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Hochzeit in der Krise: Niedersächsische Seehäfen schlagen wieder mehr um

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Von: Johannes Nuß

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Bernd Althusmann (CDU) vor dem JadeWeser Port in Wilhelmshaven
Bernd Althusmann (CDU) freut sich über den gestiegenen Containerumschlag am JadeWeser Port in Wilhelmshaven. (kreiszeitung.de-Montage) © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Andreas Burmann/imago

Während Corona schlagen die Seehäfen in Niedersachsen mehr Ware um und steuern auf ein Vorkrisenniveau zu. Der JadeWeserPort erzielte 2021 ein Rekordergebnis.

Oldenburg – Es ist Licht am Ende des Tunnels in Sicht: Die Seehäfen in Niedersachsen konnten 2021 ihren Umschlag deutlich steigern im Vergleich zum Vorjahr. Mit rund 51,41 Millionen Tonnen Gütern konnte der Umschlag um satte sechs Prozent gesteigert werden und reicht damit fast wieder an das Vorkrisenniveau heran. Die Häfen machten damit die anfänglichen Verluste in der Corona-Pandemie fast wieder wett, wie Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) am Montag sagte. Im Rekordjahr 2019 vor der Krise hatten die Häfen zwischen Emden und Stade 53,5 Millionen Tonnen umgeschlagen.

Niedersächsische Seehäfen schlagen mehr um: JadeWeserPort erzielt neues Rekordergebnis

Besonders stark wuchs der Containerumschlag im JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Hier war eine Steigerung um 68,5 Prozent auf 713.000 Standardcontainer (TEU) möglich. Es war der höchste Umschlag dort seit Inbetriebnahme 2012 (2018: 655.790 TEU). Dazu trugen den Angaben nach viele ungeplante Schiffsanläufe bei. Wegen der Corona-Pandemie und wegen der zeitweisen Sperrung des Suezkanals durch das Schiff „Ever Given“ mussten viele Reedereien ihre Routen ändern. Althusmann sah aber auch gute Chancen, dass Wilhelmshaven als einziger deutscher Tiefwasserhafen weiterhin attraktiv bleibt.

Im seeseitigen Umschlag flüssiger und fester Massengüter wurden 2021 insgesamt 37,54 Millionen Tonnen und somit rund zwei Prozent mehr Massengüter im Seeverkehr umgeschlagen als im Vorjahr. Das hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann während der heutigen digitalen Jahrespressekonferenz mit Niedersachsen Ports und Seaports of Niedersachsen bekannt gegeben: „Die Corona-Pandemie beeinträchtigt nach wie vor in einigen Güterbereichen und Lieferketten das Umschlagergebnis – in anderen Teilbereichen war die Entwicklung allerdings sehr positiv, teilweise sogar über Vorkrisenniveau.“

Niedersächsische Seehäfen schlagen mehr um: Stückumschlag im Seeverkehr steigt um 20 Prozent

So ist auch der Stückumschlag – beispielsweise mit Holz oder Containern – mit rund 13,87 Millionen Tonnen im Seeverkehr um 20 Prozent gestiegen. Der Umschlag von Neufahrzeugen ist allerdings zurückgegangen. „Der Grund hierfür ist uns wohl allen bekannt: der Halbleitermangel beim Fahrzeugbau als eine Auswirkung der Corona-Pandemie. Im Vergleich zu den europäischen Seehäfen liegt der Automobil-Umschlag aber weiter auf einem guten Niveau“, so Minister Althusmann. Erst Anfang Februar war ein Containerschiff in der Nordsee vor Niedersachsen auf Grund gelaufen.

Wesentlich zu der Entwicklung in Wilhelmshaven beigetragen haben der deutliche Anstieg von ungeplanten Schiffsanläufen und die pandemie-bedingten temporären Routenänderungen von Diensten aus anderen nordeuropäischen Häfen nach Wilhelmshaven. „Mit Hapag-Lloyd ist jetzt eine der weltweit größten Reedereien am JadeWeserPort beteiligt, zudem hat der Terminalbetreiber Eurogate angekündigt, in den kommenden drei Jahren rund 150 Millionen Euro zu investieren. Damit hat unser Tiefwasserhafen aufgrund der Entwicklung zu immer größeren Containerschiffen in den kommenden Jahren eine sehr gute Wachstumsperspektive“, so der Minister weiter.

Niedersächsische Seehäfen schlagen mehr um: Landesregierung stellt 40 Millionen Euro zur Verfügung

Trotz der finanziellen Belastungen durch die Corona-Pandemie stellt die Landesregierung erneut 40 Millionen Euro für Betriebskostenzuschüsse und Investitionen an die landeseigene Hafeninfrastrukturgesellschaft NPorts zur Verfügung. „Mit unseren vielseitigen Häfen, unserer Infrastruktur und unserer umfassenden Kompetenz haben wir die besten Voraussetzungen, um die maritime Wirtschaft in Niedersachsen zu gestalten. Daher müssen Niedersachsens Seehäfen gerade in dieser Zeit weiter wettbewerbs- und zukunftssicher aufgestellt bleiben“, so Althusmann.

Die großen Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung und demografischer Wandel greife NPorts in verschiedenen Projekten auf. „So entwickeln die niedersächsischen Häfen vielfältige und innovative Lösungen für eine nachhaltige Logistik. Auch wenn dies kein Selbstläufer wird, wollen wir die Zuschüsse für NPorts auch in den nächsten Jahren so beibehalten. Wir machen aber deutlich – Niedersachsen wird weiterhin in seine Häfen investieren“, unterstrich Althusmann abschließend.

Niedersachsen betreibt an der Nordseeküste und ihren Zuflüssen die neun Häfen Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven. Aktuell wird auch darüber diskutiert, ob die Seehäfen in Bremen und Hamburg miteinander fusionieren sollen.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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