„Kraftriegel der Facharbeiter“

Gerhard Schröder wettert gegen Currywurst-Aus bei VW

  • Annabel Schütt
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VW macht die Kantine in Wolfsburg vegetarisch, Schluss mit Currywurst. Gerhard Schröder ist fassunglsos – der ehemalige Kanzler wettert gegen das Wurst-Aus.

Die VW-Currywurst gehört für viele Mitarbeiter regelmäßig auf den Teller – bis jetzt. Denn Volkswagen verbannt den beliebten Klassiker schon bald aus seinem Betriebsrestaurant im Wolfsburger Markenhochhaus. Für Alt-Bundeskanzler und Currywurst-Liebhaber Gerhard Schröder ein Ding der Unmöglichkeit. Prompt meldete er sich in den sozialen Medien zur Causa fleischlose Kost zu Wort, allerdings nicht ohne ein leidenschaftliches Plädoyer für die Currywurst zu halten.

Ehemaliger Bundeskanzler:Gerhard Schröder
Geboren:7. April 1944 (Alter 77 Jahre), Mossenberg, Blomberg
Größe:1,74 Meter
Partnerin:So-yeon Schröder-Kim (2018–)
Kinder:Viktoria Schröder, Gregor Schröder

Currywurst-Aus bei Volkswagen: VW serviert künftig nur fleischlose Gerichte

Wie heißt es so schön: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Im Falle des Currywurst-Skandals bei Automobilhersteller Volkswagen hat die Wurst aber tatsächlich nur ein Ende – und das kommt mit ordentlich Krach und Getöse um die Ecke.

Denn: Deutschlands größter Autobauer will den Klassiker zukünftig aus der Kantine im Stammwerk in Wolfsburg verbannen: Die VW Kantine wird fleischlos. Tatsächlich können sich die hungrigen Mitarbeiter des Konzerns in der Kantine wenige Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite jedoch weiterhin die begehrte Wurst und Spaghetti Bolognese als beliebtestes Kantinenessen bestellen.

Vegetarische Kantne bei VW fü mehr Nachhaltigkeit – aber eigene Wurstproduktion bleibt

Doch was steckt hinter dem Currywurst-Skandal bei Volkswagen? Etwa der Schachzug von Aldi, Billig-Fleisch fortan aus dem Sortiment zunehmen, die erschreckende Umfrage von „No Meat May“ oder die Forderung der PETA nach einem veganen Hamburger Fischmarkt*? Alles falsch! Stattdessen will VW mit der Unterstützung seiner Mitarbeiter ein Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit setzen. Ein Zeichen, dass offenbar nur durch den Magen der eigenen Angestellten gehen soll. Denn: Allein 2019 hat VW, selbst ganz dicke im Wurst-Business, sieben Millionen Würste produziert. Auf den Umsatz wird man auch zukünftig nicht verzichten, zumindest in der Produktion gilt: Die Currywurst bleibt – zu verkaufen!

„Kraftriegel der Facharbeiter“: Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder wettert gegen Currywurst-Aus und Veggie-Pläne bei VW

Kaum ging die Meldung über die Veggie-Pläne bei VW viral, wetterte der selbsternannte Currywurst-Liebhaber und Alt-Bundeskanzler Gerhard-Schröder, der als Ministerpräsident von Niedersachsen zwischen 1990 und 1998 im Aufsichtsrat bei VW saß, auf LinkedIn: „Wenn ich noch im Aufsichtsrat von VW säße, hätte es so etwas nicht gegeben.“

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In seinen Augen sei die Currywurst „einer der Kraftriegel der Facharbeiterin und des Facharbeiters in der Produktion. Das soll so bleiben.“ „Vegetarische Ernährung ist gut, ich selbst mache das phasenweise auch. Aber grundsätzlich keine Currywurst? Nein! Und ob die Beschäftigten bei VW das wirklich wollen?“, fragt Gerhard Schröder rhetorisch. Wohl kaum: VW-Betriebsratssprecher Heiko Lossie schmeckt die Abschaffung der Currywurst nicht so ganz. Gegenüber der Bild wettert er: „Ohne Mampf kein Kampf. Es ist ein emotionales Thema, die Currywurst ist ein Kultobjekt bei uns.“

Schröder initiert eigen Hastag: #rettetdiecurrywurst

Mit dem Hashtag „Rettet die Currywurst“ fordert er daher eine Überarbeitung der Veggie-Pläne bei Volkswagen – und bekommt prompt Unterstützung von Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender bei der Telekom, der schreibt: „Ich liebe Currywurst!!!!!!!“ * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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