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Heinz Rudolf Kunze ätzt gegen das Gendern: „Barbaren und Idioten“

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Von: Bjarne Kommnick

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Heinz Rudolf Kunze gegen das Gendern.
Musiker Heinz Rudolf Kunze wehrt sich gegen die Gender-Sprache. © dpa/Rolf Vennenbernd

Gender-sensible Formulierungen oder Rücksicht auf Rassismus in seinen Texten – da wird Heinz Rudolf Kunze furios. Derlei Themen sind für ihn „Irrsinn“.

Hannover - Musiker Heinz Rudolf Kunze hält das Gendern und eine Rassismus-Debatte um seine Texte für „neomittelalterlichen Wahnsinn“. Das Neomittelalter beschreibt die politische Ordnung einer globalisierten Welt, in der weder Staat noch Kirche die volle Souveränität ausüben. Einen genauen Zusammenhang lässt er offen, aber seiner Wut lässt er freien Lauf: „Ich bin fassungslos und ratlos und kann mich wieder aufregen wie ein 20-Jähriger“, sagte er gegenüber der HAZ und ergänzt: „Das nimmt absurdeste Formen an“.

MusikerHeinz Rudolf Kunze
Geboren30. November 1956
GeburtsortEspelkamp-Mittwald
Größter Musik-Single-ErfolgDein ist mein ganzes Herz (1985)

„Wenn ich ‚der Wähler‘ sage, meine ich damit Frauen und Männer. Ich beleidige damit niemanden, weil ich nicht vorhabe, jemanden zu beleidigen. Man muss nur mal genau diese Absicht zur Kenntnis nehmen“, beschreibt Kunze. Dazu sagt er: „Dieser Irrsinn zerstört die Sprache. Und für Sprache habe ich ein Gefühl.“ Offenbar haben für Kunze selbst Sprachforscher, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, dieses Gefühl nicht.

Gendern oder Political Corecctnes, nein danke: Kunze singt alte Texte unverändert

Auf die Frage, ob Kunz seine Texte heute noch so singen würde hat er eine klare Haltung: „Selbstverständlich“. In seinem Lied Draufgänger aus den 90ern gibt es die Textstelle: „Ich fühl mich wie ein  Plakatier‘n-Verboten-Plakat wie ein Schlitzohr unter tausend Chinesen“.

Für Kunze ist die Sache klar: „Das auf dem Index befindliche Wort wäre ja Schlitzauge. Das Schlitzohr unter tausend Chinesen ist eine Verfremdung, die mir sehr gut gelungen ist, und ich würde das absolut nicht zurückziehen“. Zuletzt wurde auch darüber diskutiert, das Kinderlied „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ nicht mehr zu singen.

Kunze lässt sich von Gender-Debatten nicht reinreden: „Ich allein erkläre, wie mein Lied gemeint ist“

In einem anderem seiner Lieder beschreibt Kunze Frauen: „Sie sind das Schönste und das Teuflischste auf Erden, sie sind der Inbegriff des Fleisches und der Form“. Auch darauf würde er heute nicht verzichten: „Es ist eine Liebeserklärung. Und wenn ich erkläre, wie ein Lied gemeint ist, dann ist das Lied so. Ich allein erkläre, wie mein Lied gemeint ist. Punkt, Ende.“ Das sehen jedoch nicht alle so, der HVV streicht in Hamburg den Begriff „schwarzfahren“ – weil den Verantwortlichen eben nicht egal, ob sich jemand verletzt fühlt. Auch Unternehmen wie die Lufthansa hingegen setzten mittlerweile auf das Gendern.

Für Kunze würde „wahrer“ Rassismus hinter der Popanz - also eine nicht ernst zu nehmende Schreckgestalt - verschwinden: „Ich verharmlose Rassismus nicht. Aber der Mensch und seine Geschichte, das ist etwas Gewordenes, das ist ein riesiger, qualvoller Prozess.“ Kunze beschreibt, dass Menschen für ihre Überzeugungen gestorben und geopfert worden seien.

Heinz Rudolf Kunze macht Gender-Debatte und Rassismus-Vorwürfe auf Kunze Konzerten zum Lacher

„Wenn man das jetzt kappt, weil man sagt, dass einem das nicht gefällt, weil man es besser weiß und sagt, Bismarck-Denkmäler darf es nicht mehr geben, wenn wir also alles auf Null stellen wollen, sind wir Barbaren und Idioten.“ Auch auf Konzerten und Vorlesungen spricht er immer wieder die Debatte um das Gendern und Rassismus an. Dafür bekomme er laut eigenen Angaben viel und ungeteilten Beifall. Von 10.000 Menschen seien drei dabei, die pfeifen.

Als Poet, dem keiner das Maul verbieten könne, wolle Kunze gegen das Gendern angehen, so gut er könne: „Für mich ist Sprache neben Tönen das Wichtigste, was ich habe, das ist mein Lebensmittel. Ich schwimme darin wie ein Fisch und schaffe das Wasser, in dem ich schwimme, selbst. Und ich lasse mir nicht in mein Wasser pinkeln“.

Mehrere Promis gegen Gendern

Mit seiner Haltung ist er in der Welt der Künstlerinnen und Künstler nicht alleine. Auch Dieter Hallervorden ätzt gegen das Gendern. Ingo Appelt hält Gender-Sprache für „akademisch abgehobene Kacke“. Auch Scooter Frontmann H.P. Baxxter findet Gendern „zum Kotzen“. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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