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Greenpeace-Award „Goldene Kotzwurst“: Edeka soll Billig-Fleisch verkaufen

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Von: Christian Einfeldt

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Greenpeace übergibt Edeka die Auszeichnung die „Goldene Kotzwurst 2021“. Der Vorwurf: Der Supermarkt will auch künftig Billig-Fleisch verkaufen.

Hamburg – Jedes Jahr verleiht die Non-Profit-Organisation Greenpeace die „Goldene Kotzwurst“. Ein Award, mit dessen Verleihung die Stiftung auf Missstände des Umweltschutzes aufmerksam machen möchte. Dieses Mal trifft es die große Handelskette Edeka. Der Vorwurf: Edeka will auch zukünftig Billig-Fleisch der niedrigsten Haltungsstufen verkaufen. Ist die Auszeichnung gerechtfertigt? Der Supermarkt, der seinen Hauptsitz in Hamburg hat, wehrt sich.

Unternehmen:Edeka
Hauptsitz:Hamburg
Umsatz:67,1 Milliarden USD (2019)
Gründung:1898, Berlin

Greenpeace vergibt Negativ-Preis: Verweigert Edeka einen Billig-Fleisch-Ausstieg?

Ein Blick in die Tiefkühlregale der Supermärkte verrät, Edeka ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das Fleisch zum Spottpreis verkauft. Der Unterschied zu Rewe, Lidl und Co., die schon bald Impfungen im Laden anbieten? Während etwa Aldi verkündete, zukünftig kein Billig-Fleisch zu verkaufen, bleibe bei Edeka alles beim Alten. Wie Greenpeace kritisiert, weigere sich das Hamburger Unternehmen, „einen Zeitplan für den Ausstieg aus den Haltungsformen 1 und 2 vorzulegen.“

Nur die gesetzlichen Mindestanforderungen der Tierhaltung in Deutschland werden damit auch zukünftig erfüllt. Die Konsequenz: Auch in Zukunft müssten Schweine und Hühner in Ställen leiden. Häufig steht ihnen in den Ställen nur wenige Quadratmeter zur Verfügung.

Vorwurf von Greenpeace: „Edeka hat überwiegend Billigfleisch im Angebot, für das Tiere leiden müssen“

Bereits Anfang Juni 2021 hätte die Greenpeace Edeka aufgefordert, Fleischprodukte der Haltungsstufe 1 und 2 aus dem Sortiment zu nehmen. Am 24. August 2021 kam es schließlich vor der Edeka-Zentrale in Hamburg zum Protest. Mit dem „Goldenen Kotzwurst“-Award in den Händen zeigten sie ihren Unmut über Edekas Fleisch-Angebote.

„Edeka hat überwiegend Billigfleisch im Angebot, für das Tiere leiden müssen“, sagte Influencerin Marie von den Benken, die ebenfalls an der Veranstaltung beteiligt war. Weiter sagt die Hamburgerin: „Billigfleisch heizt zudem die Klimakrise an. Ich fordere Edeka auf, anderen Supermarktketten zu folgen und endlich Verantwortung für Tiere und Umwelt zu übernehmen“.

Vor der Edeka-Zentral in Hamburg ist die Greenpeace-Auszeichnung „Kotzwurst des Jahres“ aufgestellt.
Die Greenpeace-Auszeichnung „Goldene Kotzwurst des Jahres“ geht dieses Jahr an Edeka. © Screenshot/Instagram @greenpeace.de

Forderung der Greenpeace-Aktivisten: Edeka muss Billig-Fleisch aus dem Sortiment nehmen

„Der Umbau der Tierhaltung hin zu mehr Tier- und Klimaschutz“ sei unabdinglich, pflichtet die Greenpeace-Agrarexpertin Stephanie Töwe der Hamburgerin bei. Die Aktivistin fordert: „Auch Unternehmen wie Edeka müssen dafür sorgen, dass die Lebensgrundlagen für künftige Generationen erhalten bleiben“. Ihre eindeutige Forderung: Die Supermarkt-Kette Edeka, die vor Kurzem mit dem Verkauf von „Student*innen Futter“ für Aufsehen in der Gender-Debatte sorgte, müsste Billig-Fleisch schnellstmöglich aus dem Verkehr ziehen.

Darüber hinaus wirft Stephanie Töwe dem Konzern vor, den Umweltschutz gar bewusst zu ignorieren. „Wer Umweltschutz ernst nimmt, produziert keine Lebensmittel, die derart zerstörerisch für Mensch, Tier und Umwelt sind wie Fleisch aus der industriellen Massenproduktion“. Damit bezieht sich Greenpeace auch auf den Tierschutz, dem durch Massentierhaltung und Billigfleisch geschadet wird*.

Edeka wehrt sich gegen Greenpeace-Anschuldigungen: „Die Verbesserung des Tierwohls ist uns seit Jahren ein wichtiges Anliegen“

Gegenüber „t-online“ äußert sich jetzt Edeka: „Die Vorwürfe von Greenpeace weisen wir entschieden zurück. Die Verbesserung des Tierwohls ist uns seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Daher begrüßen wir die Weiterentwicklung der Haltungsbedingungen von Nutztieren in Deutschland und treiben diese Entwicklung aktiv mit voran“.

„Insbesondere der Anteil der Haltungsstufen 3 und 4 wird in den kommenden Jahren massiv weiter ausgebaut – dazu zählt auch unser umfangreiches Bio-Sortiment“, verteidigte sich Edeka. Wie das Unternehmen angibt, bedeute das im Umkehrschluss, dass Kunden in den Regalen zukünftig kein Billig-Fleisch mehr vorfinden könnten. So bereite der Konzern aktuell den Verzicht der niedrigsten Haltungsstufe vor. Edeka befinde sich mit den Handelspartnern bereits in Verhandlungen. *24hamburg.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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