nicht selbst reagiert zu haben. Für die Elternvertretung ist klar: Die Schulleitung hätte die Lehrerin schon viel früher vor die Tür setzen müssen. Das Fehlverhalten der Lehrerin sei viel zu lange geduldet worden. Tatsächlich sieht eine klare Haltung gegen Rassismus anders aus.

Die Schule möchte von diesen Anschuldigungen jedoch nichts wissen. Nichtsdestotrotz räumt sie gleichermaßen Fehler ein. In Zukunft müssten Lehrkräfte stärker sensibilisiert werden. „Wir werden Rassismus nicht in unserer Schulgemeinschaft tolerieren und schnell Maßnahmen ergreifen, um diese Probleme anzugehen“, sagte eine Elternsprecherin gegenüber des örtlichen TV-Senders „WITN“. Eine Aussage, der sich die Schule jetzt anschließen muss. *24hamburg.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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