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„Gorch Fock“: Weitere Ermittlungsverfahren wegen Untreue eingeleitet

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Von: Johannes Nuß

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Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ fährt auf die Kieler Förde zu.
Die unendliche Geschichte: Im Zuge der Sanierung der „Gorch Fock“ hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue eingeleitet. (Archivbild) © Axel Heimken/dpa

Im Zuge der Sanierung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ sind weitere Ermittlungsverfahren wegen Untreue eingeleitet worden. Es geht um Vetternwirtschaft.

Oldenburg/Elsfleth – Autor Michael Ende könnte glatt neidisch werden auf die Ermittler der Staatsanwaltschaft Oldenburg und Osnabrück, wird doch der Wirtschaftskrimi um die Sanierung des Segelschulschiffes der Deutschen Marine, „Gorch Fock“, immer mehr und mehr zur unendlichen Geschichte. Jetzt kam heraus: Die ebenfalls zuständige Staatsanwaltschaft Oldenburg hat ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen einen früheren Verantwortlichen der Werft erhoben. Konkret soll es um Vetternwirtschaft gehen. Zuvor hatte das Nachrichtenportal „The Pioneer“ darüber berichtet.

Segelschulschiff:Gorch Fock
Schiffstyp:Bark
Heimathafen:Kiel
Kiellegung:24. Februar 1958
Stapellauf:23. August 1958

Dem Mann wird vorgeworfen, Aufträge entgegen interner Vorgaben an eine Firma vergeben zu haben, die seiner Lebensgefährtin gehört, obwohl günstigere Angebote vorlagen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitteilte: „Durch diese Untreuehandlung soll ein Schadensbetrag im mittleren fünfstelligen Bereich entstanden sein“.

Segelschulschiff „Gorch Fock“: Verdächtiger soll Projektleiter bei der Schiffssanierung gewesen sein

Bereits seit Jahren führt die Staatsanwaltschaft Osnabrück Ermittlungen in dem Wirtschaftskrimi um die Sanierung des deutschen Segelschulschiffes. Erst vor rund zwei Wochen hatte sie mitgeteilt, zwei frühere Vorstände der Elsflether Werft wegen Vorteilsgewährung, Untreue, unerlaubter Bankgeschäfte und Insolvenzverschleppung anzuklagen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg machte zu ihrem Ermittlungsverfahren und Einzelheiten, etwa zu dem Beschuldigten und der Firma, keine weiteren Angaben. Wie „The Pioneer“ berichtete, soll der ehemaligen Werftverantwortliche als Projektleiter bei der Schiffssanierung gearbeitet haben. Der Beschuldigte und die Beraterfirma äußerten sich auf Anfrage des Nachrichtenportals nicht zu den Vorwürfen.

Segelschulschiff „Gorch Fock“: Sanierungskosten explodierten von 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro

Die Elsflether Werft an der Unterweser hatte ab Dezember 2015 den Hauptauftrag zur Generalüberholung der „Gorch Fock“, deren Kosten von geplant 10 Millionen Euro auf schließlich 135 Millionen Euro explodierten. In der Diskussion über die hohen Kosten geriet um den Jahreswechsel 2018/19 auch das Geschäftsgebaren der Elsflether Werft AG in den Fokus. Im Februar 2019 meldete die Werft schließlich Insolvenz an.

Für mediale Aufmerksamkeit sorgte die „Gorch Fock“ zuletzt auch durch einen massiven Corona-Ausbruch an Bord. Insgesamt acht Mitglieder des Segelschulschiffes hatten sich mit dem Virus infiziert. Deswegen musste der Beginn der ersten Ausbildungsfahrt des Schiffs nach jahrelanger Restaurierungspause auch verschoben werden. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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