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Mann auf offener Straße erschossen: Angeklagter schweigt

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Von: Fabian Raddatz

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Der Angeklagte sitzt im Verhandlungssaal im Landgericht Hannover.
Rinor Z. auf der Anklagebank am Dienstag: Der 33-Jährige ist wegen Totschlags bei einer Schießerei an einer Ampelkreuzung in Hannover angeklagt. © Ole Spata/dpa

Ein 33-Jähriger soll einen 30 Jahre alten Autofahrer erschossen haben: Der Mann muss sich nun vor dem Landgericht Hannover wegen Totschlags verantworten.

Hannover – Was genau geschah Anfang Juni 2021 hinter dem Bahnhof am Weidendamm in Hannover? Die Staatsanwaltschaft schildert es so: Der Angeklagte Rinor Z. soll mit zwei Insassen eines Autos in einen Streit geraten sein: das spätere Todesopfer Armin N. (30) – der als Niedersachsens jüngster Intensivtäter galt – und sein Schwager, Nasko M. (51).

Stadt in Niedersachsen:Hannover
Fläche:204,14 Quadratkilometer
Einwohner:536.925 (Stand: 31. Dezember 2019)
Oberbürgermeister:Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)

Nasko M. soll dann auf den Angeklagten zugegangen – und mit einer Holzlatte auf die Windschutzscheibe des Autos eingeschlagen haben. Z., der noch im Wagen saß, soll daraufhin zweimal auf den Angreifer durch die geschlossene Scheibe geschossen haben. M. konnte unverletzt zu Fuß fliehen.

Hannover: Prozessbeginn nach tödlichem Schuss auf Autofahrer

Was dann passiert sein soll, ist für die Totschlags-Anklage von Bedeutung: Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zielte Rinor Z. über das Dach seines weißen Mercedes auf den anderen Wagen – darin saß noch Armin N. – und gab zwei Schüsse ab. N. wurde tödlich in Lunge und Schlagader getroffen. Sein Porsche Cayenne rollte unkontrolliert weiter, bis er an einem Mast zum Halten kam. N. starb noch vor Ort.

Der Prozess startete am Dienstag, 30. November 2021, unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Laut Gericht habe es zwischen den Familien der Beteiligten bereits vorher Streit gegeben. Jedoch kamen an dem ersten Prozesstag nur wenige Zuschauer. Auch seien Rinor Z. und der Schwager des Opfers bereits vorab in eine Schlägerei verwickelt gewesen, zitiert die „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ den Anwalt des Angeklagten. Das Motiv seines Mandaten sei Angst gewesen.

Mann in Hannover erschossen: Rinor Z. stellte sich Polizei

Rinor Z. wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern. Ihm wird der Totschlag von Armin N. und versuchter Totschlag von Nasko M. zur Last gelegt, da er auf ihn feuerte. Im Fall der Schüsse auf Nasko M. hatte er bei der polizeilichen Vernehmung auf Notwehr berufen, nachdem dieser auf seinen Wagen mit einer Holzlatte eingeschlagen hatte.

Nach den tödlichen Schüssen auf Armin N. flüchtete Rinor Z. Wenige Tage später stellte er sich jedoch der Polizei. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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