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Gorch Fock: Ministerium reicht wohl Schadenersatzklage ein

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Von: Yannick Hanke

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Zu sehen ist das Marine-Ausbildungsschiff Gorch Fock.
Die Generalüberholung der Gorch Fock hat 135 Millionen Euro verschlungen. Nun soll das Verteidigungsministerium eine Schadenersatzklage eingereicht haben. (Archivbild) © Frank Molter/dpa

Die Sanierung vom Marineschulschiff Gorch Fock gilt als überteuert. In diese Affäre kommt neue Bewegung. Das Verteidigungsministerium soll Schadensersatz fordern.

Elsfleth/Berlin – Im Februar 2019 musste die Elsflether Werft aus Niedersachsen Insolvenz anmelden. Dies sollte auch Folgen für die Gorch Fock haben, auf der die Marine seit mehr als 60 Jahren ihren Offiziersnachwuchs im Seemannshandwerk ausbildet. Zunächst waren für die Generalüberholung des Dreimasters zehn Millionen Euro veranschlagt gewesen – doch wurde die Sanierung der Gorch Fock deutlich teurer.

Schiff:Gorch Fock
Länge:89 m
Stapellauf:23. August 1958
Tiefgang:5,2 m
Baukosten:8,5 Mio. DM
Heimathafen:Kiel
Flagge:Deutschland

Gorch Fock: Überteuerte Sanierung hat ein Nachspiel – Verteidigungsministerium soll auf Entschädigung pochen

Die Kosten stiegen in die Höhe, die frühere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) deckelte die Ausgaben letztendlich auf 135 Millionen Euro. Wie die „Nordwest-Zeitung“ am Donnerstag, 6. Januar 2022, berichtet, soll das Verteidigungsministerium nun offiziell auf eine Entschädigung durch die Ex-Chefs der beauftragten Werft pochen.

Dem Bericht zufolge sei eine entsprechende Klage bereits eingegangen. Und: Ein solcher Schritt hätte sich schon zum Jahresende 2021 angedeutet. Aus dem Haus von Christine Lambrecht (SPD), neue Verteidigungsministerin in der Regierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD), hieß es bereits, dass es ein zivilrechtliches Verfahren dazu am Landgericht Oldenburg gebe.

Ex-Manager von Elsflether Werft sollen mehrere Millionen Euro in undurchsichtige Nebengeschäfte investiert haben

Es kämen auch noch strafrechtliche Ermittlungen hinzu. „Diese laufen unserer Erkenntnis nach noch“, zitiert die dpa eine Sprecherin. Nach „Spiegel“-Informationen hatte sich das Verteidigungsministerium erst im Dezember 2021 dazu entschlossen, wegen der Kostenexplosion bei der Runderneuerung der Gorck Fock Schadensersatz einzuklagen.

Konkret geht es hierbei um die beiden früheren Geschäftsführer der Elsflether Werft. Hintergrund seien demnach möglicherweise überhöhte Rechnungen, welche der Schiffbaubetrieb als Generalunternehmer dem Bund gestellt haben soll. Schon seit längerem würde die Osnabrücker Staatsanwaltschaft gegen Ex-Manager der Firma ermitteln.

Sie sollen nämlich mehrere Millionen Euro in undurchsichtige Nebengeschäfte investiert haben. Doch wollen die Beschuldigten laut „Spiegel“-Informationen zu den Vorwürfen und zur Zivilklage keine Stellung nehmen.

Corona-Ausbruch auf der Gorck Fock: Acht Crewmitglieder infizieren sich mit Virus und sind in Quarantäne

Damit bleibt die Gorch Fock weiterhin im Gespräch. Unlängst musste über einen Corona-Ausbruch an Bord des Dreimasters berichtet werden. Mehrere Crewmitglieder haben sich mit dem Virus infiziert und befinden sich bereits in Quarantäne. Noch ist unklar, ob es sich bei den Infektionen um die Omikron-Variante handelt.

Derweil plagt sich auch das Kreuzfahrtschiff MS Amera mit Corona-Fällen herum. Selbiges gilt für die AIDAnova, die ihre Reise vorzeitig beenden musste*, und die „Mein Schiff 6“. Die Corona-Ausbrüche auf dem Kreuzfahrtschiff von Tui Cruises* führten gar zu aufgebrachter Stimmung unter den Passagieren. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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