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Homeschooling war ihr zu stressig: Mutter bleibt freiwillig im Knast

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Der Corona-Lockdown inklusive Homeschooling war einfach zu viel für eine 40-Jährige. Sie nahm Drogen und landete im Gefängnis.

Die Coronakrise macht vielen Menschen zu schaffen. Besonders der Lockdown hat gezeigt, wie anstrengend Zuhause bleiben sein kann. Seit dem ersten Lockdown haben immer mehr Menschen mit psychischen Problemen zu kämpfen. Darauf machen auch immer wieder Experten aufmerksam. Auch Zara Xenitopoulos aus Kingsville in Australien kann davon ein Lied singen, denn die Mutter von fünf Kindern musste spüren, wie überfordernd die Situation in der Pandemie sein kann. Ihre Geschichte endet vorerst im Gefängnis.

OrtKingsville
Einwohnerinnen und Einwohner3.946
Fläche70 ha
Lage9 Kilometer von Melbourne entfernt

Drogen und Homeschooling: Mutter von fünf Kindern stürzt mitten im Corona-Lockdown ab

Denn als der 40-Jährigen das Homeschooling und Zuhause sein ihrer Kinder zu viel wurde, fing sie an, Drogen zu konsumieren. Bereits in der Vergangenheit hatte sie mit einer Sucht zu kämpfen, vor der Coronakrise schien diese jedoch erstmal überwunden zu sein, sodass sie ihren Alltag geordnet und drogenfrei leben konnte.

Gefängnisgitter.
Im Gefängnis möchte sich die fünffache Mutter Zara Xenitopoulos neu sortieren und drogenfrei werden. © dpa/Jan-Philipp Strobel

Doch dann kam der erste Lockdown. Xenitopoulos habe sich zunehmend überfordert damit gefühlt, dass ihre fünf Kinder rund um die Uhr betreut werden mussten. Zudem hätten die Mittel gefehlt, dass alle Kinder am Online-Unterricht teilnehmen konnten. Mit der Zeit habe sie keinen anderen Ausweg mehr gesehen, um mit der Situation fertig zu werden, als zu Crystal Meth zu greifen – einer extrem stark abhängig machenden und tödlichen Droge.

Von der Polizei erwischt: 40-Jährige landet im Gefängnis – und will nicht mehr raus

Doch es kam noch schlimmer. Nicht nur, dass die einzige Bezugsperson für die fünf Kinder nun wieder von Crystal Meth abhängig war, sondern sie fing zu dem an, Computer zu klauen, um sich die Drogen zu finanzieren. 21 Laptops habe sie von der  St. Charles Borromeo Catholic Primary School in Templestowe gestohlen, von dem sie drei für ihre Kinder behalten hatte. Zudem war sie an dem Verkauf eines gestohlenen 10.000-Dollar-Fahrrads beteiligt.

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Wie es das Schicksal wollte, wurde sie erwischt und von der Polizei festgenommen. Die Folge: Seit rund einem Monat sitzt die fünffache Mutter im Gefängnis, ihre Kindern seien in sicherer Obhut. Besonders Kinder hatten unter den Folgen des Corona-Lockdowns zu leiden.

Eine Kaution hätte es zwar möglich gemacht, dass sie vorerst wieder auf freien Fuß kommen konnte, aber ihre eigene Angst, ihren Kindern nicht gerecht und rückfällig zu werden, sei zu groß gewesen. Deshalb blieb sie freiwillig im Gefängnis.

Ihr Anwalt erklärte, dass sie die Zeit im Gefängnis nutzten möchte, um clean zu werden und ihre Zukunft zu planen. Zuvor hatte sie schwere Schicksalsschläge erleben müssen, erst starb ihr Vater Nick, zwei Jahre später ihr jüngerer Bruder im Alter von 34 Jahren. Das habe zum ersten Mal die Drogensucht hervorgerufen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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